Tönende
Umkehrung der
Evolution des
musikalischen Erkenntnisprozesses
Verlust
der
musikalischen Erkenntnisenergien beim Hörer
In einem solchen Falle findet jedoch die musikalische Erkenntnisgewinnung
ihr jähes Ende.
Denn der Prozeß des erkennenden Verdichtens, welcher für unsere wahre musikalische
Erkenntnisgewinnung unumgänglich ist, wird hier abrupt abgebrochen.
Diese Tatsache entspricht vergleichsweise dem Fall, daß ein Mensch sich über
irgendeinen Sachverhalt klarwerden möchte, sich deshalb in Ruhe hinsetzt,
um zu überlegen dann jedoch sofort den Fernsehapparat anstellt und sich
eine x-beliebige Sendung anschaut, welche gerade ausgestrahlt wird.
Es ist mit statistischer Wahrscheinlichkeit auszuschließen, daß er unter Anwendung
dieser Methode seiner persönlichen Fragestellung mit der notwendigen Sorgfalt
nachgehen kann.
In der analogen Weise werden durch simple tonale Muster beziehungsweise durch
die Strukturierung simpler tonaler Muster wie zum Beispiel durch periodische
Schwingungen oder auch durch einen periodisch gegliederten Rhythmus bei
der Interpretation alle Fragen nach einem tieferen Sinn der Musik beiseitegeschoben.
Denn durch die Verwendung periodischer Tonmuster wird die Aufmerksamkeit des
Hörers zwingend auf dessen Physiologie gelenkt.
Dies bedeutet, daß der ganze Erkenntnisvorgang des Hörers mit Gewalt in äußere
Bereiche geringerer musikalischer Dichte und entsprechend geringerer musikalischer
Ordnung abgedrängt wird, und daß deshalb die Erkenntnisenergien des Hörers
in die Bereiche geringerer musikalischer Wahrheitsverkörperung hineingetrieben
werden und sich dort verbrauchen ihn persönlich in dieser Weise geradezu
systematisch schwächen.