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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Objektivität der
äußeren musikali-
schen Erkenntnis-
gewinnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geburtsstunde
des wahren
Tonschöpfers

 

 

 

 

 


Die Welt als
Einheit in
der Musik

Der große musikalische Wendepunkt



Daß die Mu­sik­schöp­fung, wie sie au­ßen er­klingt, sei­nen Geist zum Tö­nen an­regt, ist für den Mu­sik­hö­rer jetzt nur noch ein ob­jek­ti­ver Vor­gang und läuft von ganz al­lei­ne ab.

Was der Mu­sik­hö­rer mit sei­ner wa­chen Auf­merk­sam­keit je­doch ganz be­son­ders re­gi­striert, ist nicht so sehr das tö­nen­de Ele­ment in sei­nem Geis­te, son­dern ist die Macht sei­nes ei­ge­nen in­ne­ren Ge­stal­tungs­ver­mö­gens.

Und er emp­fin­det sich jetzt selbst als der Schöp­fer der Mu­sik­dich­tung, sei­ner Le­bens­dich­tung, ja der Na­tur, so­gar der gan­zen Schöp­fung.

Die­ses sich ur­plötz­lich ein­stel­len­de in­ne­re Macht­ge­fühl ver­setzt den Mu­sik­hö­rer sub­jek­tiv – aus sei­nem in­ners­ten Er­ken­nen her­aus – in die La­ge ei­nes Schöp­fers und be­läßt ihn we­ni­ger deut­lich in der La­ge ei­nes Hö­rers.

Wäh­rend bei ihm vor­her das Hö­ren über­wog, ge­winnt für ihn nun un­auf­halt­sam sein Schaf­fen an Be­deu­tung.

Die äu­ße­re Mu­sik­welt ist ihm da­bei be­deu­tungs­los ge­wor­den; sie hat auf ihn kei­nen Ein­fluß mehr.

In sei­nem gan­zen We­sen emp­fin­det sich der kre­a­ti­ve Mu­sik­hö­rer jetzt als ein frei­er gott­glei­cher schöp­fe­ri­scher Mensch.

Er ist jetzt mäch­ti­ger Herr­scher über sei­ne ge­sam­te tö­nen­de Um­welt; denn in frei­em Ge­dan­ken­fluß läßt er sie ent­ste­hen, er­hält er sie, läßt er sie ver­ge­hen – so wie er will, nur zu sei­ner ei­ge­nen Freu­de und als der na­tür­li­che Aus­fluß sei­nes neu er­run­ge­nen ur­ei­gens­ten in­ners­ten Le­bens­glücks.

Un­er­meß­li­che tö­nen­de Wel­ten baut er nun spie­le­risch vor sei­nem geis­ti­gen Er­le­ben auf.
In sei­nen ma­te­riel­len Sphä­ren des Ton­raums er­he­ben sich die Mo­tiv­räu­me und dar­in­nen die Ge­schöp­fe und tre­ten ans Licht sei­nes ei­ge­nen in­ne­ren Wel­ten­ta­ges.

Und als Schöp­fer be­grüßt er sie wie sei­ne Kin­der und er­füllt sie im­mer wie­der mit neu­em Le­ben.

Hier ist der neu­ge­bo­re­ne Ton­schöp­fer ein gü­ti­ger Va­ter und Herr­scher der Welt sei­ner Kin­der – oder auch de­ren lie­be­vol­le Mut­ter; oder er ver­setzt sich in die La­ge al­ler Ge­schöp­fe, wel­che ja von ihm ge­schaf­fen sind, und er­lebt so die Viel­falt ih­res Wir­kens als Ein­heit.

Auf der Ebe­ne der Har­mo­nie schafft er mit der all­mäch­ti­gen Kraft sei­nes in­ners­ten Ge­stal­tungs­ver­mö­gens die Welt als Gan­zes.
Und er emp­fin­det sich plötz­lich als der per­sön­li­che Va­ter der gan­zen Welt.


 

                                                                                 
 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982
 

 

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TEIL   IX
TEIL   IX
DAS GEHEIMNIS MUSIK
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
IX.
DAS GEHEIMNIS
MUSIK
Der geheime Erfahrungsaustausch
des Hörers mit der kreativen Gestalt des Musikschöpfers
Der große musikalische
Wendepunkt
Der Vater der Weltenschöpfer
in der Musik
Die Methode
der musikalischen Wahrheits-
überlieferung
Die Erkenntnisfeuer
der Musik
Schrittweises Erwachen des sozialen Bewußtseins beim Hörer
Erkenntnis der Einheit
in der Musik

 

 

 

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