AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 12
 
Die dreifache vollkommene Gestalt
der Harmonie


 
 
Das mu­si­ka­li­sche Mo­tiv sym­bo­li­siert ein In­di­vi­du­um und ver­kör­pert da­bei auch ei­ne ganz be­stimm­te her­vor­ra­gen­de Qua­li­tät.

 
Der Symbolwert des musikalischen Motivs
 
Wenn das Mo­tiv sich hin zur Me­lo­die ent­fal­tet, dann ent­fal­tet sich die­se ei­ne be­son­de­re, her­vor­ge­ho­be­ne Cha­rak­ter­ei­gen­schaft zur Viel­falt vie­ler Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten – erst ver­wand­ter, dann we­ni­ger ver­wand­ter und schließ­lich so­gar ent­ge­gen­ge­setz­ter Ei­gen­schaf­ten.

 
 
Die­se in­di­vi­du­el­le Ent­fal­tung von Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten, die von ih­rer Na­tur her die räum­li­che Di­men­si­on der Mu­sik fül­len, ge­schieht in der Zeit, und die­se zeit­li­che Aus­deh­nung nen­nen wir „den Le­bens­weg des ein­zel­nen“ – und er wird mu­si­ka­lisch in der Ent­wick­lung der Me­lo­die dar­ge­stellt.

 
Der individuelle Lebensweg in der musikalischen Form
 
Wie vom Po­ten­ti­al der Sip­pe ge­lei­tet und in die Ge­set­ze der Sip­pe ein­ge­schlos­sen, so ent­fal­tet sich un­ter der Schirm­herr­schaft der Se­quenz als der Sip­pen­äl­tes­ten das Mo­tiv zur Me­lo­die.

 
Die inneren Regeln der Motiventfaltung
 
Da­bei stellt die Se­quenz­tech­nik die in­ne­ren Re­geln dar, nach de­nen die Sip­pe lebt.

 
 
Die Sip­pen­kraft, al­so die Se­quenz, wird wie­der­um zu­sam­men­ge­hal­ten von der Har­mo­nie als der um­fas­sen­den Kraft­quel­le des Stam­mes, und die Stam­mes­re­geln, die sich in der Har­mo­nik wi­der­spie­geln, sind der Ur­grund, aus dem auch die Se­quenz­tech­nik ih­re Ge­set­ze ent­lehnt.

 
Die umfassende Kraftquelle der Musik
 
So be­stimmt die Har­mo­nie als die gro­ße See­le der Kom­po­si­tion in der sub­jek­ti­ven Sphä­re der Mu­sik von in­nen her­aus über Har­mo­nik, an­ge­wand­te Har­mo­nik, über Se­quenz, Se­quenz­tech­nik und an­ge­wand­te Se­quenz­tech­nik und wei­ter über Mo­tiv, Mo­tiv­tech­nik und an­ge­wand­te Mo­tiv­tech­nik das ge­sam­te mu­si­ka­li­sche Ge­sche­hen bis in die äu­ße­re Welt des mu­si­ka­li­schen Ton­raums – bis in je­ne ob­jek­ti­ve Sphä­re der Mu­sik.

 
Die große Seele der Komposition
 
Da­bei zeigt sich die Har­mo­nie in ih­rer drei­fa­chen voll­kom­me­nen Ge­stalt: in der al­les ver­bin­den­den Ge­stalt der Har­mo­nie selbst, das be­deu­tet: in der Ge­stalt der in­ne­ren Schön­heit der Mu­sik; so­dann of­fen­bart sie sich über die Har­mo­nik in der Ge­stalt ih­rer in­ne­ren Macht – aus­ge­drückt in der na­tür­li­chen, müt­ter­li­chen Herr­schaft der Se­quenz –, und schließ­lich er­öff­net sie sich über die an­ge­wand­te Har­mo­nik in Ge­stalt der schöp­fe­ri­schen Viel­falt der Mo­ti­ve.