Tanz
der Töne,
Motive und
Sequenzen
Tanz in den
Räumen der
musikalischen Kräftefelder
Tanz in der Unend- lichkeit der Zeit
Hierarchie
der
Ordnungen im
Tanz der
musikalischen Kräfte
Der Tanzboden
der musikalischen
Gestaltungskräfte
Die tönenden
Tanzschuhe am
Musikhimmel
Aufspüren
der vielfältigen
Gestalten am
Musikhimmel
Musikberieselung für den Musik-
konsumenten
Der
Alleinunter -
halter im Ballett
der Musik
Musik erscheint in der Form des Tanzes der Töne, Motive und Sequenzen.
Innerhalb des Vorstellungsvermögens eines Komponisten tanzen diese musikalischen Elemente in dessen Geist in der gleichen unschuldigen und nicht zweckgebundenen Weise, wie die Schmetterlinge über einer Wiese oder wie die Wellen über das Meer oder wie die Blätter der Bäume im Herbstwind tanzen.
Dieser Tanz der musikalischen Elemente spielt sich in einer Vielzahl von Räumen ab: im musikalischen Tonraum, in den tieferen und größeren Motivräumen, in den noch tieferen und noch umfassenderen Sequenzräumen und in der Unendlichkeit des Raumes der Harmonie.
Die tanzenden Bewegungen der musikalischen Elemente fließen in der Unendlichkeit der Zeit.
Die Ordnung, in der die tanzenden musikalischen Parameter sich bewegen, ist vollständig von den Gesetzen der Harmonie bestimmt.
Dabei ist die Harmonik die Basis für die Ordnungen der Sequenztechnik, und diese wiederum sind Grundlage für die vielfältigen Ordnungen der Motivtechnik.
Die Tonalität bezeichnet die musikalisch-kulturellen Grenzen des Tanzes: den Tanzboden; die Töne bezeichnen die Tanzbewegungen der Motive der Tänzer , und die Melodien beschreiben die Lebensgeschichte der Tanzenden.
Bewegen sich die Motive von der Sequenz geleitet aufeinander zu oder aus eigenem Übermut voneinander weg, so tanzen gleichsam die durch die Motive bezeichneten Charaktereigenschaften aufeinander zu oder voneinander weg, und ihre Tanzschuhe erscheinen am Musikhimmel als Töne, als die Sternschnuppen, die auf dem Tanzboden der Tonalität vielfältig aufleuchten.
Die Motive und die Sequenzen sind abstrakt nicht konkret.
Somit sind die in den Tanzschuhen steckenden Personen für den oberflächlich hinhörenden musikalischen Zuschauer unsichtbar, und nur der wirkliche Musikliebhaber erkennt immer klarer ihre vielfältigen Gestalten und Formen am Musikhimmel.
Der Durchschnittsmusikkonsument erkennt auf der Ebene seiner Musikberieselung gleichsam nur von unten die tanzenden Schuhe.
Die handelnden Personen des Musikdramas sind für ihn erst einmal unsichtbar.
Immer, wenn es der klassischen Musik gelingt, die Zuneigung und Aufmerksamkeit des Hörers zu steigern, dann offenbart sie sich ihm schrittweise als dessen eigenes inneres „Tanzvergnügen“ und er erkennt hinter den tanzenden Schuhsohlen, hinter den Tönen, die handelnden Darsteller: seine eigenen vielfältigen Charaktereigenschaften, und er sieht sich selbst als den Choreographen und als die Tänzer und als den Vorgang des Tanzens und als die Freude beim Tanzen.
Dann vergnügt er sich selbst im wahrsten Sinne des Wortes als der Alleinunterhalter im Ballet der Musik.