PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil IX
Teil IX
DIE ORDNUNGSSYSTEME IN DER MUSIK
    
    
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MUSIK
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Fixierte Zeit,
konstanter Zeitfluß

 

 

 

Das freie Feld
der musikalischen
Gestaltung

 

 

Polyphonie -
Spiel der Freiheit

 


Die wirklichkeitsgetreue Form der Musik
unserer Zukunft

 

Der
erkenntnisreiche Weg von der
Homophonie
zur Polyphonie

 

 

 

 

Der Taktstock
des Gladiators
am Dirigentenpult
in der
konventionellen Aufführungspraxis

 


Neue Aufgaben der
Musikausbildung durch die
Polyphonie

Polyphonie



Im Sys­tem der Po­ly­pho­nie da­ge­gen stellt die Ho­mo­pho­nie nur ei­nen ein­zi­gen von un­end­lich vie­len Fäl­len dar.

Sie be­trifft den ganz un­wirk­li­chen und so­mit un­mu­si­ka­li­schen Fall, daß die Zeit fi­xiert – der Zeit­fluß kon­stant ist.

So ver­kör­pert die Ho­mo­pho­nie je­de Art von Schwe­re, ganz im Ge­gen­satz zur Po­ly­pho­nie.

Po­ly­pho­nie da­ge­gen er­füllt al­le Be­din­gun­gen zur Frei­heit der mu­si­ka­li­schen Ge­stal­tung. Sie ist das Wir­kungs­feld, in wel­chem sich die Mo­ti­ve un­ter der müt­ter­li­chen Lei­tung der Se­quenz­tech­nik zur un­end­li­chen Viel­falt hin ent­wi­ckeln und sich in al­len Ton­räu­men aus­brei­ten kön­nen, um so die Welt der Mu­sik zu ge­stal­ten und zu be­le­ben – wie die Kin­der das Haus ei­ner Fa­mi­lie mit Le­ben fül­len.

In der Po­ly­pho­nie fin­det der Mu­si­ker ei­ne viel­fäl­ti­ge Welt geis­tig-see­li­scher Frei­heit – der­je­ni­gen Frei­heit, wie sie die in­ne­re Welt des Men­schen in frei­em Spiel ge­stal­tet und wel­che des­halb die Welt des Schö­nen aus­macht –, die Welt der gro­ßen Ord­nun­gen.

Po­ly­pho­nie ist die ur­al­te le­ben­di­ge, un­sterb­li­che Form der Mu­sik, die wirk­lich­keits­ge­treue Form der Mu­sik un­se­rer Zu­kunft.
Sie be­deu­tet Frei­heit für die Le­bens­we­ge der Mo­ti­ve, für die Ent­fal­tung der Me­lo­dien und für die Füh­rer­schaft der Se­quen­zen.

Die gro­ßen klas­si­schen mu­si­ka­li­schen For­men zeich­nen sich da­durch aus, daß sie mit gro­ßem Elan aus der Ho­mo­pho­nie her­aus den po­ly­pho­nen For­men zu­stre­ben und so den Men­schen zu grö­ße­rer in­di­vi­du­el­ler und so­zia­ler Ent­fal­tungs­frei­heit in­spi­rie­ren.

„Derjenige ist nicht frei
zur bürgerlichen Freiheit,
dem noch so vieles zur
menschlichen fehlt.“
Schiller

Die kon­ven­tio­nel­le Auf­füh­rungs­pra­xis, die das Ne­ben­ein­an­der­her­spie­len un­ter dem Takt­stock des Di­ri­gen­ten zur Per­fek­tion ge­trie­ben hat, ist in­ner­mensch­lich und aus­bil­dungs­mä­ßig auf die freie Welt der Po­ly­pho­nie und da­mit auf wirk­li­che Mu­sik nur äu­ßerst be­grenzt vor­be­rei­tet.

Und hier stel­len sich da­her für ei­ne po­ly­pho­ne Auf­füh­rung auch erst ein­mal völ­lig neue Auf­ga­ben an die Mu­sik­aus­bil­dung.

Wirk­li­che Mu­sik­pra­xis fin­det ih­re Er­fül­lung in ei­nem har­mo­ni­schen, sich ge­gen­sei­tig ver­herr­li­chen­den Mit­ein­an­der­spie­len von ech­ten Mu­si­kern, ohne den zur Mo­no­to­nie zwin­gen­den Gla­di­a­tor des Di­ri­gen­ten­pults.


 

                                                                                

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
IX
DIE ORD­NUNGS­SYS­TE­ME IN DER MUSIK
Tonalität
Verschiedenheiten
der Erkenntnis
im Spiegel der Sprache
Anfänge der
Musikgeschichte
Die Neutöner
des 20. Jahrhunderts
im Intervallbereich
Vordringen zum
transzendentalen Spiel
der Musik
Musikalische Einsicht
in die Kultur der Völker
Musikalische Verwand-
schaftsverhältnisse
Der musikalische Weg
zur Selbsterkenntnis
Homophonie
Polyphonie
Der Kontrapunkt
Die dreifache
vollkommene Gestalt
der Harmonie
Die Verwandtschaften
in der Musik
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intelligence                  creativity                     harmony