Die
Hürde in der
Instrumenten- beherrschung
Tonanalyse
Verfeinerung
der Tonalität
Entwicklung
der Feinheit
der Erkenntnis
Die
Quarte
als Kehrseite
der Quinte
Verbot des
Herkömmlichen im
Musikunterricht
Konventioneller Kompositions- unterricht
Die
geistige Enge
der konventio-
nellen Betrachtung
kompositorischer Elemente
Natürliche Verhältnisse im
Oberwellen- spektrum
Hierarchie
der Töne in der
Raumausdehnung
Innere Betrachtung
der Tonalität
Eindringen in das
Leben der Musik
Hörbarmachen
des Mikrokosmos
der Musik
Tonalität
als soziologische
Normwelt
der Musik
Tonale Verwandtschafts- verhältnisse
Polyphonie und
die Sozialgefüge
der Musik
Neues Kompositions- verständnis
Dennoch gibt es an der bisherigen Grenze der Disharmonie ein Weiter.
Die sich den Klassikern aufgrund mangelnder Instrumentenbeherrschung entgegenstellende Hürde läßt sich durchdringen, sobald wir die Innenwelt des musikalischen Tonraums erkennen also mit unserem inneren Gehör in unser eigenes Denken eindringen und von dort her das transzendente Spiel der Musik neu aufrollen.
Aufgrund vielfältiger wissenschaftlicher Untersuchungen, aber auch aufgrund neuer, verbesserter Hörgewohnheiten wissen wir heute, daß ein Ton nicht einfach ein Ton ist.
Und wir wissen, daß im sogenannten Ton eine Welt verborgen liegt, die bisher in der herkömmlichen Musik schon von der Musiktheorie aus gesehen keine Beachtung fand.
Wir wissen außerdem, daß von der Musik der Klassik und der Romantik ausgehend ein tatsächliches Weiter nur durch die Beherrschung des Mikrokosmos der Musik möglich und sogar heute zeitnotwendig ist.
Mit dieser Wiederentdeckung des Mikrokosmos der Musik ist die Wiedererweckung der Musik überhaupt verbunden.
Die Tatsache, daß zum Beispiel die Terz heute allgemein als der Inbegriff des „Schnulzigen“ dasteht und bei der breiten Masse geradezu Gefühlsduseligkeit hervorruft, erfordert weitere Verfeinerungen, welche aufgrund der konventionellen mangelhaften Musikerausbildung bislang verschlossen waren.
Eine solche Weiterentwicklung unter Beherrschung des Mikrokosmos der Musik liegt ganz auf der geistigen Linie der großen Klassiker und verbindet sich lückenlos mit deren eigener musikalischer Leistung.
In der geschichtlichen Entwicklung der Kompositionstechnik wurden erst einmal Oktavparallelen eingesetzt; zur Zeit der Quinte des kleineren Intervalls wurden die Oktavparallelen wegen ihrer Grobheit verurteilt.
Dabei wogte der Streit der Fachleute zwischen Oktavparallelen und Quintparallelen eine ganze Zeit hin und her und wurde schließlich vom Lauf der Zeit zugunsten der feiner differenzierten Quintparallelen entschieden.
Die Quarte ist dasjenige Intervall, welches die Quinte zur Oktave ergänzt, und sie ist eigentlich die Kehrseite der Quinte zur Oktave.
Sie kann also ohne weiteres einfach als solche Kehrseite angesehen werden und im praktischen Gebrauch der Quinte in etwa gleichgesetzt werden was auch historisch geschah.
Zur Zeit der Quinte und der Quarte wurden Oktave und Terz angefeindet, jenes vergangene und dieses zukünftige Intervall.
Als aber dann die modernen Streiter der Komposition endlich den geschichtlichen Sieg zugunsten der Terz errungen hatten was bis in die heutige Zeit hineinwirkt , wurden die dann als grob empfundenen Oktavparallelen und Quintparallelen bis in den Kompositionsunterricht der Hochschulen und Akademien hinein verboten.
Dieses Verbot treffen wir noch heute an obwohl doch seiner simplen Natur gemäß jedes konventionell gespielte Musikinstrument permanent Oktav- und Quintenparallelen produziert, was sich mit einem Oszillographen leicht nachweisen läßt.
