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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Der Tonschöpfer
auf dem
musikalischen Erkenntnisweg


Der Musikschöpfer
und der Hörer auf
dem musikalischen
Erkenntnisweg

 

Der Tondichter
schafft für den
Hörer den
Erkenntnisweg

 

 

 

 

Das wie die Sonne
leuchtende Ziel der
Selbsterkenntnis

 

 

 

 

 



Die vollkommene
Musikwelt der
Harmonie

 


Der Weg des
Tonschöpfers
zum Musikhörer

 

 

 

 

 

 


Der Musikschaffende im
Lichte der
Wahrheit

 

 



Handeln und
Nichthandeln
als musikalische
Einheit

Vorbild des Musikschöpfers
im musikalischen Erkenntnisprozeß



Kei­ne Ko­pie läßt sich ohne ein Ori­gi­nal ma­chen; und ge­nau­so wird im Fel­de der Mu­sik auch der Hö­rer den Er­kennt­nis­weg nicht er­folg­reich be­schrei­ten kön­nen, wenn ihn der Mu­sik­schaf­fen­de nicht schon selbst vor­her be­schrit­ten hat.

Dem In­ter­pre­ten mag es durch­aus so er­schei­nen, als ob er dem Hö­rer ir­gend­wel­che We­ge nur be­schreibt.
Für den wah­ren Mu­sik­hö­rer je­doch schrei­tet im Ver­lau­fe der mu­si­ka­li­schen Hand­lung der Mu­sik­schaf­fen­de die­sen Weg per­sön­lich ab und be­glei­tet da­bei sei­nen Hö­rer selbst in die Hö­hen der mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis.

Da­her­aus ist es ein­leuch­tend, daß beim Schaf­fen des Mu­sik­wer­kes der Ton­künst­ler den Er­kennt­nis­weg, wel­chen er in dem Mu­sik­werk be­schreibt, auch selbst geht.

Und dies wie­der­um setzt na­tür­li­cher­wei­se vor­aus, daß der Mu­sik­schöp­fer die­sen Weg mit sei­nem gan­zen We­sen be­schrei­tet, aus tie­fem Her­zen und mit kla­rem Kopf be­schrei­tet, un­ter dem vol­len Ein­satz sei­nes Ge­fühls und sei­nes Ver­stan­des be­schrei­tet: daß er so sei­nem Hö­rer den Weg der mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­ge­win­nung voll­stän­dig bahnt.

Und ein sol­cher­art vor­ge­schrit­te­ner Er­kennt­nis­weg schließt das Kon­zept ei­nes äu­ße­ren Kom­po­nie­rens ver­ständ­li­cher­wei­se schon an sei­ner Wur­zel aus und er­for­dert vom Ton­schöp­fer selbst hell­se­he­ri­sche Fä­hig­kei­ten; denn der Mu­sik­schaf­fen­de muß von al­lem An­fang sei­nes mu­si­ka­li­schen Wir­kens an das gro­ße wie die Son­ne leuch­ten­de Ziel der Selbst­er­kennt­nis aus sei­nem geis­ti­gen Au­ge her­vor­leuch­ten las­sen, da­mit sein Hö­rer die gro­ßen Wel­ten der mu­si­ka­li­schen Kräf­te­fel­der un­be­irrt durch­ei­len kann.

Wie schon an an­de­rer Stel­le er­wähnt, wirkt der Mu­sik­schaf­fen­de hier zwei­fach und gibt dem Mu­sik­hö­rer auch gleich­zei­tig ein dop­pel­tes Bei­spiel:

  1. ei­ner­seits ver­bleibt der Ton­künst­ler wäh­rend sei­nes ge­sam­ten Mu­sik­schaf­fens­pro­zes­ses selbst im Zu­stand rei­ner Selbst­be­wußt­heit und tritt in­so­fern auch nicht im ge­rings­ten in den Be­reich der tö­nen­den Mu­sik – er ver­bleibt in der voll­kom­me­nen Mu­sik­welt der Har­mo­nie;

  2. an­de­rer­seits tritt der Kom­po­nist gleich­zei­tig aus die­ser un­be­grenz­ten Welt in die be­grenz­ten Wel­ten der Se­quen­zen, der Mo­ti­ve und selbst bis in den äu­ßers­ten Be­reich des mu­si­ka­li­schen Ton­raums – in die ma­te­riel­le Sphä­re der Mu­sik.
So be­gibt er sich in die Welt, in wel­cher sein Mu­sik­hö­rer ge­dul­dig war­tet, nimmt die­sen bei der Hand und führt ihn auf be­glü­cken­den We­gen über die Mo­tiv­räu­me und die Se­quenz­räu­me in das un­end­li­che Reich der Har­mo­nie, zu sich selbst.

