PETER HÜBNER – NATÜRLICHES MUSIKSCHAFFEN
Teil XII
Teil XII
MUSIK UND SPRACHE
    
    
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MUSIK
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Bestätigung neuer Erkenntnisse
in der Musik

 

 

 

Unsere Ahnen
als Meister der
machtverheißenden Kreativität

 

Herrscher
über die hohe
Kriegskunst auf
dem Schlachtfelde
des Lebens

 

 

 

 

 

 

 

 


Die zeitlose
Beschreibungsart unserer Vorväter

 


Der musikalische
Wunsch unserer
Generation




Mangelnde Sensibilität in der
heutigen Sprache

 


Geringe innere
Vorstellungskraft des ungeschulten
Wachbewußtseins

 

Der Verlust
des vollendeten
Sprachgebrauchs

Das Vermächtnis unserer Ahnen



Von der in­ne­ren Lo­gik ih­rer Spra­che her – von de­ren Tech­no­lo­gie her – fin­den wir be­stä­tigt, was in die­sem Buch über die Mu­sik und auch über die Spra­che ge­sagt wur­de, und wir be­gin­nen zu be­grei­fen, war­um un­se­re Ah­nen uns mit ih­ren Über­lie­fe­run­gen so ernst ans Herz ge­legt ha­ben, ge­gen­über den äu­ße­ren Wirr­nis­sen der Zei­ten un­se­ren in­ne­ren frei­en Ge­stal­tungs­wil­len nie aus un­se­ren Au­gen zu ver­lie­ren und dem Wert der in­te­grier­ten Per­sön­lich­keit im­mer den höchs­ten Rang zu­zu­spre­chen.

So wähl­ten un­se­re Vor­vä­ter bei der Über­lie­fe­rung ih­res Wis­sens bei­spiels­wei­se auch das Sym­bol der Schmie­de.
Da­bei stand die Schmie­de­kunst als Sym­bol für je­nes in­ne­re sprach­li­che Ge­stal­tungs­ver­mö­gen, für je­nes wah­re Ver­mö­gen des Dich­ters, wel­ches für die Be­herr­schung der in­ne­ren und äu­ße­ren Welt vor­aus­ge­setzt wur­de.

Je­der Mensch war ver­pflich­tet, die­se in­ne­re Kunst zu be­herr­schen und sich – aus­ge­rüs­tet mit der Schär­fe sei­nes Ver­stan­des – das Schwert sei­nes Han­delns, näm­lich den In­tel­lekt, selbst zu schmie­den: un­ter An­lei­tung des­je­ni­gen Meis­ters, der die ho­he Schmie­de­kunst selbst be­herrsch­te und sie dar­über hin­aus zu leh­ren ver­stand: und der Meis­ter war im Fel­de der macht­ver­hei­ßen­den Kre­a­ti­vi­tät, in der Be­herr­schung der wirk­li­chen Kriegs­kunst auf dem Schlacht­fel­de des Le­bens.

Ei­ne sol­che Per­sön­lich­keit be­schrei­ben un­se­re Vor­vä­ter als mit gol­de­nem Helm, gol­de­ner Brün­ne und gol­de­nem Schwert aus­ge­rüs­tet – wo­bei der Helm die Herr­schaft über den Ver­stand sym­bo­li­siert, die Brün­ne für die Herr­schaft über das Ge­fühl steht und das Schwert die schöp­fe­ri­sche Macht der Selbst­er­kennt­nis be­deu­tet.

Der gol­de­ne Schild war das Zei­chen der Son­ne, das Sym­bol für das Ich des Han­deln­den, wel­ches sein Licht der rei­nen Er­kennt­nis von der Ebe­ne der Selbst­be­wußt­heit her in das Feld des Geis­tes und dar­über hin­aus in die Welt der Um­ge­bung aus­strahl­te.

Wir ha­ben hier nur die­ses ei­ne Bei­spiel be­nutzt, um grund­sätz­lich die le­ben­di­ge sym­bol­haf­te, aber durch­aus all­ge­mein ver­ständ­li­che zeit­lo­se Be­schrei­bungs­art un­se­rer Vor­vä­ter vor­zu­stel­len und auf­zu­zei­gen, wie weit­rei­chend in­spi­rie­rend wir ih­re Über­lie­fe­run­gen heu­te aus­schöp­fen kön­nen.

Wir al­le ge­hen täg­lich mit der Spra­che um; aber wir ge­brau­chen sie nur auf der Ebe­ne simp­ler ka­te­go­ri­scher Be­deu­tung.
Wir wün­schen aber den­noch, un­se­re Spra­che als le­ben­di­gen Aus­druck der wah­ren Dicht­kunst un­se­rer Ah­nen zu er­fas­sen.

Wenn heu­te je­mand zu ei­nem an­de­ren Men­schen in nor­ma­lem Wach­be­wußt­sein das Wort „Baum“ sagt, so weiß die­ser zwar, wo­von die Re­de ist, aber er hat nicht den le­ben­di­gen Ein­druck, nicht die le­ben­di­ge Vor­stel­lung ei­nes ganz spe­zi­el­len Bau­mes – wie, wenn er die­sen wirk­lich er­leb­te.

Die­se man­geln­de in­ne­re Vor­stel­lungs­kraft im Zu­stand des Wach­be­wußt­seins er­gibt sich aus un­se­rer in­ne­ren Bin­dung an die äu­ße­re Sin­nes­wahr­neh­mung, wel­che bei­spiels­wei­se beim Traum­be­wußt­sein stark re­du­ziert wird und so ih­ren bin­den­den, von der star­ken in­ne­ren Vor­stel­lung nach au­ßen ab­len­ken­den Ein­fluß er­heb­lich ver­rin­gert.

Und so ah­nen wir et­was von dem gro­ßen Ver­lust, den der rou­ti­nier­te, schon in der Schu­le fest ein­ge­häm­mer­te me­cha­nis­ti­sche un­dif­fe­ren­zier­te und das Ge­fühl zur sprach­li­chen Ver­küm­me­rung trei­ben­de Um­gang mit den Ele­men­ten der Spra­che be­wirkt.

Denn das glei­che Wort, das dem Traum­be­wußt­sein ein le­ben­di­ges Er­leb­nis er­mög­licht, er­scheint auf der Ebe­ne des üb­li­chen kon­ven­tio­nel­len Wach­be­wußt­seins nur wie ein Schat­ten­bild und ver­mag die in­ne­re Phan­ta­sie nicht aus­rei­chend zu ak­ti­vie­ren.


 

                                                                               

 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

NATÜRLICHES
MUSIK SCHAFFEN
XII.
MUSIK UND SPRACHE
Sprache
Überlegenheit
der Musik gegenüber
der heutigen Sprache
Grundlagenforschung
Das Sprachorgan
Die Schmiede der
Gedanken
Herrschaft über
gebundene und freie
Schaffenskraft
Die Dimension
der schöpferischen
Entfaltung
Kontrolle über die Welt des Denkens
Inhalt und Form,
Bedeutung und Struktur
Die Beteiligung
der Sinne
der Wahrnehmung
am Prozeß der Erkenntnisgewinnung
Sprache der Musik
Der Sprachgebrauch
unserer Vorfahren
Rückschlüsse aus
den Überlieferungen
Das Vermächtnis
unserer Ahnen
Die von unseren Ahnen
an uns gestellte Aufgabe
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