AAR EDITION INTERNATIONAL
HOME
Site Map
Editorial
über uns
Musik
 
AVANT GARDE
 
Anfänge der Musikgeschichte
Die Neutöner
des 20. Jahrhunderts
Musik & Gesundheit
Musik als Stress
Musik & Gesundheit
Die Verantwortung
der Gesellschaft
Musik & Gesundheit
Medizinische Wertungen
Natürliches Musikverständnis
Harmonische &
disharmonische Musik
Harmonie
& Disharmonie
Der Mikrokosmos
der Musik
Die Zukunft der Musik
Die Zukunft des Orchesters
Die modernen
Interpreten
Warum Micro Music
Laboratories?
Der revolutionäre
musikalische Weg
Die Frage nach Sinn und Zweck des Lebens
Musikentwicklung
Alte Irrtümer neue Einsichten
Neue Einsichten
alte Irrtümer
Lebendige und Tote Musik
 
Bücher
Forschung
& Entwicklung
Peter Hübner
Peter Hübner
Musik Schöpfungen
Internationale Experten
Internationale Medien
Asiatische Medien
 
Main Links
 
Kontakt
 
Avant Garde Musik
Fortsetzung 18

Der revolutionäre musikalische Weg
von der dissonanten Gesellschaftskritik
zur musikalischen Harmonie mit den
Gesetzen der Natur






Peter HÜBNER
Fluch oder Segen:
doch



Partiturseite der Oper






JOUR­NA­LIST: Herr Hübner, könn­te man sa­gen, daß Ihr mu­si­ka­li­sches En­ga­ge­ment für die Na­tur ver­schie­de­ne Pha­sen durch­lau­fen hat?

PETER HÜBNER: Ja, das könn­te man so nen­nen. Am An­fang stan­den har­mo­ni­ka­le Kom­po­si­tio­nen, die in ih­rer Struk­tur den­je­ni­gen Har­mo­nie­ge­set­zen folg­ten, die auch in den Wer­ken der Klas­si­ker zum Aus­druck ge­lan­gen.

Dann, zur Zeit mei­ner Im­ma­tri­ku­la­tion an der Mu­sik­hoch­schu­le Köln und von dort deut­lich be­ein­flußt durch die all­be­herr­schen­de Lehr­mei­nung, die klas­si­sche Mu­sik der gro­ßen Ton­schöp­fer fän­de ih­re lo­gi­sche Wei­ter­ent­wick­lung in der ato­na­len Mu­sik der „In­ter­na­tio­na­len Avant­gar­de“, hat­te sie die Ge­stalt ei­ner schar­fen und dis­so­nan­ten mu­si­ka­li­schen Ge­sell­schafts­kri­tik.
In ei­nem mei­ner ers­ten mu­si­ka­li­schen Büh­nen­wer­ke, in „Fluch oder Se­gen: doch“, set­ze ich mich äu­ßerst kri­tisch mit den na­tür­li­chen in­di­vi­du­el­len, so­zi­a­len und öko­lo­gi­schen Ent­wick­lungs­mög­lich­keiten aus­ein­an­der und ganz be­son­ders auch mit den Hin­der­nis­sen, die ei­ner frei­en und na­tür­li­chen Ent­fal­tung ent­ge­gen­ste­hen. Und da paßt dann auch ei­ne dis­so­nan­te Form der mu­si­ka­li­schen Be­schrei­bung zu sol­cher dis­har­mo­ni­schen Welt­sicht.

JOUR­NA­LIST: Ih­ren re­vo­lu­tio­nä­ren mu­si­ka­li­schen Weg von der dis­so­nan­ten Ge­sell­schafts­kri­tik zur mu­si­ka­li­schen Har­mo­nie mit den Ge­set­zen der Na­tur er­schlie­ßen wir viel­leicht am si­chers­ten aus die­sem Ih­rem ers­ten gro­ßen Büh­nen­werk „Fluch oder Se­gen: doch“, wo Sie sich in­halt­lich mit „Gott und der Welt“ aus­ein­an­der­set­zen.

PETER HÜBNER: Ja, Kchatom, die Haupt­per­son der „Oper“, be­trach­tet das vie­le Un­glück, das er über­all in der Welt sieht, als ein Werk des Teu­fels.
Und er geht da­bei so­weit, daß er den Teu­fel so­gar als den Schöp­fer der Welt sieht, wel­che nach des­sen Re­geln so viel Leid ent­fal­tet. Sein Freund Herax – der Held der Mas­se – warnt ihn vor solch ei­ner ra­di­ka­len Welt­sicht und wird da­bei selbst von den Na­tur­ge­wal­ten er­schla­gen.
Vor dem geis­ti­gen Au­ge Kchatoms schafft der Teu­fel die Welt und gibt ihr sei­ne Ge­set­ze.
So­dann lehrt er al­le die­je­ni­gen, wel­che in der Ge­sell­schaft nach hö­he­ren Po­si­tio­nen stre­ben, sei­ne Ge­set­ze in der Welt zu ach­ten und be­son­ders in der Er­zie­hung kon­se­quent an­zu­wen­den.

JOUR­NA­LIST: In dem groß­an­ge­leg­ten pan­to­mi­mi­schen Bal­lett un­ter­su­chen Sie die grund­le­gen­den Me­cha­nis­men ei­ner sol­chen „teuf­li­schen“ Er­zie­hung, in wel­cher das In­di­vi­du­um in die Ver­mas­sung und den Kon­sum – in die ver­steck­te Skla­ve­rei – hin­ein­ge­zwängt wird und zei­gen auch schon, wie man üb­li­cher­wei­se mit Au­ßen­sei­tern ver­fährt: mit sol­chen, die sich ei­nem sol­chen Er­zie­hungs­me­cha­nis­mus wi­der­set­zen.

PETER HÜBNER: Ent­spre­chend die­sen mo­der­nen Er­zie­hungs­idea­len der in­di­vi­du­el­len Un­ter­drü­ckung zei­gen sich dann auch im wei­te­ren Ver­lauf der Hand­lung vor dem geis­ti­gen Au­ge Kchatoms die Ent­wick­lun­gen der gro­ßen geist­li­chen Strö­mun­gen der Mensch­heit: der Re­li­gi­o­nen.
Zu al­len Zei­ten schon wur­den die Neue­rer aus­ge­sto­ßen, um­ge­bracht oder für ver­rückt er­klärt – bis auf den heu­ti­gen Tag.



>>
<<



©  A A R   E D I T I O N   I N T E R N A T I O N A L   2001