AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 9
 
Der musikalische Weg
zur Selbsterkenntnis


 
 
Die Be­herr­schung der kom­po­si­to­ri­schen Ele­men­te Mo­tiv, Me­lo­die, Se­quenz und Har­mo­nie – und dar­auf auf­bau­end die in­te­grier­te in­stru­men­tel­le Be­herr­schung des Ober­wel­len­spek­trums ei­nes Tons – ent­spricht in der Ma­the­ma­tik der spie­le­ri­schen Be­herr­schung der ir­ra­tio­na­len Zah­len; denn bei ei­ner le­ben­dig ge­stal­te­ten Mu­sik be­we­gen sich al­le kom­po­si­to­ri­schen Ge­stal­tungs­kom­po­nen­ten im Ver­hält­nis ir­ra­tio­na­ler Zah­len.

 
Das innere, synthetisierende Musikverständnis
 
Nichts ist hier fi­xiert, und doch ahnt man ein ord­nen­des Wis­sen – ohne es an ei­nem be­stimm­ten Punk­te grei­fen zu kön­nen.

 
 
Man kann ver­su­chen, ei­ne sol­che le­ben­di­ge mu­si­ka­li­sche Ord­nung ana­ly­tisch zu er­grün­den, aber man wird sie von au­ßen al­lein nicht er­fas­sen; denn ge­mäß ei­nem ein­ge­bau­ten le­bens­na­hen Bil­dungs­me­cha­nis­mus sol­cher Ton­dich­tung er­setzt der Hö­rer ir­gend­wann das äu­ße­re be­schränk­te ana­ly­ti­sche Er­fas­sen durch sein in­ne­res um­fas­sen­des syn­the­ti­sie­ren­des Ver­ste­hen und ge­langt in die Tie­fe sei­ner ei­ge­nen Per­sön­lich­keit, zum in­ne­ren Er­ken­nen – er ge­langt zur Selbst­er­kennt­nis.

 
Der klassische Weg von der Musikanalyse zur Musiksynthese
 
Hier, bei sich selbst an­ge­langt, ist klin­gen­de Mu­sik ihm das äu­ße­re Mit­tel, in der Tie­fe sei­ner in­ne­ren Stil­le des Selbst­be­wußt­seins die ei­ge­ne Glücks­emp­fin­dung viel­fäl­tig schöp­fe­risch an­zu­re­gen.

 
Der Bil­dungs­me­cha­nis­mus der klas­si­schen Tondichtung
 
Da­mit hat die Ton­kunst ei­ne zen­tra­le Auf­ga­be er­füllt: sie hat den Mu­sik­lieb­ha­ber zur sys­te­ma­ti­schen Selbst­er­kennt­nis in­spi­riert und hat die mit der Selbst­er­kennt­nis ver­bun­de­ne be­glü­cken­de Er­fah­rungs­welt vor­weg­ge­nom­men.

 
Der wahre Sinn urklassischer Musik
 
In der Ver­herr­li­chung der un­end­lich viel­fäl­ti­gen Selbst­er­kennt­nis liegt der wah­re Sinn ur­klas­si­scher Mu­sik.