PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil VIII
Teil VIII
DIE PHYSIK DER MUSIK
    
    
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MUSIK
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Einblick des
Hörers
in das Innenleben
des musikalischen
Tonraums

Subtile Dimension
der Tondichtung

 

Die musikalischen
Gestaltungsmittel von Raum und Zeit

 



Herrschaft über
die Entstehung
von Raum und Zeit
in der Musik

 

 

 


Der Abstand
des Hörers
zu den lebendigen
Elementen
des musikalischen
Universums


Das musikalische
Feld
des Unbelebten


Die akustisch-
geistige Entfernung
des Hörers
vom musikalischen
Tonraum

Das Eindringen
in die wahre Welt der Musik



Ein­zig und al­lein die­ser in­ne­re Ein­blick in den viel­fäl­tig be­leb­ten mu­si­ka­li­schen Ton­raum ist es, der dem Hö­rer die wirk­li­che Welt der Mu­sik zu er­öff­nen ver­mag.

Die enor­me Wich­tig­keit die­ses nach in­nen sich ent­fal­ten­den Mi­kro­kos­mos des mu­si­ka­li­schen Ton­raums wur­de von der mu­sik­wis­sen­schaft­li­chen Fach­welt bis­her über­haupt nicht er­kannt – ob­wohl ge­ra­de die­se sub­ti­le Di­men­si­on der Ton­dich­tung in der Mu­sik dem Vir­tuo­sen die Be­schrei­bung des Le­bens erst er­mög­licht.

Der Ab­stand der Ober­wel­len un­ter­ein­an­der ist das Ge­stal­tungs­mit­tel des Rau­mes, und der Rhyth­mus, in dem die Ober­wel­len den mu­si­ka­li­schen Ton­raum struk­tu­rie­ren, ist das Ge­stal­tungs­mit­tel der Zeit.
So ist im Mi­kro­kos­mos der Mu­sik die rhyth­mi­sche Struk­tur der Zeit und die In­ter­vall­struk­tur dem Raum zu­ge­ord­net.

Im gro­ben äu­ße­ren Mak­ro­kos­mos der Kom­po­si­tion sind Rhyth­mus und In­ter­vall nicht in der La­ge, Raum und Zeit be­frie­di­gend aus­zu­drü­cken und im In­nern des Hö­rers ein in­te­grier­tes Raum-Zeit-Ver­hält­nis wirk­lich­keits­ge­treu ab­zu­bil­den.

Hier­zu be­darf es der kom­po­si­to­ri­schen Macht über den Mi­kro­kos­mos der Mu­sik, dem in­stru­men­tel­len Be­herr­schen der Ober­wel­len­me­cha­nik – der Welt der fei­nen Tö­ne –, wel­che auf­grund ih­res ho­hen Ener­gie­ge­hal­tes bei uns Hö­rern die in­ne­re Vor­stel­lungs­kraft un­mit­tel­bar be­rüh­ren.

Wür­de man un­ser Son­nen­sys­tem von ei­nem an­de­ren Son­nen­sys­tem aus mit ge­stal­te­ri­schen Über­le­gun­gen be­trach­ten, so könn­te man auf­grund der rie­si­gen Ent­fer­nung viel­leicht nur die Pla­ne­ten­bah­nen er­ken­nen – nicht je­doch das Le­ben­di­ge selbst; denn bei die­sen Ent­fer­nun­gen ha­ben sich die le­ben­di­gen Ele­men­te un­se­res Uni­ver­sums dem Blick des Be­trach­ters ent­zo­gen.

Im Be­reich der Mu­sik fin­den wir den ent­spre­chen­den Fall beim Be­trach­ten des üb­li­chen In­stru­men­tal­tons, wel­chen der kon­ven­tio­nell ge­schul­te per­fek­te In­stru­men­ta­list heu­te rou­ti­ne­mä­ßig pro­du­ziert.

Auf­grund der kon­ven­tio­nel­len in­stru­men­te­nori­en­tier­ten To­ner­zeu­gung wird die akus­tisch-geis­ti­ge Ent­fer­nung des Hö­rers zum mu­si­ka­li­schen Ton­raum, zum ein­zel­nen Ton, so groß, daß dem Hö­rer nicht ein­mal die Idee kommt, in die­sem In­stru­men­tal­ton ei­ne ei­ge­ne be­leb­te Welt zu ver­mu­ten, so wie man sich von dem an­de­ren Son­nen­sys­tem aus ge­se­hen auch nicht vor­stel­len kann, daß un­se­re klei­ne Er­de für die Ein­zel­schick­sa­le so vie­ler Men­schen Platz hat.


 

                                                                                

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
VIII.
DIE PHYSIK DER MUSIK
Die Dimension
des Tons
Herrschaft über
das Instrument
Freiheit des Musikers
Das System
der konventionellen
Tonvorstellung
Unbegrenztes
Gestaltungsvermögen
des musikalischen
Tonraums
Der fixierte Ton
Moderne Tonerzeugung
Die längst vergessene
Welt des Mikrokosmos
der Musik
Das Eindringen in die
wahre Welt der Musik
Musikalische Herrschaft
in den innertonalen

Planetensystemen
Die innere Machtwelt
der Melodie
science                         music                            art
intelligence                  creativity                     harmony