Macht
über den
instrumenten- gemäßen Ton
Unfreiheit
des Musikers
Die
konventionellen Mittel zur
Machtergreifung über das
Instrument
Das System neuer
musikalischer Ordnungen
Wahre Musikerziehung
Wie schon vorher gesagt, bindet sich der Komponist ursprünglich überhaupt nicht an einen instrumenten-gemäßen Ton, sondern er überlegt sich: „Wie kann man die gerade von mir innerlich gehörte Musik äußerlich erzeugen?“
So geht die konventionelle Spiel- und Aufführungspraxis zwar den Weg des geringsten Widerstandes gegenüber dem Instrument, aber sie schafft sich kein tiefes Vertrauen beim Hörer.
Aus diesem Grunde wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte die Musikformen rasch geändert; denn die Komponisten wollten durch immer neue musikalische Ordnungen die Spieler zur Instrumentenbeherrschung zur natürlichen Machtergreifung über ihr Instrument inspirieren und hofften, sie damit von verstaubter Leblosigkeit zu befreien.
Wenn deshalb beispielsweise das Orchester Wagners anders klingt als das Orchester Beethovens obwohl doch deren verschiedene Musik vom selben Orchester gespielt wird so ist dies nur der Ausdruck dafür, daß die Komponisten unablässig bemüht waren, die Herrschaft des Musikers über sein Instrument voranzutreiben.
Denn wer sein Instrument nicht mit dem Geiste beherrscht, kann zwar Töne produzieren, nicht aber lebendige Musik.
Und wer sein Instrument nicht wirklich beherrschen will, der ist zum Musiker nicht geeignet was viele Instrumentalisten schon dadurch bestätigen, daß sie sich schon früh vom praktischen Musikgeschehen zurückgezogen haben und als „Musikausbilder“ oder Dirigenten tätig sind.
Erfolgreiche Musikerziehung gründet sich auf das persönliche Vorbild.