AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 11
 
Polyphonie


 
 
Im Sys­tem der Po­ly­pho­nie da­ge­gen stellt die Ho­mo­pho­nie nur ei­nen ein­zi­gen von un­end­lich vie­len Fäl­len dar.

 
Fixierte Zeit, konstanter Zeitfluß
 
Sie be­trifft den ganz un­wirk­li­chen und so­mit un­mu­si­ka­li­schen Fall, daß die Zeit fi­xiert – der Zeit­fluß kon­stant ist.

 
 
So ver­kör­pert die Ho­mo­pho­nie je­de Art von Schwe­re, ganz im Ge­gen­satz zur Po­ly­pho­nie.

 
 
Po­ly­pho­nie da­ge­gen er­füllt al­le Be­din­gun­gen zur Frei­heit der mu­si­ka­li­schen Ge­stal­tung. Sie ist das Wir­kungs­feld, in wel­chem sich die Mo­ti­ve un­ter der müt­ter­li­chen Lei­tung der Se­quenz­tech­nik zur un­end­li­chen Viel­falt hin ent­wi­ckeln und sich in al­len Ton­räu­men aus­brei­ten kön­nen, um so die Welt der Mu­sik zu ge­stal­ten und zu be­le­ben – wie die Kin­der das Haus ei­ner Fa­mi­lie mit Le­ben fül­le.

 
Das freie Feld der musikalischen Gestaltung
 
In der Po­ly­pho­nie fin­det der Mu­si­ker ei­ne viel­fäl­ti­ge Welt geis­tig-see­li­scher Frei­heit – der­je­ni­gen Frei­heit, wie sie die in­ne­re Welt des Men­schen in frei­em Spiel ge­stal­tet und wel­che des­halb die Welt des Schö­nen aus­macht –, die Welt der gro­ßen Ord­nun­gen.

 
Polyphonie – Spiel der Freiheit
 
Po­ly­pho­nie ist die ur­al­te le­ben­di­ge, un­sterb­li­che Form der Mu­sik, die wirk­lich­keits­ge­treue Form der Mu­sik un­se­rer Zu­kunft.
Sie be­deu­tet Frei­heit für die Le­bens­we­ge der Mo­ti­ve, für die Ent­fal­tung der Me­lo­dien und für die Füh­rer­schaft der Se­quen­zen.

 
Die wirklichkeitsgetreue Form der Musik unserer Zukunft
 
Die gro­ßen klas­si­schen mu­si­ka­li­schen For­men zeich­nen sich da­durch aus, daß sie mit gro­ßem Elan aus der Ho­mo­pho­nie her­aus den po­ly­pho­nen For­men zu­stre­ben und so den Men­schen zu grö­ße­rer in­di­vi­du­el­ler und so­zi­a­ler Ent­fal­tungs­frei­heit in­spi­rie­ren.

 
Der erkenntnisreiche Weg von der Homophonie zur Polyphonie
 
„Derjenige ist nicht frei
zur bürgerlichen Freiheit,
dem noch so vieles zur
menschlichen fehlt.“

Friedrich Schiller


 
 
Die kon­ven­tio­nel­le Auf­füh­rungs­pra­xis, die das Ne­ben­ein­an­der­her­spie­len un­ter dem Takt­stock des Di­ri­gen­ten zur Per­fek­tion ge­trie­ben hat, ist in­ner­mensch­lich und aus­bil­dungs­mä­ßig auf die freie Welt der Po­ly­pho­nie und da­mit auf wirk­li­che Mu­sik nur äu­ßerst be­grenzt vor­be­rei­tet.

 
Der Taktstock des Gladiators am Dirigentenpult in der konventionellen Aufführungspraxis
 
Und hier stel­len sich da­her für ei­ne po­ly­pho­ne Auf­füh­rung auch erst ein­mal völ­lig neue Auf­ga­ben an die Mu­sik­aus­bil­dung.

 
 
Wirk­li­che Mu­sik­pra­xis fin­det ih­re Er­fül­lung in ei­nem har­mo­ni­schen, sich ge­gen­sei­tig ver­herr­li­chen­den Mit­ein­an­der­spie­len von ech­ten Mu­si­kern, ohne den zur Mo­no­to­nie zwin­gen­den Gla­di­a­tor des Di­ri­gen­ten­pults.

 
Neue Aufgaben der Musikausbildung durch die Polyphonie