PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XI
Teil XI
DIE ORDNUNGSSYSTEME IN DER MUSIK
    
    
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MUSIK
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Der ökonomische
Umgang mit den
musikalischen Parametern

 

Die Klarheit
der musikalischen
Aussage

Verdichtung
der musikalischen
Elemente

 

 

Proportionierung der musikalischen
Parameter

 


Größenordnungen in der Musik

 


Gleichschaltung der Parameter in
der Zwölftonmusik

Umkehrung
der natürlichen
musikalischen Ordnung

Der Gesamtbereich der Ökonomie
in der Musik

 


Der Energieaufwand des Hörers beim
Hörprozeß

 

 

Ökonomie
des musikalischen
Hörens

Die Ökonomie der Musik



Die Öko­no­mie der Mu­sik be­trifft den wirt­schaft­li­chen Um­gang mit den mu­si­ka­li­schen Pa­ra­me­tern.
Und hier gilt der Grund­satz: Was man mit ei­nem Mo­tiv sa­gen kann, da­zu soll man nicht ei­ne Me­lo­die oder gar ei­ne Se­quenz be­mü­hen, und was man mit ei­nem Ton sa­gen kann, da­zu soll man kein Mo­tiv ein­set­zen.

Der ge­nau do­sier­te Um­gang mit den Ele­men­ten der Mu­sik ist der ent­schei­den­de Fak­tor für die Klar­heit der mu­si­ka­li­schen Aus­sa­ge.

So wie die höchs­te Kon­zen­tra­tion des Koh­len­stoffs die Klar­heit des Di­a­man­ten her­vor­bringt, wäh­rend die man­geln­de Dich­te des Koh­len­stoffs die un­durch­sich­ti­ge Schwär­ze der Koh­le be­wirkt, eben­so macht die gro­ße Ver­dich­tung der mu­si­ka­li­schen Ele­men­te in der Form mu­si­ka­li­scher Schlicht­heit die Kom­po­si­tion „durch­sich­tig“: macht sie zu voll­en­de­ter Mu­sik.

Die Wich­tig­keit der Pro­por­ti­o­nie­rung der Pa­ra­me­ter von Raum und Zeit wur­de be­reits be­schrie­ben, und die glei­che Wich­tig­keit kommt der Pro­por­ti­o­nie­rung al­ler an­de­ren Pa­ra­me­ter zu – wo­bei „Pro­por­ti­o­nie­rung“ nicht Gleich­heit oder Gleich­set­zung be­deu­tet wie zum Bei­spiel in der Zwölf­ton­mu­sik.

So wie der Kopf ei­ne an­de­re Grö­ßen­ord­nung der Auf­ga­ben­stel­lung be­sitzt als der Fuß, so ge­hö­ren auch Mo­tiv und Ton ei­ner un­ter­schied­li­chen Di­men­si­on an, und so ist auch die Se­quenz von ganz an­de­rer Grö­ßen­ord­nung als das Mo­tiv.

Was ei­ne Pro­por­ti­o­nie­rung be­wirkt, in der al­le Kom­po­nen­ten gleich­ge­stellt sind, zeigt uns die Zwölf­ton­mu­sik und die dar­aus re­kru­tier­te se­riel­le Kom­po­si­ti­ons­tech­nik.

Und was pas­siert, wenn ver­gleichs­wei­se in der Mu­sik der Fuß ei­ne grö­ße­re Be­deu­tung er­hält als der Kopf und so­gar die Herr­schaft über den Kopf an­tritt, das führt uns die ge­sam­te Un­ter­hal­tungs­mu­sik vor.

Die Öko­no­mie der Mu­sik um­faßt den gan­zen wich­ti­gen Be­reich der ge­rech­ten Pro­por­ti­o­nie­rung von Ton, Mo­tiv, Me­lo­die, Se­quenz und Har­mo­nie – aber auch die Pro­por­ti­o­nie­rung der Mo­ti­ve un­ter­ein­an­der, der To­na­li­tä­ten un­ter­ein­an­der, der Se­quen­zen un­ter­ein­an­der – schon der Tö­ne un­ter­ein­an­der.

Da­ne­ben be­trifft die Öko­no­mie der Mu­sik auch den Ener­gie­auf­wand des Hö­rers beim Hör­pro­zeß.
Muß der Hö­rer sich bei­spiels­wei­se ge­gen Dis­so­nan­zen stel­len, so ist für ihn das gan­ze Kon­zert von in­nen her un­öko­no­misch, und er hat geis­tig-see­lisch ein „schlech­tes Ge­schäft ge­macht“. Nur wenn er nach dem An­hö­ren von Mu­sik be­glückt, ge­stärkt und ener­gie­ge­la­den ist, hat er geis­tig-see­lisch ei­nen gu­ten Han­del ge­tä­tigt.

Ob der Hö­rer al­so beim Mu­sik­hö­ren ge­winnt oder ver­liert, hängt ab von der na­tür­li­chen Or­ga­ni­sa­tion der kom­po­si­to­ri­schen Pa­ra­me­ter im Mu­sik­werk – von der In­te­gra­tion der Kom­po­si­tion und von der Über­zeu­gungs­kraft des Mu­sik­wer­kes: es hängt ab von der ge­sam­ten Öko­no­mie der Mu­sik selbst.

„Wo die Sprache aufhört
fängt die Musik an.“
E.T.A. Hoffmann

 

                                                                                 

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XI.
MUSIKWISSENSCHAFT
Das Feld der
Musikwissenschaft
Der innere Atem
der Musik
Die Funktion des inneren Atems in der Musik
Der naturwissenschaftliche Aspekt der Musik
Das vollkommene musikalische Beschreibungsbild
Das zweifache System
der Musikanalyse
Der geistes-
wissenschaftliche
Aspekt der Musik
Der wahre
Wissenschaftsbereich
der Musik
Die Soziologie der Musik
Die Ökologie der Musik
Die Physik der Musik
Die Physiologie
der Musik
Die Ökonomie der Musik
Musikkritik
Tanz in der Musik
science                         music                            art
intelligence                  creativity                     harmony