PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XII
Teil XII
MUSIK UND SPRACHE
    
    
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MUSIK
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Das Vorbild
der großen
Tonkünstler
in der
Verfeinerung
der Tonkunst

 



Machterfülltes Wachbewußtsein der großen
Tonkünstler

 



Die innere
Artikulation
der Musik

 

 

 

Die künstlerische
Tat des Musikers

 

 


Grundlage
der Tonerzeugung

 

 


Der vollkommene
Vorgang
des Musizierens

Kontrolle über die Welt des Denkens



Für die gro­ßen Ton­künst­ler al­ler Zei­ten war es völ­lig na­tür­lich, die in­ne­re Welt ih­res Den­kens kon­trol­liert zu be­herr­schen, und die­ser Herr­schaft ging ein in­ten­si­ves Stu­di­um ih­rer in­ne­ren Kräf­te vor­aus.
Es grün­de­te sich auf die Eta­blie­rung ei­nes Sys­tems zu de­ren Be­herr­schung – und wur­de sys­te­ma­tisch wei­ter­ge­führt und ver­fei­nert.

Und hier­aus er­gab sich dann ei­ne Ver­fei­ne­rung der Ton­kunst.

Der ho­he Grad an er­kenn­ba­rer Ord­nung und die Lü­cken­lo­sig­keit die­ser kom­po­si­to­ri­schen Ge­stal­tung las­sen uns heu­te mit Recht auf ein mach­ter­füll­tes Wach­be­wußt­sein der gro­ßen Ton­künst­ler für ih­ren Schaf­fens­pro­zeß schlie­ßen – auf ei­ne Welt der vom Ich be­herrsch­ten le­ben­di­gen Phan­ta­sie.
Des­halb le­ben die gro­ßen Ton­dich­ter so ver­traut im Ge­dächt­nis des Vol­kes.

Der in­ne­re Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß der Spra­che er­weist sich al­so als der Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß un­se­res Geis­tes, als der Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß un­se­res Den­kens, als der Me­cha­nis­mus zur Er­schaf­fung un­se­rer Ge­dan­ken.

Und die­sen Ar­ti­ku­la­ti­ons­pro­zeß zu be­herr­schen be­deu­tet dann: den­je­ni­gen Vor­gang be­herr­schen, durch wel­chen man ei­nen Ge­dan­ken er­zeugt, er­hält, ver­än­dert und wie­der ver­sin­ken läßt.

Bei der künst­le­ri­schen Tat des Mu­si­kers ist die­se Be­herr­schung sei­nes in­ne­ren Sprach­or­gans es­sen­tiell not­wen­dig – denn be­herrscht er nicht den Me­cha­nis­mus sei­nes mu­si­ka­li­schen Vor­stel­lungs­ver­mö­gens, wie will er dann die Mu­sik be­herr­schen?
Was ge­denkt er sei­nem Nächs­ten mit­zu­tei­len? Und auf wel­cher Grund­la­ge?

Be­vor der Mu­si­ker mit Hil­fe sei­nes In­stru­men­tes ei­nen Ton formt, muß er ihn geis­tig ar­ti­ku­lie­ren, be­wußt den­ken, dann be­wußt hö­ren und schließ­lich muß er schon die viel­fäl­ti­ge Wir­kung sei­nes ge­dach­ten Tons auf sich selbst be­wußt emp­fin­den.
Erst dann kann er die Wir­kung die­ses Tons auf sei­nen Nächs­ten ab­schät­zen.

Wenn der Vor­gang des Mu­si­zie­rens nicht in die­ser voll­stän­dig be­wuß­ten Wei­se ab­läuft, dann weiß der Mu­si­ker gar nicht, was er tut.
Und die­se Art Mu­si­ker leh­nen al­le gro­ßen Mu­sik­schaf­fen­den ab.


 

                                                                                 

 

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XII.
MUSIK UND SPRACHE
Sprache
Überlegenheit
der Musik gegenüber
der heutigen Sprache
Grundlagenforschung
Das Sprachorgan
Die Schmiede der
Gedanken
Herrschaft über
gebundene und freie
Schaffenskraft
Die Dimension
der schöpferischen
Entfaltung
Kontrolle über die Welt des Denkens
Inhalt und Form,
Bedeutung und Struktur
Die Beteiligung
der Sinne
der Wahrnehmung
am Prozeß der Erkenntnisgewinnung
Sprache der Musik
Der Sprachgebrauch
unserer Vorfahren
Rückschlüsse aus
den Überlieferungen
Das Vermächtnis
unserer Ahnen
Die von unseren Ahnen
an uns gestellte Aufgabe
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