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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Die Reise vom
musikalischen Tonraum in die
absolute Musikwelt
der Harmonie

 

 

 



Bekanntschaft
des Hörers
mit der reinen
Selbstbewußtheit

 

Erkenntnis der
ursprünglichen Weltordnung

 

 

 

 

 

 


Der Mensch
im Kampf mit
dem Schicksal

 

 


Harmonisierende Funktion des
Musikschaffens

 



Erfahrung des
Einklangs mit den
allgewaltigen Naturgesetzen



Die Absicht der
musikalischen Wahrheitsvermittlung



Mit sei­nem Mu­sik­werk ver­bin­det der Ton­dich­ter ei­ne ganz be­stimm­te Ab­sicht: er will sei­nen Hö­rer schritt­wei­se mit der be­frei­en­den Welt der Selbst­be­wußt­heit be­kannt ma­chen; und er er­reicht dies, in­dem er den mu­si­ka­li­schen Fort­gang so ge­stal­tet, daß sein Hö­rer schritt­wei­se – vom mu­si­ka­li­schen Ton­raum aus­ge­hend – über die Mo­tivund Se­quenz­räu­me in den un­end­li­chen Raum der Har­mo­nie ge­führt wird.

Hat der Hö­rer die­sen un­be­grenz­ten Mu­sik­raum der Har­mo­nie er­reicht, so ist er auch gleich­zei­tig bei sich selbst an­ge­langt und hat die dy­na­mi­sche mu­si­ka­li­sche Fül­le sei­ner ei­ge­nen Selbst­be­wußt­heit lo­ka­li­siert.

Der Zweck des klas­si­schen Mu­sik­wer­kes liegt al­so in der Ver­herr­li­chung der Selbst­be­wußt­heit – des na­tür­li­chen Schaf­fens­fel­des der Ton­dich­ter; und die Ab­sicht des Mu­sik­schöp­fers liegt dar­in, den Hö­rer mit der Er­fah­rung der rei­nen Selbst­be­wußt­heit be­kannt zu ma­chen. Hier­zu be­dient er sich des Mit­tels der Mu­sik.

Des­halb ver­folgt der Mu­sik­schaf­fen­de ei­nen ganz un­be­irr­ten Weg.
Er führt den Hö­rer durch die Schön­heit der Welt und bringt ihm die Har­mo­nie, nach wel­cher die Welt ur­sprüng­lich ge­ord­net ist, nä­her.

Die­se Ab­sicht ist nicht so un­ver­ständ­lich – be­son­ders in ei­ner Zeit, in wel­cher sich in der Fol­ge mensch­li­chen Fehl­ver­hal­tens die Um­welt hier und da schein­bar so feind­lich zeigt und bei den­je­ni­gen, wel­che die kau­sa­len, ver­nünf­tig ge­ord­ne­ten Be­zie­hun­gen von Ur­sa­che und Wir­kung nicht durch­schau­en, ein ver­zerr­tes Bild von der ur­sprüng­lich tat­säch­lich har­mo­nisch an­ge­leg­ten Wirk­lich­keit des Le­bens ent­steht.

We­gen die­ses Zerr­bil­des der ei­gent­lich voll­stän­dig le­bens­för­dern­den Funk­ti­ons­wei­se der Na­tur ha­dert der Mensch mit dem Schick­sal.

Und er stellt sich ent­we­der ge­gen die Na­tur, oder aber er glaubt, die­se all­mäch­ti­ge Kraft durch tech­ni­sche Hilfs­mit­tel – so­ge­nann­te „Er­run­gen­schaf­ten“ – über­lis­ten zu müs­sen und zu kön­nen.

Der klas­si­sche Mu­sik­schöp­fer klärt den Mu­sik­hö­rer über die Sinn­lo­sig­keit sol­cher Ein­bil­dung – auf wel­che sich letzt­lich ja die gan­ze tech­ni­sier­te Zi­vi­li­sa­tion mit­samt ih­rem mensch­li­chen Un­ver­mö­gen stützt – auf und zeigt ihm prak­ti­sche Mit­tel und gang­ba­re We­ge, sich selbst und sein ei­ge­nes Han­deln mit der all­mäch­ti­gen Na­tur in Ein­klang zu brin­gen.

Mu­si­ka­lisch-tech­nisch be­ginnt die­ser Bil­dungs­pro­zeß mit der Mo­tiv­ent­fal­tung, setzt sich in den Se­quenz­raum hin­ein fort und fin­det sei­nen Ab­schluß im Raum der Har­mo­nie.

Auf der Ebe­ne der Har­mo­nie wird der Hö­rer von den Wer­ten der ab­so­lu­ten Ton­sub­stanz durch­drun­gen, und so er­fährt er ganz per­sön­lich sein ei­ge­nes Le­ben in völ­li­gem Ein­klang mit den all­ge­wal­ti­gen Na­tur­ge­set­zen; ja, er er­kennt sich in sei­nem Schaf­fens­akt – wel­cher aus dem mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­pro­zeß ganz fol­ge­rich­tig her­vor­geht – so­gar als der recht­mä­ßi­ge Herr­scher über die Na­tur.

Und von die­sem neu­en Stand­punkt in sei­ner Selbst­er­kennt­nis aus sieht er die Na­tur so­gar als sei­ne ver­trau­te Weg­ge­fähr­tin an, wel­che sich sei­nen Wün­schen ganz selbst­ver­ständ­lich zu­neigt und die­se er­füllt.


 

                                                                                

 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

 

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TEIL   III
TEIL   III
UNVERGÄNGLICHE UND VERGÄNGLICHE MUSIKTRADITION
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
III.
UNVERGÄNGLICHE
& VERGÄNGLICHE MUSIKTRADITION
Das Maß
der musikalischen Vollkommenheit
Die Freiheit des musikalischen Sinns
Der Zweifel im Prozeß
der musikalischen Wahrheitsfindung
Hitze- & Kälteerzeuger
in der Musik
Die harmonisierende Natur der
urklassischen Musik
Die Absicht
der musikalischen Wahrheitsvermittlung
Die Totalität
allen Lebensglücks
im Auge

 

 

 

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