Auf die­se Wei­se führt der Mu­sik­schöp­fer sei­nen Hö­rer in die­je­ni­ge Welt, in wel­cher die­ser sich selbst er­kennt – in wel­cher die Ein­heit von Mu­sik­schaf­fen und Mu­sik­hö­ren ge­ge­ben ist: in der die Ein­heit al­ler Din­ge ge­ge­ben ist.

Wäh­rend der Mu­sik­schaf­fen­de dem Mu­sik­hö­rer im ab­so­lu­ten Kräf­te­feld der Har­mo­nie ei­ner­seits das Bei­spiel des im Lich­te der Wahr­heit Le­ben­den, des un­ge­trübt Schau­en­den, des äu­ßer­lich Un­be­weg­li­chen, des im ei­ge­nen Glück Schwin­gen­den ver­mit­telt – das Bild des wah­ren Mu­sik­schöp­fers al­so –, ist er ihm auch gleich­zei­tig das per­sön­li­che Bei­spiel des er­folg­rei­chen Mu­sik­hö­rers, in­dem er sei­nem Hö­rer von der be­grenz­ten Welt des mu­si­ka­li­schen Ton­raums si­cher in die un­be­grenz­ten Sphä­ren der Har­mo­nie vor­aus­schrei­tet.

Aus dem ei­ge­nen Be­schrei­ten des mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­we­ges er­gibt sich für den Hö­rer die per­sön­li­che Er­fah­rung rich­ti­gen Han­delns.
Wenn er näm­lich vom mu­si­ka­li­schen Ton­raum aus die Hö­hen der mu­si­ka­li­schen Wahr­heit er­reicht und im ab­so­lu­ten Mu­sik­feld der Har­mo­nie an­ge­langt ist, macht er dort die per­sön­li­che Er­fah­rung des Nicht­han­delns; denn im Fel­de der Har­mo­nie er­kennt der Hö­rer die Mu­sik plötz­lich als selbst­schöp­fe­risch – als in sich selbst flie­ßend, als in sich selbst han­delnd.

Und wenn der Mu­sik­hö­rer aus dem Zu­stand sei­ner Selbst­be­wußt­heit her­aus schließ­lich ganz na­tür­lich und völ­lig an­stren­gungs­los selbst schöp­fe­risch wird, da macht er die Er­fah­rung der Ein­heit von Nicht­han­deln und Han­deln – in­dem er ei­ner­seits im Fel­de der Har­mo­nie ver­weilt, al­so per­sön­lich im Zu­stand der rei­nen Selbst­er­kennt­nis ver­bleibt –, an­de­rer­seits je­doch schöp­fe­risch schrei­tend den Weg in sei­ne selbst­ge­schaf­fe­ne mu­si­ka­li­sche Welt an­tritt und ver­jün­gend in ihr wirkt.


 

                                                                                 
 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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TEIL   IV
TEIL   IV
DAS LEBENDIGE BEISPIEL DER MUSIKALISCHEN WAHRHEITSERKENNTNIS
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
IV.
DAS LEBENDIGE BEISPIEL
DER MUSIKALISCHEN
WAHRHEITS-

ERKENNTNIS
Das Vorbild
des
Musikschöpfers
im musikalischen
Erkenntnisprozeß
Feststehende Grundsätze in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die Ströme
der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Der Vorgang
des musikalischen Erwägens
Energie- & Intelligenzströme in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die innere Logik
des musikalischen Erkennntisprozesses
Der Musikschaffende trägt seine natürliche Verantwortung
Freiheit des Hörers
vor dem Schicksal

 

 

 

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