Der
systematische
Weg des Hörers
zum Musikschaffenden
Integration
der drei großen Schritte
der Musik
Schrittweises
Erwachen der
musikalischen Erkenntnis-
werkzeuge
Die
Erkenntnis
des dynamischen
Kontinuums
absoluter Musik
Das
Ichbewußtsein
übernimmt die freie
Herrschaft über die
musikalischen Erkenntnis-
werkzeuge
Ganz besonders stützt sich der Erkenntnisprozeß auf die musikalische Belebung und Anregung unseres Ichbewußtseins, welche über die Erkenntniswerkzeuge unseres Gefühls und unseres Verstandes bewirkt werden und welche uns als Hörer schrittweise in die Rolle eines Musikschaffenden versetzen.
Die Integration dieser drei gleichzeitig ablaufenden Vorgänge im Prozeß der Erkenntnisgewinnung macht die Gesamtheit unserer musikalischen Erkenntnisgewinnung aus.
Und zu verschiedenen Zeiten des Gesamtprozesses überwiegt mal der eine, mal der andere Teil dieser drei Vorgänge.
Zu Beginn eines jeden Hörvorganges bei einem Konzert klassischer Musik überwiegt erst einmal das äußere Hören und dann das Abbilden des akustischen Tonmusters in unserem geistigen Raum.
Doch ganz allmählich gewinnen das intellektuelle Unterscheidungsvermögen unseres Verstandes und das intellektuelle Synthetisierungsvermögen unseres Gefühls im Prozeß unserer individuellen Erkenntnisgewinnung an Macht, und wir dringen in die inneren Schöpfungswelten der Musik ein erst in die inneren Tonräume, dann in die Motivräume, dann in die Sequenzräume und schließlich in den unendlichen Raum der Harmonie.
In diesem Moment wird durch den inneren Atem der Musik der innere Atem von uns Hörern zum Wehen angeregt, und seine belebenden Winde durchdringen unseren Geist und versetzen ihn als absolute Tonsubstanz in Schwingung.
Sobald unser Geist in dieser Weise strukturell auf den Wert umfassender kosmischer Funktion gebracht ist, erlangt sein Erkenntnisprozeß auch die Funktion kosmischen Gelingens: wir erkennen alle Vielfalt der Musik auf der Ebene der Einheit als ein dynamisches Kontinuum jenseits von Raum und Zeit, und wir erleben jeden einzelnen Aspekt als einen integrierenden Teil des Gesamten.
Jetzt erst erhält unser Ichbewußtsein die sympathische, lebensfördernde Umgebung, die es zur persönlichen freien Entfaltung braucht, und es beginnt, sich in unserer Tiefe zu regen; es wird schöpferisch aktiv und dringt in die in der Einheit schwingenden Gefilde unseres Geistes ein.
In diesem Moment übernimmt unser Ichbewußtsein die freie Herrschaft über unsere Erkenntniswerkzeuge, tritt die koordinierte Herrschaft über Gefühl und Verstand an und bestimmt mit diesen als seinen Gestaltungskräften alles weitere musikalische Geschehen.