Die
Systematik
der musikalischen
Wissensgewinnung
Die
schöpferische
Anregung der
reinen musikalischen Erkenntnis
Freude
an der
lebendigen musikalischen Wahrheit
Die ewige Quelle
aller Weisheit in
der Musik
In seinem ersten Stadium ist der Prozeß unserer musikalischen Erkenntnisgewinnung empirischer Natur.
Es ist diejenige Stufe, auf welcher wir als Hörende das außen tönende Musikwerk strukturell erfassen.
Dieses empirische Erfassen wird jedoch sofort in seiner Begrenztheit erweitert, wenn unser Intellekt beginnt, die Tonmuster auf ihren tatsächlichen musikalischen Gehalt hin zu untersuchen wenn er sie also beurteilt und bewertet.
Sein Bewertungsergebnis gibt unser Intellekt dann an unser Ichbewußtsein weiter, und das Ichbewußtsein beginnt eigenständig und ganz natürlich mit der Vervollkommnung der musikalischen Aussage.
Dabei vergleicht unser Ichbewußtsein die über den Intellekt gelieferten musikalischen Erkenntnisse mit seiner eigenen Wesenheit mit unseren ureigenen Erkenntnissen und setzt so unsere eigenen innewohnenden Erkenntniskräfte in eine natürliche musikalisch-schöpferische Funktion.
Hierbei benutzt unser Ichbewußtsein die Information der außen erklingenden Musik als unvollkommenes Assoziationsmuster, um die schon in uns selbst latent vorhandenen vollkommeneren Tonmuster zum Schwingen anzuregen.
Und die in Funktion gesetzten Erkenntniskräfte unseres Intellekts werden schöpferisch tätig, um unserem Ichbewußtsein ein vollständigeres harmonischeres musikalisches Bild zu liefern, als es die äußere Darbietung tut.
So gestalten die schöpferischen Kräfte unseres Ichbewußtseins mittels der ihnen unterstellten Gestaltungskräfte unseres Intellekts: als ihren Werkzeugen aus dessen eigener natürlicher Harmonie heraus nach außen hin zu unserem Geiste hin den Sequenzraum, den Motivraum und den musikalischen Tonraum.
Und so erklingt schließlich im Geiste des „kreativen Musikhörers“ das Konzert in seiner vollkommenen Gestalt.
Damit ist unser Ichbewußtsein, sind aber auch unser Gefühl und unser Verstand zufriedengestellt, und sie erfreuen sich der lebendigen musikalischen Wahrheit, welche jetzt in den tönenden Räumen unseres Geistes eine harmonische vielfältige Einheit bildet.
Der „Vergleich“ der äußeren musikalischen Interpretation mit der in unserem Ichbewußtsein verankerten lebendigen Tonkunst ist ja eigentlich das Schöpfen aus etwas innen Vorhandenem und ist somit auch kein wirkliches Neuschaffen.
Diese Funktion des „Vergleichs“ entspricht viel eher dem inneren Erkennen einer schon vorhandenen in der Stille tönenden musikalischen Wirklichkeit; und dieses „Schaffen“ entspricht daher eher einem Sich-Erinnern durch äußere Anregung , nicht jedoch dem Erdenken eines wirklich Neuen.