PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XII
Teil XII
MUSIK UND SPRACHE
    
    
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MUSIK
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Macht über
das Ungehörte
und Gehörte

 

 

 


Die Geister
scheiden sich

Grundhaltung des
kreativ Entfalteten

 

Schönheit
als Maßstab
der schöpferischen
Entfaltung

 

 

 

 

 

Der reaktionäre
"Macher"
in der Tonkunst

 

 


Die aus
Erinnerungen geborene Umweltgestaltung

Die Dimension
der schöpferischen Entfaltung



So hat der schöp­fe­risch Ent­fal­te­te Macht über das zu Hö­ren­de, dann über das Ge­hör­te, und er hat Macht über das Un­ge­se­he­ne, weil er es sicht­bar macht, und er hat Macht über al­les, was man an­fas­sen könn­te und was man er­füh­len könn­te, und die Welt der Koch­küns­te steht ihm ge­nau­so of­fen wie die Er­fül­lung des Fein­schme­ckers, und er kann sich aus­su­chen, ob er am Tank­wa­gen riecht oder den Duft der Ro­sen ein­at­met.
Nicht so der Träu­mer, des­sen Ich von den Er­eig­nis­sen sei­ner Ge­dan­ken­welt überrrollt wird.

Hier schei­den sich die Geis­ter der wirk­lich Schaf­fen­den und der schlaf­wan­deln­den Träu­mer in der Kunst.

So si­cher, wie der Nor­malden­ken­de den Duft der Jas­min­blü­te dem Ter­pen­tin­ge­ruch vor­zieht, so be­vor­zugt der ent­wi­ckel­te schöp­fe­ri­sche Mensch das Schö­ne ge­gen­über dem Häß­li­chen. Und hier­aus kann man fol­gern:

Wann im­mer ein Mensch et­was wirk­lich Schö­nes her­vor­bringt, so liegt es na­he, daß er im Wach­be­wußt­sein sei­ne in­ne­re Di­men­si­on der Kre­a­ti­vi­tät er­le­bend be­herrscht, und daß er des­halb auch ein mäch­ti­ger Ge­stal­ter sei­nes ei­ge­nen gro­ßen Le­bens ist – zum Vor­bild an­de­rer. Wann im­mer ein Mensch et­was Häß­li­ches her­vor­bringt, un­ter wel­chem Ar­gu­ment auch im­mer, so pro­du­ziert er aus der Herr­schafts­lo­sig­keit ei­nes Träu­mers.

Denn wie beim Träu­mer kann sein in der Kre­a­ti­vi­tät un­ge­schul­tes Ich nicht be­stim­men, was es träu­me­risch er­fährt, und es muß des­halb oft ge­nug mit dem Häß­li­chen vor­lieb neh­men, wenn es sich ge­ra­de in sei­nem in­ne­ren Geis­te breit­macht.

Die in­ne­re Welt des Träu­mers ist nicht von sei­nem Ich frei ge­stal­tet – wo­durch sich auch das Durch­ein­an­der des Traum­be­wußt­seins er­klärt.

Wenn der Mensch sei­ne tag­träu­me­ri­sche Wirr­nis dann auch noch sei­ner Um­welt vor­setzt, dann ent­spricht nach ei­ni­ger Zeit ak­ti­ven Ma­chens die äu­ße­re Un­ord­nung sei­ner Um­welt dem in­ne­ren Cha­os sei­ner Träu­me­rei.

Ei­ne sol­che Wir­kung ist in Wirk­lich­keit re­ak­ti­o­när – me­cha­nis­tisch, al­lein aus Er­in­ne­run­gen her­vor­ge­kramt –, ohne die mäch­ti­ge schöp­fe­risch-or­ga­ni­sie­ren­de Hand des vom Ich­be­wußt­sein be­feh­lig­ten In­tel­lekts.


 

                                                                                 

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XII.
MUSIK UND SPRACHE
Sprache
Überlegenheit
der Musik gegenüber
der heutigen Sprache
Grundlagenforschung
Das Sprachorgan
Die Schmiede der
Gedanken
Herrschaft über
gebundene und freie
Schaffenskraft
Die Dimension
der schöpferischen
Entfaltung
Kontrolle über die Welt des Denkens
Inhalt und Form,
Bedeutung und Struktur
Die Beteiligung
der Sinne
der Wahrnehmung
am Prozeß der Erkenntnisgewinnung
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Der Sprachgebrauch
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