AAR EDITION INTERNATIONAL
Harmonikale Information
als Medikament
für die Bildung
Reduzierung der unerwünschten
Nebeneffekte
der konventionellen Bildung
 

Der Leiter der
Micro Music Laboratories
über die Situation
der Bildung –
ein Interview


Dieses Interview lehnt sich
an das frühere Interview über
die Zukunft der Pharmazie an.
Dabei beurteilt es Probleme
der konventionellen Bildung
als rein medizinische Probleme.

 
Mu­sik & Na­tur: Herr Hübner, Sie sind klas­si­scher Kom­po­nist, und pro­du­zie­ren seit bei­na­he 10 Jah­ren in Ih­ren Mic­ro­Mu­sic­La­bo­ra­to­ries ei­ne Mu­sik, wel­che als „Prä­pa­rat“ be­zeich­net wird und me­di­zi­ni­schen Zwe­cken dient.
Es lie­gen auch schon ei­ne statt­li­che An­zahl wis­sen­schaft­li­cher Un­ter­su­chun­gen vor, in de­nen nach­ge­wie­sen wird, daß Ih­re me­di­zi­ni­schen Mu­sik­prä­pa­ra­te schon heu­te nicht sel­ten er­folg­rei­cher sind als die Prä­pa­ra­te der Phar­ma­zie. Nun wol­len Sie sich den Pro­ble­men der Bil­dung wid­men. Wir möch­ten Ih­nen hier­zu ger­ne ei­ni­ge Fra­gen stel­len.


Fra­ge: Wie ste­hen Sie vom Grund­satz der Bil­dung und ih­ren Er­geb­nis­sen ge­gen­über?

Peter Hübner: Be­reits über vie­le Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg be­mü­hen sich die Bil­dungs­fach­leu­te dar­um, den nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen ein Wis­sen zu ver­mit­teln, wel­ches es ih­nen er­mög­licht, zu ih­rem ei­ge­nen und zum Nut­zen der All­ge­mein­heit er­folg­reich tä­tig zu wer­den.

Da­bei ha­ben sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te die wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­rien ge­gen­über den nicht wis­sen­schaft­li­chen, das heißt den künst­le­ri­schen, den ideo­lo­gi­schen und den re­li­gi­ö­sen, durch­ge­setzt.
In den Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten wer­den heu­te die na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fä­cher für den all­ge­mei­nen be­ruf­li­chen Er­folg am höchs­ten be­wer­tet, und die Fä­cher Re­li­gi­on, Phi­lo­so­phie, So­zi­o­lo­gie und Kunst ste­hen mehr im Ab­seits. Die­se Ent­wick­lung stützt sich si­cher­lich vor al­lem auch dar­auf, daß die na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fä­cher Be­rufs­grup­pen her­vor­brin­gen, de­ren Leis­tun­gen sich ob­jek­ti­vie­ren las­sen: man kann sie mes­sen. Auch bei den na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Be­ru­fen all­ge­mein spie­len die Kri­te­rien ob­jek­ti­ver Wis­sen­schaft­lich­keit und ei­nes ob­jek­ti­ven Leis­tungs­nach­wei­ses die ent­schei­den­de Rol­le.

So­mit hat heu­te das ob­jek­ti­ve nüch­ter­ne wis­sen­schaft­li­che Den­ken die leis­tungs­be­zo­ge­nen Zi­vi­li­sa­tio­nen der Welt er­obert, und der Sport hat nur des­halb weit vor den Küns­ten und Re­li­gi­o­nen je­nen ho­hen Stel­len­wert der in­ter­na­tio­na­len Auf­merk­sam­keit, weil sport­li­che Leis­tun­gen ob­jek­tiv meß­bar ge­wor­den sind.

In­so­fern ist die na­tur­wis­sen­schaft­li­che Bil­dung mit dem Trend der Zeit ge­gan­gen und hat ihn viel­leicht so­gar ge­prägt – je­nen Weg der mo­der­nen, an ob­jek­ti­ven meß­ba­ren Fak­ten ori­en­tier­ten Leis­tungs­ge­sell­schaft.

 

PETER HÜBNER
Die hu­ma­ni­tä­ren und auch die künst­le­ri­schen Fä­cher ha­ben hier den An­schluß ver­paßt, sie ha­ben es nicht wie der Sport ge­schafft, ih­re Leis­tun­gen ob­jek­tiv er­faß­bar und so­mit meß­bar zu ma­chen. Aus die­sem Grun­de ge­rie­ten sie im­mer mehr in den Hin­ter­grund und sind da­bei, ih­re ehe­ma­li­ge Be­deu­tung im­mer wei­ter ein­zu­bü­ßen.

