AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 50
 
Die Beteiligung der Sinne
der Wahrnehmung am
Prozeß der Erkenntnisgewinnung


 
 
Un­se­re fünf Sin­ne der Wahr­neh­mung – Hö­ren, Füh­len, Se­hen, Schme­cken, Rie­chen – sind an der Er­kennt­nis­ge­win­nung nur mit­tel­bar be­tei­ligt; sie ver­mit­teln dem In­tel­lekt, un­se­rem Er­kennt­nis­or­gan, den spie­le­ri­schen Aus­druck des geis­tig Ge­schaf­fe­nen und ver­voll­stän­di­gen so das Selbst­ge­spräch un­se­res Ich­be­wußt­seins zum Kreis­lauf des Ge­dan­kens, der aus dem Ich­be­wußt­sein ge­schaf­fen wird und wie­der in das Ich­be­wußt­sein ein­geht.

 
Die Vollständigkeit des schöpferischen Selbstgesprächs
 
Der Ge­dan­ke wird den er­freu­ten Sin­nen vom Geis­te dar­ge­bo­ten und ist nur das kon­kre­ti­sier­te Ab­bild ei­ner in­ne­ren ab­strak­ten Ge­stalt, ei­ner Idee in der Welt un­se­res Ich­be­wußt­seins.

 
Das konkretisierte Abbild der inneren abstrakten Gestalt
 
Von der Ebe­ne sei­nes Ich­be­wußt­seins her er­faßt auch der Mu­si­ker die Syn­the­se von In­halt und Form und drückt die­se Ein­heit in sei­ner Mu­sik aus – als Ein­heit von dem Mu­sik­schaf­fen­den, der ge­schaf­fe­nen Mu­sik und dem Vor­gang des Mu­sik­schaf­fens.

 
 
Wir ha­ben frü­her an an­de­rer Stel­le er­klärt, daß ge­ra­de der Ton­dich­ter In­halt und Form so ver­dich­tet, daß die­se bei­den Kom­po­nen­ten nicht aus­ein­an­der­fal­len, da­mit die Mu­sik glei­cher­ma­ßen das Ge­fühl und den Ver­stand des Hö­rers in in­te­grier­ter Wei­se er­reicht.

 
Funktion des wahren Tondichters
 
Wir ha­ben gleich­zei­tig er­klärt, daß dem Mu­si­ker mit sei­nem Mu­sik­in­stru­ment al­len­falls ein Or­gan zur äu­ße­ren Dar­stel­lung des not­wen­di­ger­wei­se vor­her in­nen Ge­hör­ten zur Ver­fü­gung steht.

 
 
Und wir ha­ben dar­über hin­aus fest­ge­stellt, daß die Spra­che grund­sätz­lich auch die Di­men­si­on der Mu­sik ist – was be­deu­tet, daß zwi­schen Spra­che und Mu­sik es­sen­tiell kein Un­ter­schied be­steht.