AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 39
 
Tanz in der Musik


 
 
Mu­sik er­scheint in der Form des Tan­zes der Tö­ne, Mo­ti­ve und Se­quen­zen.
In­ner­halb des Vor­stel­lungs­ver­mö­gens ei­nes Kom­po­nis­ten tan­zen die­se mu­si­ka­li­schen Ele­men­te in des­sen Geist in der glei­chen un­schul­di­gen und nicht zweck­ge­bun­de­nen Wei­se, wie die Schmet­ter­lin­ge über ei­ner Wie­se oder wie die Wel­len über das Meer oder wie die Blät­ter der Bäu­me im Herbst­wind tan­zen.

 
Tanz der Töne, Motive und Sequenzen
 
Die­ser Tanz der mu­si­ka­li­schen Ele­men­te spielt sich in ei­ner Viel­zahl von Räu­men ab: im mu­si­ka­li­schen Ton­raum, in den tie­fe­ren und grö­ße­ren Mo­tiv­räu­men, in den noch tie­fe­ren und noch um­fas­sen­de­ren Se­quenz­räu­men und in der Un­end­lich­keit des Rau­mes der Har­mo­nie.

 
Tanz in den Räumen der musikalischen Kräftefelder
 
Die tan­zen­den Be­we­gun­gen der mu­si­ka­li­schen Ele­men­te flie­ßen in der Un­end­lich­keit der Zeit.

 
Tanz in der Unendlichkeit der Zeit
 
Die Ord­nung, in der die tan­zen­den mu­si­ka­li­schen Pa­ra­me­ter sich be­we­gen, ist voll­stän­dig von den Ge­set­zen der Har­mo­nie be­stimmt.
Da­bei ist die Har­mo­nik die Ba­sis für die Ord­nun­gen der Se­quenz­tech­nik, und die­se wie­der­um sind Grund­la­ge für die viel­fäl­ti­gen Ord­nun­gen der Mo­tiv­tech­nik.

 
Hierarchie der Ordnungen im Tanz der musikalischen Kräfte
 
Die To­na­li­tät be­zeich­net die mu­si­ka­lisch-kul­tu­rel­len Gren­zen des Tan­zes: den Tanz­bo­den; die Tö­ne be­zeich­nen die Tanz­be­we­gun­gen der Mo­ti­ve – der Tän­zer –, und die Me­lo­dien be­schrei­ben die Le­bens­ge­schich­te der Tan­zen­den.

 
Der Tanzboden der musikalischen Gestaltungskräfte
 
Be­we­gen sich die Mo­ti­ve – von der Se­quenz ge­lei­tet – auf­ein­an­der zu oder aus ei­ge­nem Über­mut von­ein­an­der weg, so tan­zen gleich­sam die durch die Mo­ti­ve be­zeich­ne­ten Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten auf­ein­an­der zu oder von­ein­an­der weg, und ih­re Tanz­schu­he er­schei­nen am Mu­sik­him­mel als Tö­ne, als die Stern­schnup­pen, die auf dem Tanz­bo­den der To­na­li­tät viel­fäl­tig auf­leuch­ten.

 
Die tönenden Tanzschuhe am Musikhimmel
 
Die Mo­ti­ve und die Se­quen­zen sind ab­strakt – nicht kon­kret.
So­mit sind die in den Tanz­schu­hen ste­cken­den Per­so­nen für den ober­fläch­lich hin­hö­ren­den mu­si­ka­li­schen Zu­schau­er un­sicht­bar, und nur der wirk­li­che Mu­sik­lieb­ha­ber er­kennt im­mer kla­rer ih­re viel­fäl­ti­gen Ge­stal­ten und For­men am Mu­sik­him­mel.

 
Aufspüren der vielfältigen Gestalten am Musikhimmel
 
Der Durch­schnittsmu­sik­kon­su­ment er­kennt auf der Ebe­ne sei­ner Mu­sik­be­rie­se­lung gleich­sam nur von un­ten die tan­zen­den Schu­he.
Die han­deln­den Per­so­nen des Mu­sik­dra­mas sind für ihn erst ein­mal un­sicht­bar.

 
Musikberieselung für den Musikkonsumenten
 
Im­mer, wenn es der klas­si­schen Mu­sik ge­lingt, die Zu­nei­gung und Auf­merk­sam­keit des Hö­rers zu stei­gern, dann of­fen­bart sie sich ihm schritt­wei­se als des­sen ei­ge­nes in­ne­res „Tanz­ver­gnü­gen“ – und er er­kennt hin­ter den tan­zen­den Schuh­soh­len, hin­ter den Tö­nen, die han­deln­den Dar­stel­ler: sei­ne ei­ge­nen viel­fäl­ti­gen Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten, und er sieht sich selbst als den Cho­reo­gra­phen und als die Tän­zer und als den Vor­gang des Tan­zens und als die Freu­de beim Tan­zen.

 
Der Alleinunterhalter im Ballett der Musik
 
Dann ver­gnügt er sich selbst im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes als der Al­lein­un­ter­hal­ter im Bal­let der Mu­sik.