Herrschaft
des
Tonkünstlers über
Raum und Zeit
Die lichtbringende
Wirkung
des Tonkünstlers
Das musikalische
Handwerk
jenseits der Töne
Grundlagen
der Kunst
der Instrumenten-
beherrschung
Erfolg
oder
Mißerfolg
des Musikers
Musikausübung
auf der Ebene
unsterblicher Freiheit
Lebendige Einheit
von Raum und Zeit
Der unsterblich-
keitsverleihende Nektar der Musik
Die Kunst der Beherrschung des Raumes und die Kunst der gleichzeitigen Beherrschung der Zeit liegt in der tiefen Freundschaft des Tonkünstlers mit Raum und Zeit.
Durch reine Selbstbewußtheit entsteht auf der Ebene unendlich verdichteter, rhythmisch geordneter Vielfalt der musikalische Gedanke, und dessen natürliche Entfaltung bringt die lebensfördernde Wirkung der lebendigen inneren Ordnung des Künstlers selbst ans Licht.
Hat der Musiker Raum und Zeit zu Freunden, so kann er ihre Verbindung in ihrer vollkommenen vereinigten Gestalt vorstellen, in einer Gestalt zweifacher Unendlichkeit.
Diese Art eines gerechten, wirklichkeitsgetreuen Beschreibens der natürlichen, vollkommenen Verbindung seiner beiden großen, mächtigen Freunde Raum und Zeit erfüllt den Musiker selbst mit Liebe und verleiht ihm die innere Kraft, bis in die fernsten Bereiche größter Dunkelheit hinein unermüdlich lichtbringend zu wirken und dabei sein eigenes erkanntes innerstes Wesen das innerste Wesen eines jeden Menschen freudespendend zu besingen.
Auch hier basiert und liegt das wirklich musikalische Handwerk gar nicht im Felde der Musik, sondern im Bereich universaler Menschlichkeit.
Nur die ganz persönliche Freundschaft des Musikers mit den Weltmächten Raum und Zeit ermöglicht seine kreative, lebensspendende Macht in seiner Umgebung.
Alles übrige technische Handwerk, die Spielpraxis des Instrumentalisten, die Methode der rhythmischen Variation und die technische Beherrschung des Oberwellenspektrums basieren einzig auf dieser großen, unvergänglichen Freundschaft mit den Mächten der Unendlichkeit.
Sichert der Musiker sich diese notwendige Freundschaft nicht, so stoßen ihn die beiden Machthaber wie einen Feind in die Welt der Begrenzung, in die Welt der geistig-seelischen Enge, in die Welt der Probleme, und mit sich zieht er uns Hörer.
Derjenige Komponist oder Musiker, der durch spektrale Periodizität Anstrengungen unternimmt, Raum und Zeit gegeneinander auszuspielen und deren natürliche Verbindung zu zerstören, kommt dem Törichten gleich, der diese beiden großen Mächte der Natur bekämpft.
Die natürliche Basis jeder sinnvollen musikalischen Betätigung liegt immer in der inneren Freundschaft des Musikers zu diesen beiden großen, innig verbundenen Mächten Raum und Zeit.
Und der Erfolg des Musikers liegt in seiner wahrhaftigen Darstellung dieser unsterblichen Verbindung.
Gelingt es dem Musiker, die beiden großen Mächte Raum und Zeit zu seinen ganz persönlichen Freunden zu gewinnen indem er selbst auf der Ebene seiner eigenen Persönlichkeit den vollen Wert ihrer Verbindung erkennt , so wird er selbst unsterblich und inspiriert uns Hörer zur Unsterblichkeit.
Dann sind Raum und Zeit seine beiden großen Mäzene bei der Verherrlichung des hohen Ideals wirklicher menschlicher Freiheit.
Die Freundschaft mit dem Raum wird durch den Verstand geschlossen, und die Freundschaft mit der Zeit wird durch das Gefühl geschlossen.
Raum und Zeit sind in der klassischen Komposition so eng verschmolzen, wie große Freunde miteinander verbunden sind.
Und so wird im Erfahrungsbereich klassischer Musik das Zeitbewußtsein auf der Ebene des Gefühls zum Raumbewußtsein, und so wird das Raumbewußtsein auf der Ebene des Verstandes zum Zeitbewußtsein, und schließlich werden Raum und Zeit als Einheit erkannt gleichsam als die ganzheitliche vollendete Person, die mit ihren Wunder vollbringenden Armen Raum und Zeit uns Hörern den unsterblichkeitsverleihenden Nektar des Lebens darreicht.