PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XII
Teil XII
MUSIK UND SPRACHE
    
    
a useful connection
AAR EDITION INTERNATIONAL
Site Map
Kontakt
über uns
 
MUSIK
a useful connection

 

Macht über
Traum- und
Wachbewußtsein

 

 

Die Welt
der schöpferischen
Phantasie


Jenseits der
mechanistischen Schaffensprozesse

 

 

 

 


Entscheidungs- freiheit in der
Phantasiewelt


Die Entschei-
dungsohnmacht im
Traumbewußtsein

 


Entscheidungs- macht im
Wachbewußtsein

 



Gefesselte Kreativität

 

 

 

 

 


Der phantasiegeladene Schaffende

Herrschaft über
gebundene und freie Schaffenskraft



Die­se gan­ze viel­fäl­ti­ge in­ne­re Men­schen­welt kennt bis­lang fast nur der träu­men­de Mensch, und hier im Trau­me ist er der schöp­fe­ri­sche Kö­nig sei­ner ei­ge­nen le­ben­di­gen geis­ti­gen Phan­ta­sie­welt.
Und ei­ne ge­wis­se Herr­schaft über sein ei­ge­nes viel­fäl­ti­ges geis­ti­ges Er­le­ben übt er bis­lang lei­der nur in sei­nem Traum aus.

Aber für den kre­a­ti­ven Men­schen ist es auch in sei­nem Wach­be­wußt­sein völ­lig na­tür­lich, ei­ne äu­ßerst viel­ge­stal­ti­ge er­leb­nis­rei­che in­ne­re Ge­dan­ken­welt wil­lent­lich her­vor­zu­zau­bern und in ihr als ihr gro­ßer Herr­scher zu le­ben.

Wir nen­nen die­se Sphä­re der in­ne­ren Ge­stal­tungs­kraft die Welt der schöp­fe­ri­schen Phan­ta­sie.
In­ner­lich-phy­si­ka­lisch – von der in­ne­ren Me­cha­nik des Sprach­or­gans, von der Me­cha­nik der Sin­ne und von der Me­cha­nik des Geis­tes her, von der Me­cha­nik des Atems und von der Me­cha­nik des Un­ter­schei­dens her – be­steht kein Un­ter­schied zwi­schen der Welt des Trau­mes und der Welt der Phan­ta­sie ei­nes Dich­ters oder Mu­si­kers.
Doch liegt ein gro­ßer Un­ter­schied in der tat­säch­li­chen Herr­schaft über Traum- und Wach­be­wußt­sein – im Ein­fluß des Ich­be­wußt­seins auf die Ent­wick­lung der Ge­dan­ken­gän­ge.

Der Träu­men­de kann auf den Her­gang sei­nes Träu­mens kaum Ein­fluß neh­men.
Der schöp­fe­risch Be­gab­te je­doch ent­schei­det in je­dem Mo­ment frei über den Fort­gang sei­ner Phan­ta­sie­welt.

Im Traum­be­wußt­sein läßt sich das Ich von den geis­ti­gen Ver­än­de­run­gen be­rie­seln wie ein Ki­no­gän­ger, denn im Traum­be­wußt­sein hat sich das Ent­schei­dungs­or­gan – der In­tel­lekt – über­wie­gend zum Aus­ru­hen ent­schie­den und wirkt des­halb nur äu­ßerst ge­ring­fü­gig auf den Fort­gang des Traum­ge­sche­hens ein.

Ganz an­ders im Wach­be­wußt­sein des schöp­fe­risch ent­wi­ckel­ten Men­schen: hier herrscht das Ich­be­wußt­sein durch den aus­ge­ruh­ten In­tel­lekt voll­stän­dig über die sze­na­ri­schen Ver­än­de­run­gen in der Welt des Geis­tes.
Des­halb hat die har­mo­nisch ord­nen­de Kraft in der be­wuß­ten Phan­ta­sie des wa­chen kre­a­ti­ven Künst­lers den größ­ten Wert.

Das Ich des Träu­men­den übt nur ei­nen ge­rin­gen Ein­fluß auf sei­ne Traum­er­leb­nis­se aus, denn im Trau­me büßt es das Wis­sen über sei­ne ei­ge­ne geis­ti­ge Ge­stal­tungs­macht ein.

Im Ver­lau­fe des Trau­mes weiß das Ich nicht, daß es träumt, und daß es ja sel­ber der Ver­an­stal­ter ist und zu je­der Zeit die Traum­hand­lung än­dern oder durch wil­lent­li­ches Auf­wa­chen un­ter­bre­chen könn­te.

Gin­ge ihm die­ses Wis­sen über die ei­ge­ne Macht der Traum­ge­stal­tung nicht ver­lo­ren, so wä­re bei­spiels­wei­se das Phä­no­men der Furcht im Traum aus­ge­schlos­sen.

Der schöp­fe­risch ent­wi­ckel­te Mensch er­kennt sich als der phan­ta­sie­ge­la­de­ne Schaf­fen­de, als der gro­ße Macht­ha­ber des Rei­ches sei­ner ei­ge­nen Phan­ta­sie, als der gro­ßer Herr­scher sei­ner in­ne­ren Wel­ten, als der furcht­lo­se mäch­ti­ge Ge­stal­ter all sei­nes Er­le­bens, als der, wel­cher die Zü­gel sei­nes geis­ti­gen Er­le­bens in der Hand hält und das Ge­sche­hen zu je­der Zeit be­stimmt.


 

                                                                                

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XII.
MUSIK UND SPRACHE
Sprache
Überlegenheit
der Musik gegenüber
der heutigen Sprache
Grundlagenforschung
Das Sprachorgan
Die Schmiede der
Gedanken
Herrschaft über
gebundene und freie
Schaffenskraft
Die Dimension
der schöpferischen
Entfaltung
Kontrolle über die Welt des Denkens
Inhalt und Form,
Bedeutung und Struktur
Die Beteiligung
der Sinne
der Wahrnehmung
am Prozeß der Erkenntnisgewinnung
Sprache der Musik
Der Sprachgebrauch
unserer Vorfahren
Rückschlüsse aus
den Überlieferungen
Das Vermächtnis
unserer Ahnen
Die von unseren Ahnen
an uns gestellte Aufgabe
science                         music                            art
intelligence                  creativity                     harmony