AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 25
 
Das Feld der Musikwissenschaft


 
 
Mu­sik­wis­sen­schaft be­han­delt das ge­ord­ne­te sys­te­ma­ti­sche Wis­sen über Mu­sik.

 
Grenzen der konventionellen Musikwissenschaft
 
Daß der Be­griff „Mu­sik­wis­sen­schaft“ heu­te so eng ge­faßt wird, ist nur Aus­druck der Tat­sa­che, daß die kom­po­si­to­ri­sche Wirk­lich­keit der Mu­sik durch das In­ter­pre­ten­tum überwu­chert wur­de und daß des­halb die Ur­sprüng­lich­keit der mu­si­ka­li­schen Aus­sa­ge und in ihr das wirk­li­che Wis­sen über Mu­sik die ana­ly­sie­ren­de Fach­welt gar nicht mehr er­reicht.

 
 
Mu­sik­wis­sen­schaft be­trifft den Ur­sprung der Mu­sik, das We­sen der Mu­sik, so­dann die mu­si­ka­li­schen Ord­nun­gen und die in die­sen Ord­nun­gen sich be­we­gen­den Pa­ra­me­ter, au­ßer­dem die mu­si­ka­li­schen Mit­tel so­wie das mu­si­ka­li­sche Ziel und das Ver­fah­ren der künst­le­risch-kul­tu­rel­len Rück­kopp­lung – nicht zu ver­ges­sen: das Le­ben des Künst­lers selbst, sein kre­a­ti­ves Ver­mö­gen, aber auch den all­ge­mei­nen As­pekt der Kre­a­ti­vi­tät.

 
Die ganzheitliche Erkenntnisstruktur des Fachbereichs Musik
 
Dar­über hin­aus be­trifft die Mu­sik­wis­sen­schaft den Pro­zeß der in­ner­mensch­li­chen Evo­lu­ti­on, die Struk­tur und die Funk­tion der in­di­vi­du­el­len Per­sön­lich­keit und ein kla­res Wis­sen über den Ur­sprung des Mu­sik­schaf­fens im Un­ter­schied zum Wis­sen über den Ur­sprung der Mu­sik und wie­der­um im Un­ter­schied zur äu­ße­ren pe­ri­phe­ren Mu­sik­ge­schich­te.

 
 
Die Mu­sik­wis­sen­schaft be­han­delt aber auch den na­tür­li­chen Auf­trag des Ton­künst­lers, das Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein des Mu­si­kers und dann schließ­lich auch den gan­zen Be­reich der ver­ant­wor­tungs­vol­len Mu­sik­aus­bil­dung und Mu­sik­er­zie­hung.

 
 
„Ich glau­be zu­nächst, daß die­se uni­ver­sa­le, schwin­gen­de Kraft die mensch­li­che See­le mit der all­mäch­ti­gen Zen­tral­kraft ver­bin­det, aus der das Le­bens­prin­zip stammt, dem wir al­le un­ser Da­sein ver­dan­ken. Die­se Kraft stellt für uns das Bin­de­glied zur höchs­ten Macht des Welt­alls dar, von dem wir al­le ein Teil sind. Wä­re es nicht so, könn­ten wir uns nicht in Ver­bin­dung da­mit ver­set­zen. Wer dies zu tun ver­mag, wird in­spi­riert.“

Richard Wagner