AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 33
 
Die Soziologie der Musik


 
 
Die So­zi­o­lo­gie der Mu­sik be­trifft die ver­wandt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen der Ober­wel­len ei­nes To­nes ge­nau­so­gut wie die der Mo­ti­ve un­ter­ein­an­der, der Me­lo­dien un­ter­ein­an­der und Se­quen­zen un­ter­ein­an­der.

 
Das wirk­lich­keits­ge­treue, so­zi­o­lo­gi­sche Be­schrei­bungs­feld
 
Sie be­trifft aber auch die ver­wandt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen zwi­schen Ober­wel­len, Mo­ti­ven und Se­quen­zen.

 
 
Da­bei ent­spricht die So­zi­o­lo­gie der Mu­sik der Ord­nung in­ner­mensch­li­cher, aber auch äu­ßer­lich mensch­li­cher so­zi­a­ler Ver­hält­nis­se, die sie mit den ge­nann­ten Pa­ra­me­tern wirk­lich­keits­ge­treu be­schreibt.

 
 
Wie weit ei­ne sol­che Be­schrei­bung der So­zi­o­lo­gie auf der Ober­flä­che ge­hen kann, zeigt die hie­rar­chi­sche Struk­tu­rie­rung der klas­si­schen Mu­sik bis hin zur Dik­ta­tur der Mas­se in der Zwölf­ton­mu­sik, in der al­le Tö­ne der Ton­lei­ter und de­ren Pa­ra­me­ter (Ton­hö­he, Ton­dau­er, Laut­stär­ke usw.) den glei­chen Wert ha­ben und so in der se­riel­len Kom­po­si­ti­ons­tech­nik – der per­fek­tio­nier­ten Zwölf­ton­mu­sik – mit Hil­fe von Re­chen­ope­ra­tio­nen wie Schab­lo­nen ein­ge­setzt wer­den.

 
Die Dimension der soziologischen Musikwelt
 
Im Be­reich des in­ne­ren Hö­rens, aber auch in der Phy­si­o­lo­gie der äu­ße­ren Mu­sik­in­stru­men­te be­grün­det, gibt es fes­te na­tur­ge­ge­be­ne Ton­raum­ord­nun­gen, die bei sys­te­ma­ti­scher Er­for­schung auf ei­ne na­tur­ge­ge­be­ne So­zi­o­lo­gie der Mu­sik schlie­ßen las­sen, weil sie sich in fes­ten ver­wandt­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen der Tö­ne un­ter­ein­an­der, aber auch der Ton­räu­me un­ter­ein­an­der aus­drü­cken.

 
Die ursprüngliche Soziologie der Musik
 
Die­se na­tür­li­chen so­zi­o­lo­gi­schen Ord­nun­gen des Ober­wel­len­spek­trums fin­den bei den gro­ßen Ton­künst­lern An­wen­dung im Mak­ro­kos­mos ih­rer Mu­sik – in der äu­ße­ren Struk­tur ih­rer Kom­po­si­tio­nen – und las­sen sich dort leicht ana­ly­tisch er­ken­nen und nach­wei­sen.

 
So­zi­o­lo­gi­sche Ord­nun­gen des mu­si­ka­li­schen Mi­kro­kos­mos in der Anwendung
 
Da­bei ist zu be­mer­ken, daß ei­ne äu­ße­re Ab­wei­chung von der na­tur­ge­ge­be­nen in­ne­ren Ord­nung der Mu­sik beim Hö­rer den Ein­druck ei­ner Dis­so­nanz her­vor­ruft – ei­nes Phä­no­mens, wel­ches ein Aus­ein­an­der­klaf­fen von Mak­ro­kos­mos und Mi­kro­kos­mos der Mu­sik an­zeigt und je­weils dann auf­tritt, wenn die Lo­gik des Mak­ro­kos­mos sich von der Lo­gik des Mi­kro­kos­mos ent­fernt hat.

 
Das Phänomen der Dissonanz
 
Die Tat­sa­che, daß wir ei­ne Dis­so­nanz so un­mit­tel­bar er­ken­nen, be­stä­tigt, daß in­ner­halb un­se­res ei­ge­nen geis­ti­gen Er­ken­nungs­ver­mö­gens schon ein Be­wußt­sein für die Har­mo­nie als Ord­nungs­prin­zip von Mu­sik vor­han­den ist und daß wir so­mit über ein fest ein­ge­bau­tes mu­si­ka­li­sches geis­tig-see­li­sches Er­ken­nungs­ver­mö­gen für so­zi­o­lo­gi­sche Ord­nung ver­fü­gen.

 
Das na­tür­li­che Er­kennt­nis­ver­mö­gen für mu­sik­so­zi­o­lo­gi­sche Ord­nung