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Musik & Gesundheit – Musik als Stress


Modern Times Symphony No. 1

Peter HÜBNER
Modern Times Symphony



1. – 4. Satz

Archaische Solisten
Großes Philharmonisches Orchester
Großes Perkussions-Orchester
Archaische & Elektronische Instrumente

Label: Dissonance in Excellence
Gesamtspielzeit: 3h 43’53”



Für weitere Informationen und wenn Sie
in das Werk hineinhören möchten,
besuchen Sie bitte:


Classical Musik Group

JOUR­NA­LIST: Ob­wohl Sie sich ja heu­te voll­stän­dig der har­mo­ni­schen Mu­sik ver­schrie­ben ha­ben, ste­hen Sie doch der dis­so­nan­ten Mu­sik sehr to­le­rant ge­gen­über, und die Ak­zep­tanz dis­har­mo­ni­scher Mu­sik er­klä­ren Sie als ein nicht mu­si­ka­li­sches, rein me­di­zi­ni­sches Pro­blem.
Aber dies wirft ja Fra­gen im Be­reich der Mu­sik­er­zie­hung auf. Wie se­hen sie die Rol­len von har­mo­ni­scher und dis­har­mo­ni­scher Mu­sik in der Mu­sik­er­zie­hung – in der Schu­le, in den Me­dien, zu­hau­se?

PETER HÜBNER: Die Schu­le ist an ers­ter Stel­le ein Ort der Bil­dung, und ein As­pekt der Bil­dung ist auch die In­for­ma­ti­ons­ver­mitt­lung, ein an­de­rer As­pekt ist die Ver­in­ner­li­chung von Wis­sen, von Er­fah­run­gen, von Struk­tu­ren und Funk­tio­nen.

Be­trach­ten wir erst ein­mal den As­pekt der In­for­ma­ti­on. Es ist zwei­fel­los glei­cher­ma­ßen von In­te­res­se, die Men­schen über die As­pek­te der Har­mo­nie wie der Dis­har­mo­nie zu in­for­mie­ren und fest­zu­stel­len, was ist Har­mo­nie, was ist Dis­har­mo­nie, wel­ches sind die Un­ter­schie­de, und in wel­cher Wei­se sind Har­mo­nie und Dis­har­mo­nie mit­ein­an­der ver­bun­den.

Selbst wenn die Har­mo­nie ge­sund­heit­lich nütz­lich ist und die Dis­har­mo­nie schäd­lich, gibt es gu­te Grün­de, über die­se bei­den As­pek­te zu in­for­mie­ren. So­wohl über die Struk­tur­ver­hält­nis­se als auch über Nut­zen und Scha­den. Dies gilt ja auch für das Ni­ko­tin. Auch hier ist die Fra­ge in­ter­es­sant: wie ist die struk­tu­rel­le Wir­kung, in­wie­weit ist es nütz­lich, in­wie­weit ist es schäd­lich.
Ob nun bei solch ei­ner Über­le­gung auch je­der gleich selbst rau­chen muß, das ist ei­ne ganz an­de­re Fra­ge. Wis­sen­schaft­li­che Ex­pe­ri­men­te wer­den heu­te im­mer nur an be­grenz­ten Grup­pen durch­ge­führt, de­ren Mit­glie­der vor die­sen Un­ter­su­chun­gen ge­sund­heit­lich un­ter­sucht wer­den und dann erst zu­guns­ten der wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis für Geld frei­wil­lig mit­wir­ken. In be­son­ders ge­fähr­li­chen Fäl­len greift die Me­di­zin auf Tier­ver­su­che zu­rück. Aber es geht da­bei im­mer nur um die Ve­ri­fi­zie­rung ei­nes Nut­zens oder Scha­dens für die Ge­sund­heit des ein­zel­nen oder der Ge­mein­schaft.

Un­ter be­stimm­ten, von den Wis­sen­schaft­lern fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen der Ob­jek­ti­vi­tät wer­den die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se dann auch von nicht Be­trof­fe­nen ak­zep­tiert – im Fal­le des Ni­ko­tins ak­zep­tiert dann al­so auch der Nicht­rau­cher je­ne Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se, wel­che bei der For­schung mit Rau­chern er­zielt wur­den.

Im Fal­le des Ni­ko­tins wur­de fest­ge­stellt, daß es all­ge­mei­nen Scha­den an der Ge­sund­heit ver­ur­sa­chen kann – dies gilt für das ak­ti­ve wie für das pas­si­ve Rau­chen und be­son­ders auch für Kin­der und Ju­gend­li­che. Das Rau­chen ist zwar nicht grund­sätz­lich ver­bo­ten wor­den, aber die Ge­sell­schaft ach­tet doch im all­ge­mei­nen im­mer mehr dar­auf, daß Kin­der und Ju­gend­li­che nicht rau­chen, und daß in öf­fent­li­chen Räu­men und be­son­ders in Schu­len und Kin­der­gär­ten gar nicht oder zu­min­dest we­nig ge­raucht wird.

So­mit ist die ge­sell­schaft­li­che Be­deu­tung des Rau­chens nicht mehr nur so ei­ne Fra­ge der Kul­tur und des per­sön­li­chen Ge­schmacks – wie noch zur Zeit von Wilhelm Busch –, son­dern heu­te auf­grund mo­der­ner me­di­zi­ni­scher Un­ter­su­chungs­me­tho­den und ob­jek­ti­ver Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se auch we­sent­lich ei­ne Fra­ge der me­di­zi­ni­schen Grund­hal­tung der Ge­sell­schaft.



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