PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XI
Teil XI
DIE ORDNUNGSSYSTEME IN DER MUSIK
    
    
a useful connection
AAR EDITION INTERNATIONAL
Site Map
Kontakt
über uns
 
MUSIK
a useful connection

Prinzipien der
geisteswissen- schaftlichen Musikanalyse

Die Physik des
Musikinstrumentes Geist

 

 

 

 



Der Prozeß
der musikalischen
Erkenntnis- gewinnung

Analyse
und Synthese
der musikalischen
Erkenntnis- gewinnung

 

 

 

 

 


 


Die schöpferische
Kraft
der musikalischen
Erkenntnis

 

Die empirische
Erkenntnis- gewinnung
in der Musik

 



Die naturwissen-
schaftliche und
die geisteswissen-
schaftliche Erkenntnismethode der Musik

 

Der Kreislauf
der geisteswissen-
schaftlichen und
der naturwissen-
schaftlichen Erkenntnismethode in der Musik

Der geisteswissenschaftliche Aspekt
der Musik



Der geis­tes­wis­sen­schaft­li­che As­pekt der Mu­sik be­trifft das Geis­ti­ge an der Mu­sik und die Prin­zi­pien der sys­te­ma­ti­schen Er­ken­nung und Dar­stel­lung von Wahr­hei­ten durch den mensch­li­chen Ver­stand.

Der mensch­li­che Geist stellt das Ma­te­ri­al dar, mit dem vom Mu­sik­schaf­fen­den die Mu­sik zum ers­ten Mal zum Klin­gen ge­bracht wird.

Und hier ist der Geist be­zie­hungs­wei­se die Phy­sik des Geis­tes das Mu­sik­in­stru­ment, mit dem der Ton er­zeugt wird.

Gleich­zei­tig ist der Geist aber auch der Ton selbst, die schwin­gen­de Ton­sub­stanz in der Form der Wel­len­be­we­gung auf der Geis­tes­ober­flä­che, und die klin­gen­de Kom­po­si­tion ist die Ver­än­de­rung der Geis­tes­ober­flä­che des Ton­künst­lers un­ter dem As­pekt der Schwin­gung.

Die Er­kennt­nis­ge­win­nung, wie wir sie sonst in der Geis­tes­wis­sen­schaft ken­nen, ist ent­spre­chend den Aus­füh­run­gen in die­sem Buch ei­ne Leis­tung des Ich­be­wußt­seins und ge­schieht mit­tels sei­nes Haupt­or­gans, des In­tel­lekts.

Durch den In­tel­lekt er­langt das Ich­be­wußt­sein über die Qua­li­tä­ten des Ge­fühls und des Ver­stan­des die Er­kennt­nis­se über den Sinn der mu­si­ka­li­schen Aus­sa­ge.

Dar­über hin­aus über­trägt das Ich­be­wußt­sein durch die Kräf­te des Ge­fühls und des Ver­stan­des die ihm in­ne­woh­nen­den Er­kennt­nis­se in die Spra­che der Mu­sik.

Und den Aus­druck die­ser Mu­sik „der Stil­le“ – tief im Ge­wis­sen des Ton­künst­lers – pro­ji­ziert das kre­a­ti­ve Ich des Mu­sik­schaf­fen­den auf die Ober­flä­che sei­nes Geis­tes, an wel­cher sich der Ge­hör­sinn des Ton­dich­ters nährt.

„Nicht die Willenskraft,
sondern die Phantasie,
die Vorstellungsgabe wird schöpferisch.“
Wagner

In­so­fern ist Mu­sik ei­ner­seits ei­ne „Apri­o­ri­wis­sen­schaft“, denn auf der Ebe­ne des Ich­be­wußt­seins wird durch die schöp­fe­ri­sche Kraft sys­te­ma­tisch Wis­sen in Sa­men­form er­kannt und – von die­ser in­tui­ti­ven Er­kennt­nis aus­ge­hend – auf die Ebe­ne des Geis­tes pro­ji­ziert und als künst­le­ri­sches Mu­sik­er­eig­nis an die Um­welt ab­ge­ge­ben.

In der aus­ge­führ­ten Be­trach­tens­wei­se ist die Mu­sik aber auch als ei­ne em­pi­ri­sche Wis­sen­schaft be­schrie­ben; denn über den In­tel­lekt tas­tet das Ich mit dem Ge­hör­sinn auf der Ebe­ne des Geis­tes das dort ge­schaf­fe­ne Mu­sik­er­eig­nis sys­te­ma­tisch ab, er­fährt so – wie von au­ßen – den Wahr­heits­ge­halt in der mu­si­ka­li­schen Struk­tur der Kom­po­si­tion und er­mit­telt den Grad der mu­si­ka­li­schen Meis­ter­schaft.

Man könn­te die­ses em­pi­ri­sche Er­fas­sen von Mu­sik auch „das na­tur­wis­sen­schaft­li­che Er­fas­sen der Mu­sik“ nen­nen, und man könn­te das Apri­o­rier­fas­sen von Mu­sik die „geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis­me­tho­de der Mu­sik“ nen­nen – im Sin­ne des Fun­da­men­tes der mu­si­ka­li­schen Kre­a­ti­vi­tät; denn a priori ent­steht die Mu­sik – vom Ich aus­ge­hend –, und em­pi­risch wird sie – wie­der­um vom Ich aus­ge­hend – ge­hört.

In voll­stän­di­gem Kreis­lauf bei­der wis­sen­schaft­li­cher Be­trach­tens­wei­sen geht die In­for­ma­tion des mu­si­ka­li­schen Er­eig­nis­ses vom schaf­fen­den Ich aus, dringt über den In­tel­lekt in die Ebe­ne des Geis­tes vor, wird dort vom Ge­hör­sinn er­faßt und über den In­tel­lekt wie­der zum hö­ren­den Ich zu­rück­ge­lei­tet.


 

                                                                                 

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XI.
MUSIKWISSENSCHAFT
Das Feld der
Musikwissenschaft
Der innere Atem
der Musik
Die Funktion des inneren Atems in der Musik
Der naturwissenschaftliche Aspekt der Musik
Das vollkommene musikalische Beschreibungsbild
Das zweifache System
der Musikanalyse
Der geistes-
wissenschaftliche
Aspekt der Musik
Der wahre
Wissenschaftsbereich
der Musik
Die Soziologie der Musik
Die Ökologie der Musik
Die Physik der Musik
Die Physiologie
der Musik
Die Ökonomie der Musik
Musikkritik
Tanz in der Musik
science                         music                            art
intelligence                  creativity                     harmony