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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Der leuchtende
Erkenntnisweg
des Musikhörers

 

 

 



Die musikalische
Ordnung der
Erkenntnisfeue





Erkenntnisfeuer
im musikalischen
Tonraum



Erkenntnisfeuer
im musikalischen
Motivraum

 



Die Leuchtkraft
der Motivbewegungen
in der Musik

Der große Kreis
der musikalischen
Erkenntnisfeuer

 

 

 

Erkenntnisfeuer
im musikalischen
Sequenzraum

 

 

 


Das höchste
musikalische Opferfeuer

 

 



Das vollständige
Bild
der musikalischen
Wirklichkeit

 

 

 

Der musikalische
Weg von der
Einheit zur Einheit




Der kosmische
Wind
als Grundlage
der Musik

Die Erkenntnisfeuer der Musik



Je­der Er­kennt­nis­be­reich – je­de Er­kennt­nis­ebe­ne – hat in der Mu­sik ih­re ganz ei­ge­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Er­kennt­nis­feu­er, und im Ver­lau­fe un­se­rer Er­kennt­nis­ge­win­nung ge­hen wir Mu­sik­lieb­ha­ber an sol­chen Er­kennt­nis­feu­ern vor­bei.

Da­bei er­freu­en wir uns ih­rer viel­ge­stal­ti­gen Wär­me, ih­res strah­len­den Lich­tes und der viel­fäl­ti­gen For­men und Ge­stal­ten, wel­che die Flam­me der mu­si­ka­li­schen Wahr­heits­ver­mitt­lung in den tö­nen­den Raum malt.

Auf den hö­he­ren mu­si­ka­li­schen Ord­nungs­ebe­nen bren­nen die Er­kennt­nis­feu­er mit fei­ne­ren Flam­men­mus­tern und mit sub­ti­le­rer, hel­le­rer und ener­gie­rei­che­rer Strahl­kraft.

Im Fel­de des mu­si­ka­li­schen Ton­raums bren­nen die Er­kennt­nis­feu­er mit der Hel­lig­keit der Pro­to­nen, Elek­tro­nen und Neu­tro­nen und er­schei­nen als das Feu­er­werk mu­si­ka­li­scher Mo­le­kül­an­ord­nun­gen – ein Ab­bild der un­be­leb­ten Na­tur.

In den mu­si­ka­li­schen Mo­tiv­räu­men bren­nen die Er­kennt­nis­feu­er mit der­je­ni­gen Hel­lig­keit, wel­che die In­di­vi­du­en in dem Pro­zeß ih­rer Ent­fal­tung aus­zeich­net, und wir wer­den an die Leucht­kraft des kind­li­chen Ge­müts er­in­nert, wel­ches sich über ein spe­zi­el­les Ge­schenk freut – aber auch an den hel­len Blick des Ju­gend­li­chen, dem ge­ra­de ei­ne tie­fe Ein­sicht zu­teil wur­de.

So ge­hen uns Hö­rern im Ver­lau­fe der Mo­tiv­hand­lun­gen vie­le Lich­ter auf; denn die Ent­zün­dung im­mer neu­er mu­si­ka­li­scher Er­kennt­nis­feu­er macht die Leucht­kraft der Mo­tiv­be­we­gun­gen in der Mu­sik aus.

Die Me­lo­die ist der gro­ße Kreis der Er­kennt­nis­lich­ter, wel­che die er­leuch­ten­den Sta­tio­nen des in­di­vi­du­el­len Le­bens­we­ges be­zeich­nen.

In den klas­si­schen Wer­ken der gro­ßen Ton­künst­ler stei­gen die­se Er­kennt­nis­feu­er in die Hö­he der mu­si­ka­li­schen Hand­lung und in die Tie­fe des mu­si­ka­li­schen Ver­ste­hens und Er­le­bens, so wie Son­ne und Mond sich auf ih­rer Bahn licht­spen­dend er­he­ben.

Auf der Ebe­ne des mu­si­ka­li­schen Se­quenz­raums bren­nen die Er­kennt­nis­feu­er mit der­je­ni­gen Hel­lig­keit, wel­che die In­di­vi­du­en beim be­glü­cken­den Um­gang mit ih­ren Mit­men­schen ver­brei­ten, und wir wer­den an die strah­len­den Au­gen der Lie­ben­den er­in­nert, wenn sie sich ih­rer viel­fäl­ti­gen ge­gen­sei­ti­gen Zu­nei­gung be­wußt wer­den.

Aber oft auch er­ken­nen wir in den Se­quenz­räu­men mit dem Au­ge des Fa­mi­li­en­va­ters, der das Trei­ben sei­ner Kin­der mit leuch­ten­dem Blick ver­folgt.

Die Er­kennt­nis­feu­er der Se­quenz stre­ben zum höchs­ten ge­mein­sa­men mu­si­ka­li­schen Op­fer­feu­er zu­sam­men, wel­ches in der Har­mo­nie statt­fin­det – in der Grund­la­ge al­ler Mu­sik.
Hier, in die­ser ab­so­lu­ten Mu­sik­welt – jen­seits von Raum und Zeit –, bren­nen die un­zäh­li­gen mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­feu­er in der Viel­falt ei­nes ein­zi­gen gro­ßen ge­mein­sa­men mu­si­ka­li­schen Op­fer­feu­ers und mit der höchs­ten reins­ten Leucht­kraft, wel­che die Mu­sik kennt.

Al­le Flam­men durch­strah­len sich gol­den – wie ei­ne ein­zi­ge Flam­me sich un­end­lich viel­ge­stal­tig selbst durch­dringt – und ver­mit­teln un­se­rem hell­wa­chen Ver­stan­de das voll­stän­di­ge Bild der mu­si­ka­li­schen Wirk­lich­keit.

Und wäh­rend die wär­men­den Glu­ten die­ses höchs­ten Mu­sik­op­fers in un­end­li­chem Fluß in­ein­an­der auf­ge­hen, stre­ben sie von der Ein­heit in se­li­gem Rei­gen im­mer wie­der zur Ein­heit hin; da­bei er­wär­men sie in wun­der­ba­rer, viel­fäl­ti­ger Wei­se die Fül­le un­se­res Ge­fühls.

Doch in der Har­mo­nie ist das voll­stän­di­ge mu­si­ka­li­sche Er­le­ben und die gan­ze mu­si­ka­li­sche Zau­ber­welt von den all­mäch­ti­gen und all­wir­ken­den Kräf­ten ei­ner neu­en, un­be­grenz­ten Welt jen­seits von Raum und Zeit durch­drun­gen, die jetzt der Mu­sik­lieb­ha­ber ganz spon­tan in sich selbst lo­ka­li­siert.

Die­se ab­so­lu­te Mu­sik­welt der Har­mo­nie wird durch den über­ir­di­schen Le­bens­hauch ord­nend zu­sam­men­ge­hal­ten – durch den kos­mi­schen Atem –, wel­cher al­le wirk­li­che Mu­sik wie ein Ur­wind durch­zieht und von in­nen her als die See­le der Ton­kunst am Le­ben er­hält.

Und der Mu­sik­lieb­ha­ber er­kennt die­sen kos­mi­schen Le­bens­hauch als sei­nen ei­ge­nen in­ne­ren Atem.


 

                                                                                 
 



© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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