AAR EDITION INTERNATIONAL
 
 
 
 
 
 
 
Ethnische Musik
Fortsetzung 54
 
Das Vermächtnis unserer Ahnen


 
 
Von der in­ne­ren Lo­gik ih­rer Spra­che her – von de­ren Tech­no­lo­gie her – fin­den wir be­stä­tigt, was in die­sem Buch über die Mu­sik und auch über die Spra­che ge­sagt wur­de, und wir be­gin­nen zu be­grei­fen, war­um un­se­re Ah­nen uns mit ih­ren Über­lie­fe­run­gen so ernst ans Herz ge­legt ha­ben, ge­gen­über den äu­ße­ren Wirr­nis­sen der Zei­ten un­se­ren in­ne­ren frei­en Ge­stal­tungs­wil­len nie aus un­se­ren Au­gen zu ver­lie­ren und dem Wert der in­te­grier­ten Per­sön­lich­keit im­mer den höchs­ten Rang zu­zu­spre­chen.

 
Bestätigung neuer Erkenntnisse in der Musik
 
So wähl­ten un­se­re Vor­vä­ter bei der Über­lie­fe­rung ih­res Wis­sens bei­spiels­wei­se auch das Sym­bol der Schmie­de.
Da­bei stand die Schmie­de­kunst als Sym­bol für je­nes in­ne­re sprach­li­che Ge­stal­tungs­ver­mö­gen, für je­nes wah­re Ver­mö­gen des Dich­ters, wel­ches für die Be­herr­schung der in­ne­ren und äu­ße­ren Welt vor­aus­ge­setzt wur­de.

 
Unsere Ahnen als Meister der machtverheißenden Kreativität
 
Je­der Mensch war ver­pflich­tet, die­se in­ne­re Kunst zu be­herr­schen und sich – aus­ge­rüs­tet mit der Schär­fe sei­nes Ver­stan­des – das Schwert sei­nes Han­delns, näm­lich den In­tel­lekt, selbst zu schmie­den: un­ter An­lei­tung des­je­ni­gen Meis­ters, der die ho­he Schmie­de­kunst selbst be­herrsch­te und sie dar­über hin­aus zu leh­ren ver­stand: und der Meis­ter war im Fel­de der macht­ver­hei­ßen­den Kre­a­ti­vi­tät, in der Be­herr­schung der wirk­li­chen Kriegs­kunst auf dem Schlacht­fel­de des Le­bens.

 
Herrscher über die hohe Kriegskunst auf dem Schlachtfelde des Lebens
 
Ei­ne sol­che Per­sön­lich­keit be­schrei­ben un­se­re Vor­vä­ter als mit gol­de­nem Helm, gol­de­ner Brün­ne und gol­de­nem Schwert aus­ge­rüs­tet – wo­bei der Helm die Herr­schaft über den Ver­stand sym­bo­li­siert, die Brün­ne für die Herr­schaft über das Ge­fühl steht und das Schwert die schöp­fe­ri­sche Macht der Selbst­er­kennt­nis be­deu­tet.

 
 
Der gol­de­ne Schild war das Zei­chen der Son­ne, das Sym­bol für das Ich des Han­deln­den, wel­ches sein Licht der rei­nen Er­kennt­nis von der Ebe­ne der Selbst­be­wußt­heit her in das Feld des Geis­tes und dar­über hin­aus in die Welt der Um­ge­bung aus­strahl­te.

 
 
Wir ha­ben hier nur die­ses ei­ne Bei­spiel be­nutzt, um grund­sätz­lich die le­ben­di­ge sym­bol­haf­te, aber durch­aus all­ge­mein ver­ständ­li­che zeit­lo­se Be­schrei­bungs­art un­se­rer Vor­vä­ter vor­zu­stel­len und auf­zu­zei­gen, wie weit­rei­chend in­spi­rie­rend wir ih­re Über­lie­fe­run­gen heu­te aus­schöp­fen kön­nen.

 
Die zeitlose Beschreibungsart unserer Vorväter
 
Wir al­le ge­hen täg­lich mit der Spra­che um; aber wir ge­brau­chen sie nur auf der Ebe­ne simp­ler ka­te­go­ri­scher Be­deu­tung.
Wir wün­schen aber den­noch, un­se­re Spra­che als le­ben­di­gen Aus­druck der wah­ren Dicht­kunst un­se­rer Ah­nen zu er­fas­sen.

 
Der musikalische Wunsch unserer Generation
 
Wenn heu­te je­mand zu ei­nem an­de­ren Men­schen in nor­ma­lem Wach­be­wußt­sein das Wort „Baum“ sagt, so weiß die­ser zwar, wo­von die Re­de ist, aber er hat nicht den le­ben­di­gen Ein­druck, nicht die le­ben­di­ge Vor­stel­lung ei­nes ganz spe­zi­el­len Bau­mes – wie, wenn er die­sen wirk­lich er­leb­te.

 
Mangelnde Sensibilität in der heutigen Sprache
 
Die­se man­geln­de in­ne­re Vor­stel­lungs­kraft im Zu­stand des Wach­be­wußt­seins er­gibt sich aus un­se­rer in­ne­ren Bin­dung an die äu­ße­re Sin­nes­wahr­neh­mung, wel­che bei­spiels­wei­se beim Traum­be­wußt­sein stark re­du­ziert wird und so ih­ren bin­den­den, von der star­ken in­ne­ren Vor­stel­lung nach au­ßen ab­len­ken­den Ein­fluß er­heb­lich ver­rin­gert.

 
Geringe innere Vorstellungskraft des ungeschulten Wachbewußtseins
 
Und so ah­nen wir et­was von dem gro­ßen Ver­lust, den der rou­ti­nier­te, schon in der Schu­le fest ein­ge­häm­mer­te me­cha­nis­ti­sche un­dif­fe­ren­zier­te und das Ge­fühl zur sprach­li­chen Ver­küm­me­rung trei­ben­de Um­gang mit den Ele­men­ten der Spra­che be­wirkt.

 
Der Verlust des vollendeten Sprachgebrauchs
 
Denn das glei­che Wort, das dem Traum­be­wußt­sein ein le­ben­di­ges Er­leb­nis er­mög­licht, er­scheint auf der Ebe­ne des üb­li­chen kon­ven­tio­nel­len Wach­be­wußt­seins nur wie ein Schat­ten­bild und ver­mag die in­ne­re Phan­ta­sie nicht aus­rei­chend zu ak­ti­vie­ren.