PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil I
Teil I
DER PROZESS DES MUSIKSCHAFFENS
    
    
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MUSIK

Musik jenseits
der Kausalgesetze




Impuls der
lebendigen Stille















Musik
auf der Grundlage
innerer Wachheit



Losgelöst von
Raum und Zeit:
das absolute
Jetzt in der Musik





Der erste
musikalische Gedanke

„Die Phantasie
schafft die Wirklichkeit.
Dies ist ein großes kosmisches Gesetz.“
Richard Wagner

 

Die Welt der belebten Stille


Der Ur­sprung der Mu­sik liegt in der be­leb­ten Stil­le.
Mu­sik ist die ganz per­sön­li­che Mit­tei­lung ei­nes Men­schen an sei­nen Mit­men­schen, aus der Stil­le sei­nes Her­zens her­aus und von der Stil­le sei­nes Ver­stan­des her – ganz los­ge­löst von der Welt der Kau­sa­li­tät.

Mu­sik ent­steht aus der in­ne­ren Frei­heit des Men­schen her­aus, aus der tie­fen Stil­le des mensch­li­chen Geis­tes her­aus, vom Ge­fühl zum Ver­stan­de her em­por­stre­bend und die klin­gen­de Form an­neh­mend, ganz ohne äu­ße­re Ur­sa­che – ohne äu­ßer­lich er­kenn­ba­ren Zweck –, nur als na­tür­li­cher Aus­druck der in­ne­ren le­ben­di­gen Stil­le in der Tie­fe des mensch­li­chen Her­zens.

Die Mu­sik ver­brei­tet die­se in­ne­re Stil­le in der be­weg­ten Au­ßen­welt und be­wahrt da­bei ih­ren Aus­druck der na­tur­ge­ge­be­nen mensch­li­chen Frei­heit.

So er­scheint die Mu­sik als Frei­heit im Ge­wan­de der Har­mo­nie und be­zau­bert den Men­schen für die Welt der rei­nen Schön­heit, für sei­ne ei­ge­ne in­ners­te voll­kom­me­ne Welt, für die Wahr­heit.

Ent­ge­gen den ver­brei­te­ten Vor­stel­lun­gen ist da­bei Mu­sik ganz und gar nicht kon­zi­piert, den Men­schen zum Träu­men zu ver­lei­ten, son­dern sie ist ge­schaf­fen, sei­ne in­ne­re Er­kennt­nis zu er­hö­hen – vor­aus­ge­setzt, daß sie selbst auf der Grund­la­ge in­ne­rer Wach­heit ent­stan­den ist.

Der Ur­sprung der Mu­sik liegt dort, wo vom Men­schen das ab­so­lu­te „Jetzt“ er­fah­ren wird, dort, wo für ihn los­ge­löst von Raum und Zeit – und da­mit los­ge­löst von Ver­gan­gen­heit, Ge­gen­wart und Zu­kunft – nur sein ei­ge­nes Ich­be­wußt­sein vor­han­den ist; der Ur­sprung der Mu­sik liegt dort, wo der Mensch er­kennt: „ich bin“, ohne sich über sei­ne Ver­gan­gen­heit und sei­ne Zu­kunft Ge­dan­ken zu ma­chen.

Die­ser ers­te ur­sprüng­li­che Ge­dan­ke „ich bin“, wel­cher ent­steht, wenn der Mensch er­wacht, ist der ers­te geis­ti­ge Im­puls sei­ner in­di­vi­du­el­len Exis­tenz im ab­so­lu­ten Jetzt.

Und auch beim Kom­po­nis­ten ist die­ser Im­puls der Selbst­be­wußt­heit sein ers­ter in­ne­rer mu­si­ka­li­scher Ge­dan­ke.


 

                                                                                

 
 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

 

NATÜRLICHES
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I.
DER PROZESS DES
MUSIKSCHAFFENS
Die Welt
der belebten Stille
Ursprung der Tonkunst
Verantwortungsbewußte Autorenschaft
Die Gestirne der Musik
Das kreative Musikhören
Niederschrift der Partitur
Herkömmliche
Notationspraxis
Irrtum
des Interpretentums
Die Sprache
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