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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Aufhebung der
Widersprüchlichkeit jenseits vom Raum
und Zeit

 


Die musikalische
Widersprüchlichkeit basiert in den
entgegengesetzten Naturen von Ge-
fühl und Verstand

 


Widersprüchlichkeit als ein Resultat der
Begrenztheit

 

 


Die Ursache der
Widersprüchlichkeit im musikalischen
Erkenntnisprozeß

 

 



Stärkung und
Integration der
widersprüchlichen musikalischen Gestaltungskräfte

 

 

 

 


Musikalische Bewegung jenseits
von Raum und Zeit

 

 


Im absoluten
musikalischen Erkenntnisfeld vermeidet der
Hörer den
Fehlschluß


Das Widersprüchliche
in der musikalischen Erkenntnisgewinnung



Im ab­so­lu­ten Kräf­te­feld der Har­mo­nie er­ken­nen wir, daß hier al­le Ge­gen­sät­ze wohl nicht auf­ge­ho­ben sind, daß sie je­doch völ­lig in Har­mo­nie ver­eint sind.

Des­halb hat al­le Wi­der­sprüch­lich­keit, wel­che der re­la­ti­ve mu­si­ka­li­sche Er­kennt­nis­pro­zeß noch auf­zeig­te, im un­end­li­chen Feld der Har­mo­nie kei­nen Raum mehr.

Als wir auf un­se­rem er­leb­nis­rei­chen We­ge zur Har­mo­nie das re­la­ti­ve Feld der mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­ge­win­nung durch­schrit­ten, da wur­de die­se ver­gäng­li­che Mu­sik­welt von Wi­der­sprüch­li­chem be­herrscht, wel­ches in den ent­ge­gen­ge­setz­ten Na­tu­ren von Ge­fühl und Ver­stand wur­zel­te.
Doch im Fel­de der Har­mo­nie wur­de die­se Wi­der­sprüch­lich­keit durch die in­te­grie­ren­de Funk­tion der ab­so­lu­ten Ton­sub­stanz auf­ge­ho­ben.

Doch wird hier die Wi­der­sprüch­lich­keit kei­nes­wegs in Gleich­heit um­ge­wan­delt. Wenn sich im Pro­zeß der mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­ge­win­nung Wi­der­sprüch­lich­keit ein­schleicht, dann wird sie auf der Ebe­ne der Har­mo­nie durch die re­a­le Ver­ei­ni­gung der­je­ni­gen Kräf­te be­sei­tigt, wel­che bei ei­nem Ver­gleich ih­rer be­grenz­ten Er­kennt­nis­se nur die Wi­der­sprüch­lich­keit ih­rer be­grenz­ten und ent­ge­gen­ge­setz­ten Na­tu­ren aus­drü­cken.

Wi­der­sprüch­lich­keit er­gibt sich al­so letzt­lich we­ni­ger aus un­ter­schied­lich er­kann­ten Teil­wahr­hei­ten, son­dern viel­mehr auf­grund ei­nes ganz un­ter­schied­li­chen Wol­lens von Ge­fühl und Ver­stand, wel­ches wie­der­um in den so grund­ver­schie­de­nen Weg­rich­tun­gen die­ser bei­den Er­kennt­nis­kräf­te be­grün­det ist.

Erst im Fel­de der Har­mo­nie zei­gen Ge­fühl und Ver­stand ih­re wah­ren Funk­tio­nen: hier er­wei­sen sie sich plötz­lich als höchst mäch­ti­ge Ge­stal­tungs­kräf­te.

Die­ses Ge­stal­ten­wol­len wird durch die Be­le­bung der ab­so­lu­ten Ton­sub­stanz in Ge­fühl und Ver­stand so­gar noch ge­stärkt, aber die Ge­gen­sät­ze ih­rer Ge­stal­tungs­kunst wer­den nur da­bei gleich­zei­tig in­te­griert, in­dem sie bei­de in ei­ne Welt hö­he­rer mu­si­ka­li­scher Ord­nung ge­ho­ben wer­den, in die Welt der Har­mo­nie.

Und hier, in die­sem voll­kom­mens­ten mu­si­ka­li­schen Kräf­te­feld, ist ein Aus­ein­an­der­stre­ben von Kräf­ten auch im­mer gleich­zei­tig ein Zu­sam­men­stre­ben – ge­nau­so, wie wir, wenn wir auf un­se­rem Er­den­rund in ei­ne ganz be­stimm­te Rich­tung los­wan­dern, uns so­wohl von un­se­rem Stand­punkt ent­fer­nen, uns die­sem Stand­punkt aber auch gleich­zei­tig wie­der an­nä­hern.

Da nun in der ab­so­lu­ten Mu­sik­welt der Har­mo­nie die Zeit­span­ne zwi­schen Los­wan­dern und An­kom­men weg­fällt, ob­wohl wir durch­aus wan­dern, fehlt der Irr­tum un­se­res Fort­ge­hens ge­gen­über dem­je­ni­gen un­se­res An­kom­mens, be­zie­hungs­wei­se es fehlt der Irr­tum un­se­res An­kom­mens ge­gen­über dem­je­ni­gen des Fort­ge­hens, und es fehlt der Irr­tum des Wan­derns ge­gen­über dem­je­ni­gen un­se­res Un­ver­än­dert-am-Or­te-Blei­bens.

Die voll­kom­me­ne le­ben­di­ge er­leb­nis­rei­che und er­fah­rungs­rei­che In­te­gra­tion al­ler Wi­der­sprü­che er­ken­nen wir auf der ab­so­lu­ten mu­si­ka­li­schen Ebe­ne der Har­mo­nie voll­kom­men klar.

Und wenn wir nun aus dem Fel­de un­se­rer rei­nen Selbst­be­wußt­heit hin­aus­bli­cken in die Welt un­se­res be­grenz­ten Den­kens, wenn wir aus der un­end­li­chen Har­mo­nie hin­aus­schau­en in die be­grenz­ten mu­si­ka­li­schen Kräf­te­fel­der der Se­quen­zen, der Mo­ti­ve oder so­gar des mu­si­ka­li­schen Ton­raums, dann er­ken­nen wir, daß das Wi­der­sprüch­li­che – wie auch schon vor­her der Fehl­schluß – in der be­grenz­ten Na­tur des re­la­ti­ven mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­pro­zes­ses be­grün­det liegt und wir es nur da­durch be­sei­ti­gen, daß wir uns auf die ab­so­lu­te Ebe­ne der rei­nen mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis be­ge­ben, in die voll­kom­me­ne Er­leb­nis­welt der Har­mo­nie, in das le­ben­di­ge Feld un­se­rer rei­nen Selbst­er­kennt­nis.


 

                                                                                 
 


© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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TEIL   VII
TEIL   VII
IRRTÜMER IN DER MUSIKALISCHEN ERKENNTNISGEWINNUNG
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
VII.
IRRTÜMER IN DER
MUSIKALISCHEN
ERKENNTNIS-
GEWINNUNG
Der Fehlschluß
in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Kein Folgern im absoluten musikalischen Kräftefeld der Harmonie
Das Widersprüchliche
in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die mit der Fragestellung gleichbedeutende Antwort in der Musik
Die vollkommene
Schaffensebene der absoluten Tonsubstanz
Unerwiesenes in der musikalischen Erkenntnisgewinnung
Die geheimen Lenker
der Tongestirne
in der Musik
Der geheime Lenker
aller Musik
Die Erkenntnis
der Unwirklichkeit
im äußeren Musikgeschehen
Verspätetes

 

 

 

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