AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 8
 
Musikalische Verwandtschaftsverhältnisse


 
 
Die Welt der mu­si­ka­li­schen Ord­nun­gen be­in­hal­tet in den Ord­nun­gen ih­rer To­na­li­tä­ten eben­so kla­re Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis­se zwi­schen den Tö­nen, wie wir sie in den so­zi­a­len Struk­tu­ren von uns Men­schen ken­nen.

 
Synthese von Motiv- und Sequenztechnik
 
In der Me­lo­die be­schreibt die Mo­tiv­tech­nik das Zu­sam­men­le­ben des ein­zel­nen mit sich selbst, und die Se­quenz­tech­nik be­schreibt das Zu­sam­men­le­ben des ein­zel­nen mit an­de­ren Mit­glie­dern der Ge­sell­schaft.

 
 
Aus der Syn­the­se von Mo­tiv- und Se­quenz­tech­nik er­gibt sich dann in der Hö­he voll­kom­me­nen Kom­po­nie­rens ei­ne In­te­gra­tion von in­di­vi­du­el­lem und so­zi­a­lem Le­ben, so daß in die­ser voll­kom­me­nen mu­si­ka­li­schen Dar­stel­lung vom In­di­vi­du­um aus nicht nur sein in­di­vi­du­el­les, son­dern gleich­zei­tig auch das so­zi­a­le Le­ben voll aus­ge­schöpft wer­den.

 
 
Die Se­quen­zen be­stim­men die klei­nen bis gro­ßen, die fa­mi­li­ä­ren bis völ­ki­schen und die noch grö­ße­ren so­zi­a­len Ord­nun­gen der Mo­ti­ve; sie ge­ben den in­di­vi­du­el­len Mo­ti­ven die Fül­le aus der Welt der Un­be­grenzt­heit – aus der Un­end­lich­keit der Har­mo­nie; denn die Se­quen­zen sind der viel­fäl­ti­ge Aus­druck der Har­mo­nie, des ei­nen gro­ßen Va­ters al­ler Mo­tiv­kin­der, wel­cher in den Se­quenz­wel­ten in viel­fäl­ti­ger müt­ter­li­cher Ge­stalt er­scheint – als die gro­ße, lie­be­vol­le Füh­re­rin der Mo­ti­ve auf dem gro­ßen We­ge ih­rer in­di­vi­du­el­len Ent­fal­tung.

 
Die musikalischen Ordnungen der Macht
 
Hier ver­deut­licht die Kom­po­si­tion in der Viel­falt ih­rer Ord­nun­gen doch nur die in­ne­re All­macht der ei­nen gro­ßen Har­mo­nie, wel­che al­len Se­quen­zen, al­len Me­lo­dien, al­len Mo­ti­ven und al­len Tö­nen, aber auch al­len Ton­räu­men zu­grun­de­liegt und wel­che für das gan­ze mu­si­ka­li­sche Ge­sche­hen nichts an­de­res ist als das viel­fäl­ti­ge Spiel in sich selbst und mit sich selbst – für den auf­merk­sa­men Hö­rer die Mu­sik selbst.

 
Die musikalische Allmacht der Harmonie