Deshalb wird heute im konventionellen Kompositionsunterricht vorzugsweise die Terz verherrlicht und bei den ganz Modernen die Sekunde beides Intervalle, welche in absehbarer Zukunft mit den gleichen Argumenten als Parallelen aus dem Kompositionsunterricht verdammt sein dürften, wie wir dies in der Vergangenheit bei den Oktav- und Quintparallelen erlebt haben.
Die geistige Enge solcher extrovertierten, unmusikalischen Betrachtung kompositorischer Elemente erscheint einem Beobachter, der über das tatsächliche Oberwellenspektrum informiert ist und sei es nur aus den Messungen der Physik heraus , geradezu grotesk und zwingt uns alle zum Umdenken, wenn es um wirkliche Musik geht.
So wie in der Schöpfung der Hund nicht wichtiger ist als die Katze, sondern mal hier, mal da eines von beiden Tieren in den Vordergrund der lebendigen Vielfalt unserer Welt tritt und beide vielleicht sogar hier und da ganz einträchtig erscheinen , genauso treten die Elemente des musikalischen Tonraums, die Oberwellen mit ihren Bezügen, den Intervallen, in der Welt der Musik ganz vielfältig auf mal verwandtere, mal weniger verwandte Nachbarschaft bekundend.
Beim natürlichen Oberwellenspektrum vertragen sich alle Nachbarn.
Und wenn es in der natürlichen Ordnung der Oberwellen stärkere und schwächere Töne gibt, so bekundet dies nur eine ganz natürliche Hierarchie, bei welcher der stärkere Ton mehr Raum für sich beansprucht als der schwächere Ton.
Deshalb ertönt beim Erzeugen eines Instrumentaltons die Grundwelle im allgemeinen sehr laut, und in der weiteren Reihenfolge ertönen die auf diesen Grundton aufgebauten Oberwellen immer leiser, während der Raum zwischen den einzelnen Obertönen auch gleichzeitig immer enger wird.
Die musikalische Erfahrung lehrt uns, daß die feineren Oberwellen, welche einen größeren Abstand vom Grundton haben, unsere innermenschlichen feineren Aspekte direkter ansprechen als die gröberen Oberwellen, die mehr in der Nähe des Grundtons liegen.
Deshalb eröffnet die Erschließung immer feinerer Oberwellenspektren nicht nur eine größere Komplexität in der musikalischen Tonraumordnung, sondern sie begründet auch eine ganz neue Systematik unendlicher musikalischer Vielfalt.
Nur durch die natürliche künstlerische Beherrschung des feinen Oberwellenspektrums eines Tons erschließt sich das Leben der Musik selbst jene geheime Macht, jener geheime Zauber, welcher Musik eigentlich ausmacht.
Das Hörbarmachen des Mikrokosmos der Musik, jener feinen und immer feineren Oberwellenspektren und der damit verbundenen nahen und immer engeren Nachbarschaften der Töne, ist die lohnende zeitgerechte Aufgabe unserer heutigen Interpreten.
Die Tonalität ist die soziologische Normwelt der Musik, und die Melodie, welche sich in einer Tonalität bewegt, welche aus dem natürlichen Oberwellenspektrum heraus gebildet ist, bleibt trotz ihrer Vielfalt in den Normen jener sozialen Anordnung der Oberwellen in der Tonalität.
In völliger Anerkennung natürlicher tonaler Verwandtschaftsverhältnisse bewegt sich das Motiv als Melodie in der Tonalität und baut innerhalb dieser großen von der Harmonik bestimmten sozialen Gesetzmäßigkeiten seine natürlichen Beziehungen zu den anderen am musikalischen Geschehen beteiligten Motiven auf.
Innerhalb eines von der Tonalität beherrschten tönenden Sozialgefüges beschreibt die Polyphonie in Anlehnung an diese Erkenntnis die Entwicklung der verschiedenen Motive in Form unterschiedlicher Melodien.
Darüber hinaus gestaltet die Polyphonie in einer integrierten Welt vieler solcher Sozialgefüge die melodische Beschreibung der Entwicklung vieler Motive unter ganz unterschiedlichen sozialen Umständen und mit einem allen Motiven gemeinsamen Ziel.
Diese Art des Kompositionsverständnisses verlangt natürlich eine Synthese aus Komposition und Instrumentation zweier Fachbereiche, die heute noch getrennt voneinander gelehrt werden und die sich deshalb zur Musik geradezu stiefelterlich verhalten.