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Avant Garde Musik
Fortsetzung 15


Modern Times Symphony No. 1 - 4th Movement

Peter HÜBNER
Modern Times Symphony

4. Satz


Archaische Solisten
Großes Philharmonisches Orchester
Großes Perkussions-Orchester
Archaische & Elektronische Instrumente

Label: Dissonance in Excellence
Gesamtspielzeit: 60’32”




Für weitere Informationen und wenn Sie
in das Werk hineinhören möchten,
besuchen Sie bitte:


Classical Music Group

Die Mu­sik­aus­bil­dungs­stät­ten, al­so die Mu­sik­hoch­schu­len, Mu­sik­aka­de­mien und Kon­ser­va­to­rien, sind auf die­se Si­tu­a­tion über­haupt nicht vor­be­rei­tet – dies ist viel­leicht auch bes­ser so. Dann kön­nen sie die­sen Ent­wick­lungs­gang auch nicht in in­kom­pe­ten­ter Wei­se stö­ren.
Aber des­halb wird die­ser Pro­zeß gleich­zei­tig auch das En­de die­ser Mu­sik­an­stal­ten mit sich brin­gen. So­mit hat sich dann auch auf na­tür­li­che Wei­se Ih­re Fra­ge er­le­digt: „kann man Mu­sik an ei­ner Aus­bil­dungs­stät­te leh­ren?“

Ich kann mich noch er­in­ne­ren: als ich klein war, streb­ten vie­le Men­schen ins Ruhr­ge­biet wie in das ge­lob­te Land, um dort am ge­winn­träch­ti­gen Koh­le­ab­bau teil­zu­neh­men. Die­se Gold­grä­ber­stim­mung ist nicht nur längst ver­flo­gen, son­dern an­de­re Ent­wick­lun­gen ha­ben den dor­ti­gen Koh­le­ab­bau so über­rollt, daß die­se Men­schen heu­te vor gro­ßen Pro­ble­men ste­hen, wie sie ih­ren Le­bens­un­ter­halt ver­die­nen sol­len.

Die­ses gan­ze Sze­na­ri­um vom Be­ginn über die Blü­te­zeit bis zum En­de hat noch kei­ne 50 Jah­re ge­dau­ert, und nie­mand wird an­zwei­feln wol­len, daß nach dem heu­ti­gen Stan­de der Er­kennt­nis der kon­ven­tio­nel­le Koh­le­berg­bau im Ruhr­ge­biet kei­ne Zu­kunft mehr hat.

Ganz Ent­spre­chen­des gilt für das Sym­pho­nie­or­ches­ter bzw. für das Opern­or­ches­ter – nur daß hier das künst­le­ri­sche Aus nicht die maß­ge­ben­de Kom­po­nen­te sein dürf­te, son­dern das Aus we­gen ge­sund­heit­li­cher Grün­de.

Die Zu­kunft des Or­ches­ters ist so­mit kein mu­si­ka­li­sches oder künst­le­ri­sches Pro­blem, son­dern ein me­di­zi­ni­sches.
Und in ei­ner Zeit, die sich um ei­ne all­ge­mei­ne Ver­rin­ge­rung der Kos­ten im me­di­zi­ni­schen Be­reich be­müht, wird die­se Be­mü­hung vor dem Or­ches­ter nicht Halt ma­chen.

Wie der Koh­le­berg­bau im Ruhr­ge­biet heu­te noch in sei­nen letz­ten Zü­gen von au­ßen künst­lich sub­ven­ti­o­niert wird und Dis­kus­si­o­nen über das En­de der Sub­ven­tio­nen die Ge­mü­ter erhit­zen, so wird auch das Sym­pho­nie- oder Opern­or­ches­ter heu­te von au­ßen künst­lich sub­ven­ti­o­niert, und mit der Dis­kus­si­on über die Sub­ven­tio­nen ist auch de­ren En­de ein­ge­läu­tet.

In die­se Ent­wick­lun­gen sind vie­le Ein­zel­schick­sa­le ver­strickt – im Koh­le­berg­bau wie im Sym­pho­nie­or­ches­ter –, aber es nützt nichts, wenn wir uns ge­gen­über den Tat­sa­chen der Neu­ent­wick­lun­gen ver­schlie­ßen.
Es ist viel loh­nen­der, sich recht­zei­tig dar­auf ein­zu­stel­len und sich um­zu­stel­len. Es hat vor dem Sin­fo­nie- und Opern­or­ches­ter schon Mu­sik ge­ge­ben und da­nach wird es auch Mu­sik ge­ben. Hier gibt es al­so kei­nen An­laß, et­wa die Mu­sik zu betrau­ern.



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