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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 


Logische Schlüsse
im musikalischen
Erkenntnisprozeß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fehlschluß des
Ver­stan­des im
musikalischen Erkenntnisprozeß

Fünf Arten von Irrtümern aus seinen bisherigen relativen Musikerfahrungen sieht der kreative Musikhörer jetzt im Erfahrungsbereich der reinen Selbstbewußtheit bei seinem natürlichen Einblick in die Welt der Harmonie als behoben an:

  1. den Fehlschluß in der
    musikalischen Erkenntnisgewinnung,

  2. das Widersprüchliche in der
    musikalischen Erkenntnisgewinnung,

  3. die mit der Fragestellung
    gleichbedeutende Antwort in der Musik,

  4. Unerwiesenes in der
    musikalischen Erkenntnisgewinnung,

  5. Verspätetes.

 

Der Fehlschluß in der musikalischen Erkenntnisgewinnung



Im re­la­ti­ven Pro­zeß un­se­res Mu­sik­hö­rens und -er­le­bens schlos­sen wir im Zeit­fluß von ei­ner ganz be­stimm­ten Er­kennt­nis auf ei­ne hö­he­re eben­so be­stimm­te Er­kennt­nis.

Da­bei durch­reis­ten wir die Wel­ten der mu­si­ka­li­schen Ord­nun­gen.

So streb­ten wir von den mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­fel­dern nie­de­rer Ord­nung zu den mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­fel­dern hö­he­rer Ord­nung.

Un­ser Ge­fühl fol­ger­te bei je­dem Schritt auf den Zu­stand ei­ner grö­ße­ren Er­fül­lung; denn das Feld der hö­he­ren Er­kennt­nis setz­te je­weils in ihm mehr Ener­gien frei.

Und die­se Zu­nah­me an Ener­gie re­gi­strier­te un­ser Ge­fühl dann als ei­ne Zu­nah­me an Macht­po­ten­ti­al und an Glücks­emp­fin­dung.

Un­ser Ver­stand je­doch schloß in den hö­he­ren mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­ebe­nen auf ein We­ni­ger an Viel­falt; da­bei hielt er – rein aus Ge­wohn­heit – sein Er­kennt­nis­au­ge über­wie­gend auf die ober­fläch­lich er­kenn­ba­re Viel­falt in den nie­de­ren Mu­sik­wel­ten ge­rich­tet.

Die Träg­heit un­se­res Ver­stan­des, wel­che von des­sen Struk­tur­an­glei­chung an die nie­de­ren mu­si­ka­li­schen Kräf­te­fel­der her­rühr­te, er­laub­te es ihm nicht, in den fei­ne­ren und dich­te­ren Fel­dern grö­ße­rer mu­si­ka­li­scher Ein­heit die Viel­falt mit der glei­chen Deut­lich­keit wahr­zu­neh­men wie in den nie­de­ren Wel­ten der Mu­sik.

So hielt al­so un­ser Ver­stand sein Er­kennt­nis­au­ge über­wie­gend auf nie­de­re mu­si­ka­li­sche Kräf­te­fel­der ge­rich­tet, und we­gen ih­rer äu­ße­ren Deut­lich­keit wur­de er auch nicht zur Frei­ma­chung grö­ße­rer in­ne­rer In­tel­li­genz für ei­ne hö­he­re Er­kennt­nis­ge­win­nung ge­won­nen.

Nach­dem der Ver­stand je­doch – un­ter dem dau­ern­den An­trieb durch un­ser Ge­fühl – im Fel­de der Har­mo­nie an­ge­kom­men war und dort aus der un­be­grenz­ten In­tel­li­genz­welt der rei­nen Selbst­be­wußt­heit schöp­fen konn­te, da er­kann­te er, daß bei zu­neh­men­der Ein­heit die Viel­falt in Wirk­lich­keit gar nicht ge­rin­ger wird, son­dern daß die­se ihm erst ein­mal we­gen sei­nes an­fäng­li­chen Man­gels an In­tel­li­genz nur nicht so klar er­kennt­lich war.


 

                                                                                
 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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TEIL   VII
TEIL   VII
IRRTÜMER IN DER MUSIKALISCHEN ERKENNTNISGEWINNUNG
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
VII.
IRRTÜMER IN DER
MUSIKALISCHEN
ERKENNTNIS-
GEWINNUNG
Der Fehlschluß
in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Kein Folgern im absoluten musikalischen Kräftefeld der Harmonie
Das Widersprüchliche
in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die mit der Fragestellung gleichbedeutende Antwort in der Musik
Die vollkommene
Schaffensebene der absoluten Tonsubstanz
Unerwiesenes in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die geheimen Lenker
der Tongestirne
in der Musik
Der geheime Lenker
aller Musik
Die Erkenntnis
der Unwirklichkeit
im äußeren Musikgeschehen
Verspätetes

 

 

 

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