AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 48
 
Kontrolle über die Welt des Denkens


 
 
Für die gro­ßen Ton­künst­ler al­ler Zei­ten war es völ­lig na­tür­lich, die in­ne­re Welt ih­res Den­kens kon­trol­liert zu be­herr­schen, und die­ser Herr­schaft ging ein in­ten­si­ves Stu­di­um ih­rer in­ne­ren Kräf­te vor­aus.
Es grün­de­te sich auf die Eta­blie­rung ei­nes Sys­tems zu de­ren Be­herr­schung – und wur­de sys­te­ma­tisch wei­ter­ge­führt und ver­fei­nert.

 
Das Vorbild der großen Tonkünstler in der Verfeinerung der Tonkunst
 
Und hier­aus er­gab sich dann ei­ne Ver­fei­ne­rung der Ton­kunst.

 
 
Der ho­he Grad an er­kenn­ba­rer Ord­nung und die Lü­cken­lo­sig­keit die­ser kom­po­si­to­ri­schen Ge­stal­tung las­sen uns heu­te mit Recht auf ein mach­ter­füll­tes Wach­be­wußt­sein der gro­ßen Ton­künst­ler für ih­ren Schaf­fens­pro­zeß schlie­ßen – auf ei­ne Welt der vom Ich be­herrsch­ten le­ben­di­gen Phan­ta­sie.
Des­halb le­ben die gro­ßen Ton­dich­ter so ver­traut im Ge­dächt­nis des Vol­kes.

 
Machterfülltes Wachbewußtsein der großen Tonkünstler
 
Der in­ne­re Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß der Spra­che er­weist sich al­so als der Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß un­se­res Geis­tes, als der Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß un­se­res Den­kens, als der Me­cha­nis­mus zur Er­schaf­fung un­se­rer Ge­dan­ken.

 
Die innere Artikulation der Musik
 
Und die­sen Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß zu be­herr­schen be­deu­tet dann: den­je­ni­gen Vor­gang be­herr­schen, durch wel­chen man ei­nen Ge­dan­ken er­zeugt, er­hält, ver­än­dert und wie­der ver­sin­ken läßt.

 
 
Bei der künst­le­ri­schen Tat des Mu­si­kers ist die­se Be­herr­schung sei­nes in­ne­ren Sprach­or­gans es­sen­tiell not­wen­dig – denn be­herrscht er nicht den Me­cha­nis­mus sei­nes mu­si­ka­li­schen Vor­stel­lungs­ver­mö­gens, wie will er dann die Mu­sik be­herr­schen? Was ge­denkt er sei­nem Nächs­ten mit­zu­tei­len? Und auf wel­cher Grund­la­ge?

 
Die künstlerische Tat des Musikers
 
Be­vor der Mu­si­ker mit Hil­fe sei­nes In­stru­men­tes ei­nen Ton formt, muß er ihn geis­tig ar­ti­ku­lie­ren, be­wußt den­ken, dann be­wußt hö­ren und schließ­lich muß er schon die viel­fäl­ti­ge Wir­kung sei­nes ge­dach­ten Tons auf sich selbst be­wußt emp­fin­den.
Erst dann kann er die Wir­kung die­ses Tons auf sei­nen Nächs­ten ab­schät­zen

 
Grundlage der Tonerzeugung
 
Wenn der Vor­gang des Mu­si­zie­rens nicht in die­ser voll­stän­dig be­wuß­ten Wei­se ab­läuft, dann weiß der Mu­si­ker gar nicht, was er tut.
Und die­se Art Mu­si­ker leh­nen al­le gro­ßen Mu­sik­schaf­fen­den ab.

 
Der vollkommene Vorgang des Musizierens