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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

In der Welt der
musikalischen Sequenzen

 

 

 

 

 

Der musikalische
Kräftestrom der
Harmonie

 

 

 

Das Urbild aller
Musik in der reinen
Selbsterkenntnis

Die unendliche
Quelle der Musik

 



Die Kunst der
Schlußfolgerung
als Schlüssel der
musikalischen Erkenntnis-
gewinnung

 


Der sichere Weg
in die höheren
Ordnungswelten
der Musik

Der vertikale Weg
zu wirklicher
Musikerkenntnis

 


Der lebensferne
Weg unmusika-
lischer Erkenntnis-
gewinnung

 

 

 

 

 

 

Der Sinn des
musikalischen Folgerns

Das musikalische Erleben
der allmächtigen Schöpferkraft
der Harmonie



Die­ser Er­kennt­nis­stand­punkt cha­rak­te­ri­siert un­se­re mu­si­ka­li­sche Ein­sicht in die Welt der Se­quenz.

Denn nun be­mer­ken wir, daß die mu­si­ka­li­schen Kräf­te der in­di­vi­du­el­len Ent­fal­tung – die Mo­ti­ve – wie durch ei­nen ge­hei­men Zau­ber von in­nen her durch an­de­re Kräf­te hö­he­rer Ord­nung zu­sam­men­ge­hal­ten wer­den – durch noch mäch­ti­ge­re Kräf­te, als die Mo­ti­ve es selbst sind.

Und in­dem wir uns schritt­wei­se mit die­sen neu­en, hö­he­ren Kräf­ten iden­ti­fi­zie­ren, ma­chen wir ganz all­mäh­lich die Er­fah­rung der Macht­quel­le je­ner Se­quenz­kräf­te: wir er­le­ben die all­mäch­ti­ge Schöp­fer­kraft der Har­mo­nie.

Wir er­ken­nen, wie je­ner un­end­li­che Kräf­te­strom der Har­mo­nie die Se­quen­zen be­le­bend durch­dringt und sich da­bei schöp­fe­risch zu den Mo­ti­ven aus­dehnt.

Und wäh­rend wir ganz na­tür­lich un­se­re Auf­merk­sam­keit auf die Quel­le je­nes Stro­mes len­ken, da er­ken­nen wir die Har­mo­nie selbst.

In der Har­mo­nie fin­den wir dann das Ur­bild der ge­sam­ten äu­ße­ren Mu­sik; und wir be­mer­ken, daß die äu­ße­re Mu­sik in den Se­quenz­räu­men, in den Mo­tiv­räu­men und im mu­si­ka­li­schen Ton­raum nur ei­ne Wi­der­spie­ge­lung der dy­na­mi­schen mu­si­ka­li­schen Be­we­gung in­ner­halb des Rei­ches der Har­mo­nie ist.

Und in die­sem Mo­ment sind wir ganz per­sön­lich – ohne dar­über spe­zi­ell nach­zu­sin­nen – im Be­reich der rei­nen Selbst­er­kennt­nis an­ge­langt.

Die sys­te­ma­ti­sche Fol­ge un­se­rer na­tür­li­chen mu­si­ka­li­schen Schluß­fol­ge­run­gen hat uns als er­ken­nen­de Mu­sik­hö­rer schritt­wei­se in die Sphä­re des Mu­sik­schaf­fens ge­bracht, aus wel­cher wir jetzt al­le Mu­sik her­aus­flie­ßen se­hen wie aus ei­ner un­er­schöpf­li­chen Quel­le.

Des­halb ist in der Mu­sik die Kunst, Schluß­fol­ge­run­gen zu zie­hen, die Vor­aus­set­zung für jeg­li­che mu­si­ka­li­sche Er­kennt­nis­ge­win­nung.
Sie ist dies so­wohl beim Mu­sik­schaf­fen­den als auch beim Mu­sik­hö­rer.

Und die­se Kunst des mu­si­ka­li­schen Fol­gerns stellt sich dar­über hin­aus auch als die Vor­aus­set­zung der all­ge­mein-mensch­li­chen Er­kennt­nis­ge­win­nung in der Mu­sik her­aus.

Die Kunst des Fol­gerns bringt den Mu­sik­hö­rer ganz na­tür­lich in die Ge­fil­de im­mer hö­he­rer mu­si­ka­li­scher Ord­nun­gen und so sys­te­ma­tisch in die Fel­der im­mer hö­he­rer mu­si­ka­li­scher Er­kennt­nis.

Da­bei be­steht die Kunst des Ton­schöp­fers dar­in, daß er sei­nen Hö­rer in der Kunst der mu­si­ka­li­schen Schluß­fol­ge­rung aus­bil­det – daß er ihm da­bei den ver­ti­ka­len Weg in die Tie­fe wirk­li­cher Mu­sik­er­kennt­nis auf­zeigt, und daß er die­sen Er­kennt­nis­weg für den Mu­sik­hö­rer auch selbst bei­spiel­haft be­schrei­tet.

Jeg­li­cher ho­ri­zon­ta­len Art des mu­si­ka­li­schen Schein­fol­gerns, wie es heu­te in der her­kömm­li­chen Mu­sik­ana­ly­se prak­ti­ziert wird, er­wach­sen auch nur Schei­ner­kennt­nis­se.
Die­se ent­sprin­gen aus un­ech­ten Fol­ge­run­gen – auch aus völ­lig un­prak­ti­schen Fol­ge­run­gen.

Die­se Schein­fol­ge­run­gen füh­ren den Hö­rer gar nicht in Be­rei­che hö­he­rer mu­si­ka­li­scher Er­kennt­nis.
Sie be­las­sen ihn im Be­reich des mu­si­ka­li­schen Ton­raums, des­je­ni­gen Rau­mes, in wel­chem der Pro­zeß der mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­ge­win­nung be­ginnt.

Dies ent­spricht ver­gleichs­wei­se dem Fall, daß je­mand Kör­ner zählt, an­statt sie in die Er­de zu tun und sie wach­sen zu las­sen.

Der Pro­zeß der mu­si­ka­li­schen Schluß­fol­ge­rung rich­tet sich im­mer nach der Er­kennt­nis hö­he­ren mu­si­ka­li­schen Sinns aus, lei­tet in die Tie­fe der Mu­sik – zum na­tür­li­chen Ur­sprung der Mu­sik – und ver­setzt den Mu­sik­hö­rer sys­te­ma­tisch in den Stand ei­nes Mu­sik­schaf­fen­den.


 

                                                                                

 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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DIE DREI GROSSEN SCHRITTE DES MUSIKALISCHEN ERKENNTNISPROZESSES
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
V.
DIE DREI GROSSEN
SCHRITTE DES
MUSIKALISCHEN
ERKENNTNIS-
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Die drei Schritte
zur Wahrheit
Der erkennende
Musikhörer
Das Objekt
der musikalischen Erkenntnis
Der Erkenntnisprozeß
Die Kunst
der Schlußfolgerung
in der Musik
Das musikalische
Erleben der allmächtigen Schöpferkraft der Harmonie
Der Sinn der
musikalischen Logik
Musikalische Belebung
des Ichbewußtseins

beim Hörer
Der glückspendende
Prozeß der Kreativität

 

 

 

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