AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 32
 
Der wahre Wissenschaftsbereich
der Musik


 
 
Da die ei­gent­li­che Mu­sik als sol­che – al­so der rei­ne Mu­sik­an­teil im Klang­er­eig­nis – von in­nen her nie über den Geist hin­aus­dringt und ge­nau be­trach­tet den Geist auch nie er­reicht, da der Geist nur die äu­ßers­te Gren­ze der Mu­sik dar­stellt, kann man sa­gen, daß rei­ne Mu­sik ih­rem wirk­li­chen We­sen nach nicht ein­mal geis­tes­wis­sen­schaft­li­cher Art ist, son­dern in den Be­reich der Ich­wis­sen­schaft, der Wis­sen­schaft vom mensch­li­chen Le­bens­kern, ge­hört – al­len­falls noch in den Be­reich der In­tel­lekt­wis­sen­schaft.

 
Mu­sik jen­seits der geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen und der na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Ein­sicht
 
Im­mer­hin je­doch stellt der Geist in Form des mu­si­ka­li­schen Ton­raums die äu­ßers­te Gren­ze von Mu­sik dar – so wie der Rauch die äu­ßers­te Gren­ze des Feu­ers dar­stellt, und in­so­fern ge­hört zu­min­dest die Wir­kung der Mu­sik in den Be­reich der geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen Be­trach­tung.

 
Die Wir­kung der Mu­sik im Be­reich der geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen Be­trach­tung
 
Die Phi­lo­so­phie der Mu­sik liegt im Mu­sik­lieb­ha­ber be­grün­det – in sei­ner per­sön­li­chen Lie­be zur Mu­sik.
Da Mu­sik die sub­jek­ti­ve und ob­jek­ti­ve Wirk­lich­keit be­schrei­ben kann, ver­mag sie die Wahr­heit aus­zu­drü­cken.

 
Die Philosophie der Musik
 
Des­halb ist es ei­gent­lich die Lie­be des Men­schen zur Wahr­heit, die ihm die Mu­sik so at­trak­tiv macht, denn die Spra­che der Mu­sik und die mit ihr ver­bun­de­ne mu­si­ka­li­sche Wahr­heits­be­schrei­bung durch den Ton­künst­ler – aber auch die mu­si­ka­li­sche Er­kennt­nis­ge­win­nung durch den Mu­sik­hö­rer – voll­zieht sich sehr viel voll­kom­me­ner als je­de Art Er­ör­te­rung der Wirk­lich­keit in der üb­li­chen mensch­li­chen Spra­che – gar nicht erst zu spre­chen von ei­ner wirk­li­chen Er­kennt­nis­ge­win­nung mit­tels un­se­rer Um­gangs­spra­che.

 
Die ganzheitliche musikalische Erkenntnisgewinnung
 
Durch die Kraft ih­res Aus­drucks spricht die mu­si­ka­li­sche Be­schrei­bung un­se­rer Le­bens­wirk­lich­keit nicht nur sehr viel stär­ker un­ser Ge­fühl an als die üb­li­che Spra­che, son­dern dar­über hin­aus ver­mag die Spra­che der Mu­sik auf­grund ih­rer Kom­ple­xi­tät der In­for­ma­ti­ons­ge­bung den Ver­stand sehr viel tie­fer­grei­fend in sei­ner Wahr­heits­er­mitt­lung zu be­frie­di­gen, als wir das vom ge­spro­che­nen Wort her ken­nen.

 
Die Kraft des musikalischen Ausdrucks
 
„Musik ist höhere Offenbarung
als alle Weisheit und Philosophie.“

Ludwig van Beethoven


 
 
Dar­über hin­aus läßt sich über das Mit­tel der Mu­sik das Ver­fah­ren des Ab­stra­hie­rens, aber auch des Kon­kre­ti­sie­rens jeg­li­cher geis­tig-see­li­scher Ein­drü­cke sys­te­ma­tisch und voll­stän­dig be­herr­schen.

 
Erkenntnisschichten der Musik
 
Des­halb liegt in der Mu­sik ei­ne ho­he Kunst der in­ne­ren und äu­ße­ren Er­kennt­nis­ge­win­nung ver­bor­gen.