PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil V
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DIE KRÄFTEFELDER DER MUSIK
    
    
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Die beiden
beliebtesten Motivkategorien

 

 

 

 


Die männliche
Motivwelt



Das schaffende
und das
zerstörende Prinzip

Die weibliche
Motivwelt

 



Das erhaltende
Prinzip

 

Vielfalt
der Motivwelten

 

 

 


Die Motive
der Zeiten

Das männliche
und das weibliche Motiv



Die bei­den be­lieb­tes­ten gro­ßen Mo­tiv­ka­te­go­rien un­se­rer be­kann­ten Mu­sik­ge­schich­te sind die des männ­li­chen und des weib­li­chen Mo­tivs.

Sie fin­den ih­re Voll­en­dung im ers­ten Satz der Sin­fo­nie – in der Kunst der So­na­te.

Die­ser Satz der Sin­fo­nie, der im­mer in So­na­ten­form ge­hal­ten ist, re­prä­sen­tiert ge­ra­de­zu die dra­ma­ti­sche und ver­spiel­te Aus­ein­an­der­setz­ung männ­li­cher und weib­li­cher Qua­li­tä­ten – den Weg ge­gen­sei­ti­ger mensch­li­cher Un­ter­stüt­zung auf dem We­ge zum Glück.

Das männ­li­che The­ma – ide­a­ler­wei­se männ­li­che Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten dar­stel­lend – ist meist herb, rhyth­misch mar­kant, ge­stal­te­risch ak­tiv und nach Ver­än­de­rung stre­bend.

So ver­kör­pert das männ­li­che The­ma das schöp­fe­ri­sche auf­bau­en­de, aber auch das auf­lö­sen­de zer­stö­re­ri­sche Prin­zip.

Sein na­tür­li­cher Ge­gen­spie­ler, das weib­li­che The­ma, ist zart, ein­schmei­chelnd und um Er­hal­tung der be­ste­hen­den Ord­nung be­müht.

Es besänftigt das nach Ver­än­de­rung stre­ben­de männ­li­che The­ma und wirkt aus­glei­chend.

Da­her ver­kör­pert das weib­li­che The­ma das er­hal­ten­de Prin­zip – wo­bei es die Wo­gen der ge­le­gent­lich scharf­kan­ti­gen männ­li­chen Ge­stal­tungs­kraft et­was ab­run­det und so den na­tür­li­chen Fluß der Kom­po­si­tion auf­recht­er­hält.

Die Ka­te­go­rien des männ­li­chen und des weib­li­chen Mo­tivs sind je­doch nur ein Aus­schnitt aus der Welt der Mo­ti­ve, und sie stel­len nicht ein­mal die höchs­ten Wert­ka­te­go­rien in der Mo­tiv­welt dar.

So wie es Prin­zi­pien gibt, die dem männ­li­chen und weib­li­chen Ele­ment über­ge­ord­net sind, so gibt es auch Mo­ti­ve, die über dem männ­li­chen und dem weib­li­chen Mo­tiv ste­hen.

Die Kom­po­nis­ten wäh­len zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten – in ganz un­ter­schied­li­chen Kul­tur­epo­chen und auf un­ter­schied­li­chen Kul­tur­stu­fen – die Mo­ti­ve ih­rer Zeit.


 

                                                                                


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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Die Melodie
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der Melodie
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