Die mo­der­ne Leis­tungs­ge­sell­schaft glaubt im­mer mehr, ohne sie aus­kom­men und auf sie ver­zich­ten zu kön­nen. Und wenn die­ser Trend so an­hält, dann wird man sie ei­nes Ta­ges ge­nau­so ver­ges­sen ha­ben, wie man in un­se­rer mo­der­nen wis­sen­schaft­li­chen Zeit Ast­ro­lo­gie und Geist­hei­len fast ver­ges­sen hat – je­den­falls in der brei­ten wis­sen­schaft­lich ori­en­tier­ten Öf­fent­lich­keit.

„Auch in der Bil­dung
gibt es gu­te Mög­lich­kei­ten und auch trif­ti­ge Grün­de, ob­jek­ti­ve Leis­tungs­kri­te­rien zu schaf­fen, wel­che die Bil­dung meß­bar ma­chen.
Die ge­gen­wär­ti­ge Bil­dung hat sol­che Kri­te­rien aber bis­lang noch nicht er­ar­bei­tet und dar­aus ent­springt mei­nes Er­ach­tens auch ih­re Mi­se­re.“

             Peter Hübner

Es ist mein Be­stre­ben, im Be­reich der Bil­dung das Phä­no­men der Leis­tung in das Feld des ob­jek­tiv Meß­ba­ren zu rü­cken, wie wir sol­ches von den na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­be­rei­chen her ken­nen und wie dies auch der Sport ge­schafft hat.
Auf dem in­ter­na­tio­na­len Markt er­rin­gen lang­fri­stig nur die Leis­tun­gen Be­ach­tung, die ei­nen in­ter­na­tio­na­len ob­jek­ti­ven Ver­gleich zu­las­sen. So fin­den die meis­ten na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Leis­tungs­ent­wick­lun­gen über die Wirt­schaft ih­ren „olym­pi­schen“ Auf­tritt. Wer hier die größ­ten Leis­tun­gen nach­wei­sen kann, der ist der Cham­pi­on und so­mit der Markt­füh­rer – wie auch beim Sport.
Auch in der Bil­dung gibt es gu­te Mög­lich­kei­ten und auch trif­ti­ge Grün­de, ob­jek­ti­ve Leis­tungs­kri­te­rien zu schaf­fen, wel­che die Bil­dung meß­bar ma­chen. Die ge­gen­wär­ti­ge Bil­dung hat sol­che Kri­te­rien aber bis­lang noch nicht er­ar­bei­tet und dar­aus ent­springt mei­nes Er­ach­tens auch ih­re Mi­se­re.

Die kon­ven­tio­nel­le Bil­dung lehrt Phy­sik, Ma­the­ma­tik, Bio­lo­gie, Geo­gra­phie, Kunst, Mu­sik, Spra­chen, usw., usw... und als Kon­trol­le für das Ge­lern­te legt der Schü­ler oder Stu­dent dann nach Jah­ren in­ten­si­ven (Aus­wen­dig -)Ler­nens ei­ne Prü­fung ab, in wel­cher er schließ­lich in der Haupt­sa­che das wie­der­ge­ben soll, was sich in ei­ner be­grenz­ten Zahl von Bü­chern ab­dru­cken läßt oder auf ei­ner CD-ROM un­ter­ge­bracht wer­den kann.

Gro­ße Lehr­mit­tel­ver­la­ge wer­ben heu­te da­mit, daß der Kun­de al­les Abi­tur­wis­sen in zehn Bän­den bzw. auf ei­ner CD-ROM kau­fen kann und daß er auch al­les Uni­ver­si­täts­wis­sen der ein­zel­nen Fach­be­rei­che – ent­spre­chend et­was vo­lu­mi­nö­ser – fein säu­ber­lich auf CD-ROM ab­ge­spei­chert er­wer­ben kann.

Da­bei mer­ken die Bil­dungs­fach­leu­te nicht ein­mal, daß sie dem Ge­hirn ei­nes Schü­lers oder Stu­den­ten – was das an­geb­li­che Wis­sen an­be­langt – letzt­lich den Wert von be­druck­tem Pa­pier oder ei­ner Pla­stik­schei­be bei­mes­sen.
Um es ein­fa­cher aus­zu­drü­cken: War­um kann der heu­ti­ge Schü­ler oder Stu­dent nicht her­ge­hen und der Prü­fungs­kom­mis­si­on ein­fach die ent­spre­chen­den Bü­cher oder CD-ROMs vor­le­gen, um so al­les noch per­fek­ter zu prä­sen­tie­ren, als er ih­nen ver­bal und mit ei­ge­nen Zeich­nun­gen mit­tei­len könn­te?!







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©   A A R   E D I T I O N   I N T E R N A T I O N A L   2001

 

 

Musik & Bildung                                       Fortsetzung 2


„Es ist mein Be­stre­ben, im Be­reich der Bil­dung das Phä­no­men der Leis­tung in das Feld des ob­jek­tiv Meß­ba­ren zu rü­cken, wie wir sol­ches von den na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­be­rei­chen her ken­nen und wie dies auch der Sport ge­schafft hat.“

               Peter Hübner

 

 

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