Der Ursprung der Musik liegt dort, wo der Ursprung unseres menschlichen Denkens liegt, wo der Beginn unserer Empfindung liegt und wo der Anfang unseres Begreifens liegt.
Er liegt auch dort, wo der Beginn unseres Hörens liegt; denn das innere Hören beginnt dort, wo die Welt unseres Denkens anfängt.
Somit ist der Ursprung der Musik gar nicht historischer Art, sondern ist immerwährend, immer gegenwärtig.
Er ist das Jetzt schlechthin, Vergangenheit und Zukunft umfassend.
Auf der Ebene des gemeinsamen Ursprungs von Empfinden, Verstehen und Hören entsteht in uns Menschen die Musik.
Der Musikschaffende verfolgt mit seinem Gehörsinn, mit dem inneren Gehör, den aus der Stille seines Herzens aufsteigenden Gedanken, und indem er diesen Gedanken mit Hilfe seines Gehörsinns abtastet, erfaßt er dessen musikalische Struktur.
Während dieses Abtastvorgangs erkennt sein Intellekt auf der Ebene seines inneren Gefühls und auf der Ebene seines Verstandes die Erfahrung des Gehörsinns, wertet sie aus und trifft korrigierende Entscheidungen für den Fortgang des musikalischen Geschehens:
Hier liegt das tatsächliche Feld des praktischen Komponierens.
Es ist nicht so, daß der Komponist zuerst einen Gedanken hört, also einen schon fertig gelieferten Gedanken mit seinem Gehörsinn abtastet.
Schon zu Beginn, am Entstehungsort eines Gedankens, entscheidet er im Innersten, was und wie er denkt.
Demnach ist für den Tonschöpfer der mit seinem Gehörsinn wahrgenommene innere Ton oder Klang schon das Ende seines Komponierens, nicht dessen Anfang.
Das innere Abtasten des geistigen Musikereignisses mit seinem Gehörsinn dient dem Tonschöpfer zur eigenen Überprüfung, aber auch zum eigenen Genuß seines inneren Konzerts.
Beginn
des Fühlens
und Verstehens
Unhistorische Musikgeschichte
Der
aufsteigende
musikalische Gedanke
Integrierte Musikschöpfung
Entstehungsort
des musikalischen
Gedankens
Anfang
und Ende
der Tonkunst
Das innere Konzert