AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 47
 
Die Dimension
der schöpferischen Entfaltung


 
 
So hat der schöp­fe­risch Ent­fal­te­te Macht über das zu Hö­ren­de, dann über das Ge­hör­te, und er hat Macht über das Un­ge­se­he­ne, weil er es sicht­bar macht, und er hat Macht über al­les, was man an­fas­sen könn­te und was man er­füh­len könn­te, und die Welt der Koch­küns­te steht ihm ge­nau­so of­fen wie die Er­fül­lung des Fein­schme­ckers, und er kann sich aus­su­chen, ob er am Tank­wa­gen riecht oder den Duft der Ro­sen ein­at­met.
Nicht so der Träu­mer, des­sen Ich von den Er­eig­nis­sen sei­ner Ge­dan­ken­welt überrrollt wird.

 
Macht über das Ungehörte und Gehörte
 
Hier schei­den sich die Geis­ter der wirk­lich Schaf­fen­den und der schlaf­wan­deln­den Träu­mer in der Kunst.

 
Die Geister scheiden sich
 
dem Ter­pen­tin­ge­ruch vor­zieht, so be­vor­zugt der ent­wi­ckel­te schöp­fe­ri­sche Mensch das Schö­ne ge­gen­über dem Häß­li­chen. Und hier­aus kann man fol­gern:

 
Grundhaltung des kreativ Entfalteten
 
Wann im­mer ein Mensch et­was wirk­lich Schö­nes her­vor­bringt, so liegt es na­he, daß er im Wach­be­wußt­sein sei­ne in­ne­re Di­men­si­on der Kre­a­ti­vi­tät er­le­bend be­herrscht und daß er des­halb auch ein mäch­ti­ger Ge­stal­ter sei­nes ei­ge­nen gro­ßen Le­bens ist – zum Vor­bild an­de­rer. Wann im­mer ein Mensch et­was Häß­li­ches her­vor­bringt, un­ter wel­chem Ar­gu­ment auch im­mer, so pro­du­ziert er aus der Herr­schafts­lo­sig­keit ei­nes Träu­mers.

 
Schönheit als Maßstab der schöpferischen Entfaltung
 
Denn wie beim Träu­mer kann sein in der Kre­a­ti­vi­tät un­ge­schul­tes Ich nicht be­stim­men, was es träu­me­risch er­fährt, und es muß des­halb oft ge­nug mit dem Häß­li­chen vor­lieb neh­men, wenn es sich ge­ra­de in sei­nem in­ne­ren Geis­te breit­macht.

 
 
Die in­ne­re Welt des Träu­mers ist nicht von sei­nem Ich frei ge­stal­tet – wo­durch sich auch das Durch­ein­an­der des Traum­be­wußt­seins er­klärt.

 
Der reaktionäre „Macher“ in der Tonkunst
 
Wenn der Mensch sei­ne tag­träu­me­ri­sche Wirr­nis dann auch noch sei­ner Um­welt vor­setzt, dann ent­spricht nach ei­ni­ger Zeit ak­ti­ven Ma­chens die äu­ße­re Un­ord­nung sei­ner Um­welt dem in­ne­ren Cha­os sei­ner Träu­me­rei.

 
 
Ei­ne sol­che Wir­kung ist in Wirk­lich­keit re­ak­tio­när – me­cha­nis­tisch, al­lein aus Er­in­ne­run­gen her­vor­ge­kramt –, ohne die mäch­ti­ge schöp­fe­risch-or­ga­ni­sie­ren­de Hand des vom Ich­be­wußt­sein be­feh­lig­ten In­tel­lekts.

 
Die aus Erinnerungen geborene Umweltgestaltung