Die
Gruppe der
musikalischen Kräftefelder
Die
Evolution
in der Musik
Der Lebensrhythmus als Inhalt des
musikalischen Erkenntnisobjektes
Konkretisierung
und Abstraktion
in der Musik
Die strukturelle
Klarheit der
musikalischen Erkenntnisobjekte
Der
Sinn der
strukturellen Dichte
in den
musikalischen Kräftefeldern
Die
natürliche
strukturelle Ordnung in der
Musik
Die natürliche
Richtung des
musikalischen Erkenntnisprozesses
Das Objekt der Erkenntnis ist am musikalischen Erkenntnisprozeß beteiligt: als die im akustischen Raum, in den Tonräumen, in den Motivräumen, in den Melodie- und Sequenzräumen sowie im unendlichen Raum der Harmonie eingebettete Musik.
Das Objekt der Erkenntnis beinhaltet die musikalische Darstellung der kosmischen Entwicklung genausogut wie die Darstellung unserer ganz individuellen Lebensentfaltung: unser Geborenwerden, unser individuelles Wachstum und unsere individuelle Vollendung, aber auch den Entwicklungsgang sozialer Gruppen und ganzer Völker, ja der ganzen Menschheit.
Das Objekt der Erkenntnis setzt sich also nicht etwa aus fixierten musikalischen Parametern zusammen welche bei oberflächlicher Betrachtung ja allenfalls das unveränderliche Atom, die unveränderliche Pflanze, das unveränderliche Tier oder den unveränderlichen Menschen aufzeigen könnten.
Die wirklich klassische Musik zeigt alle Objekte der Erkenntnis in permanenter musikalischer Veränderung: in andauernder Umwandlung, in spielerischer gemeinsamer Entfaltung und in den feineren Musikschichten in immer harmonischerer gegenseitiger Durchdringung.
Wirklich klassische Musik vermittelt dem Hörer das Wissen über die permanente Veränderung all dessen, was sich überhaupt verändern kann.
In den gröberen Musikschichten sind die Veränderungen konkreter, spezifischer, detaillierter, mehr auf einzelne, leicht überschaubare Objekte bezogen.
In den feineren musikalischen Schichten jedoch werden die Objekte der Erkenntnis immer abstrakter, immer umfassender, immer allgemeiner und die Veränderungen, welche sie ausdrücken, charakterisieren dann eher Tendenzen oder Strömungen von Einflüssen als begrenzte, konkrete Kräftewirkungen.
Außerdem sind die Objekte der Erkenntnis in den feineren musikalischen Kräftefeldern deutlicher abgebildet als in den gröberen Musikschichten.
Und dringt der Hörer erst einmal in die feineren Bereiche der Musik ein, dann erkennt er diese Felder der musikalischen Aussage immer deutlicher wohl abstrakter, aber immer klarer.
Der Unterschied der Erkenntnis in den gröberen oder in den feineren musikalischen Kräftefeldern läßt sich mit dem unterschiedlichen Erscheinungsbild zwischen einem genau geformten Kaugummi und einem ebenso genau geschliffenen Diamanten vergleichen.
So wie beim Diamanten die funkelnde Durchdringung des Lichtes dessen Glanz und seine Klarheit gegenüber dem Kaugummi erhöht, so erhöht das Licht verdichteterer Erkenntnisgewinnung die Klarheit bei unserer praktischen Einsicht in die feineren Elementarschichten der Musik.
Denn wenn auch der Kaugummi aus dem gleichen Grundmaterial besteht wie der Diamant, so weist doch der Diamant einen viel höheren Dichteund Ordnungsgrad auf und ist deshalb besser in der Lage, die Prinzipien der Formgestaltung zu verdeutlichen.
Entsprechend verhält es sich in der Musik: so wie sich der Kaugummi eher zum Verpacken des Diamanten benutzen ließe als umgekehrt, so läßt sich der musikalische Tonraum leichter zum Körper des Motivraumes machen als umgekehrt.
Und so läßt sich der Motivraum leichter zum Körper des Sequenzraumes machen als umgekehrt; und so läßt sich der Sequenzraum leichter zum Körper des Harmonieraumes machen als umgekehrt.
Der Musikprozeß weist eine natürliche Strukturierung auf, und entsprechend dieser hierarchischen Ordnung der Musik verläuft der musikalische Erkenntnisprozeß.
Und er erstreckt sich schrittweise über alle musikalischen Kräftefelder von den gröberen zu den feineren und bis hinein in das unendliche Feld der Harmonie.