Verfeinerung
der Spieltechnik
Herrschaft
über
die Tonerzeugung
Objektive
und subjektive
Beschränkung
in der
Aufführungspraxis
Der
musikalische
Bereich geistiger
Erstarrung
Unkreative Tonerzeugung
Herrschaft
des Instrumentes
über den Musiker
Das
System
selbständig arbeitender Maschinen
in der Musik
Die Physik des Instruments hat ihren idealen Ton, denjenigen Ton, der das Instrument physikalisch am geringsten belastet.
Da das Instrument jedoch kein Individuum ist und es deshalb auch keinem Instrumentenschutzverein angehört, der es vor eventueller Anstrengung und Belastung bewahren wollte, kann der Komponist den Spieler ohne weiteres inspirieren, seine Spieltechnik zu verfeinern, seine innere Freiheit zu erweitern, seine Herrschaft über das Instrument systematisch zu vergrößern und dann auch auszuüben.
Was damit zum Ausdruck gebracht werden soll, ist, daß der sogenannte „instrumentengerechte Ton“ musikalisch äußerst wenig Sinn auszudrücken vermag und nur einen ganz simplen Grundzustand darstellt, von dem aus der Musiker erst die Welt der Musik entfalten muß.
Der konventionelle fixierte Gebrauch herkömmlicher Musikinstrumente entspricht somit einer gezielten musikalischen Beschränkung: einmal, indem die instrumentalen Möglichkeiten nur zu einem Bruchteil erforscht und ausgenutzt werden; und was viel schlimmer ist: weil dem Spieler dadurch die persönliche Erfahrung entzogen wird, mächtiger Beherrscher der Welt der Töne zu sein, und weil er deshalb niemals das erhebende Gefühl eines wirklichen Musikers kennenlernt.
Übergibt der Musiker die Macht der Tonstrukturierung an die physikalische Struktur eines Instruments, so bietet dieses dem Hörer ein periodisches, ein fixiertes Oberwellenspektrum, jenes Oberwellenspektrum, an dem wir in der herkömmlichen Musik den sogenannten „Instrumentalklang“ jene eingeengte Instrumentalcharakteristik erkennen, welcher durch die Periodizität seines Oberwellenspektrums nur geistige Erstarrung ausdrückt (denn das Instrument selbst ist ja tot, geistig erstarrt) und deshalb den Hörer mit seiner klanglichen Fixiertheit auch nur zu geistiger Starrheit animiert.
So überfordert die hohe Geschwindigkeit der Wiederholung des Oberwellenmusters das intellektuelle Auflösungsvermögen des Hörers.
Wegen des zu hohen Informationsflusses und der dauernden Wiederholung des Oberwellenspektrums erhält der Ton den Charakter der Fixiertheit.
Ein solcher Ton bleibt an der Peripherie unseres Geistes wie an einem Filter hängen und schafft es nicht, zur inneren trägheitslosen, schnell und umfassend begreifenden Tiefe unseres Geistes vorzudringen.
Deshalb kann ein solcher unlebendiger Ton unsere Empfindung nicht zu lebendiger Kreativität anregen.
Einen solcherart aus der Physik des Instrumentes heraus erzeugten Ton beziehungsweise Klang hält der Hörer für konstant und fixiert; er identifiziert ihn als den typischen Instrumentenklang.
der sich den Körper baut.“
Hier beherrscht das Instrument den Musiker, hier beherrscht die Materie den Geist, und hier beherrscht das Scheintote das Lebendige.
Und es ist ein fataler „Realismus“ unseres wissenschaftlich-technischen Zeitalters, wenn man so die Vorzüge selbständig arbeitender Maschinen auf das Musikinstrument überträgt, welchem vom Komponisten her eine solche Autorität nie eingeräumt wurde und welches er unmittelbar und ausschließlich in den Dienst des Lebendigen zu stellen gedachte.