Technologie
der
instrumentellen
Regie in der Musik
Die Unzerstörbarkeit
der musikalischen
Aussage
Freiheit und
Unfreiheit der
Interpretation
in der Musik
Die Musik-
schaffenden
als weise Kenner
der Musikbranche
Der offizielle
und der geheime
Kenner der
Wirklichkeit
Es liegt an der tiefen Einsicht des Tondichters in die bestehenden Menschenmängel, daß er es geschafft hat, dieses vollkommene schöpferische Musikerkennen ohne Rücksicht auf die Qualifikation des Interpreten bei seinem Hörer hervorzuzaubern.
Denn er hat dem Musiker in seiner Partitur nur gesagt, wie dieser fast in mechanistischer Weise das Instrument bedienen soll.
Er hat dabei eine Notenschrift gebraucht, welche zwar wohl die Bedeutung, die Semantik, den Musiksinn, einschließt, welche aber als Schrift überhaupt nicht auf die Semantik bezogen ist.
So erhielt der Musiker durch den klassischen Komponisten über dessen Partitur nur Regieanweisung für den Gebrauch seines Instrumentes; daraus ergab sich bei deren Anwendung und bei Umsetzung der überlieferten Angaben dann die musikalische Aussage von selbst.
Die großen Tondichter haben diese verschlüsselte Notenschrift entwickelt, und es ist einem Interpreten bei dieser Art Aufzeichnungssystem glücklicherweise gar nicht möglich, eine musikalische Aussage ernsthaft zu zerstören oder tiefgreifend zu verändern.
Der Mechanismus des Notenlesens schließt bei der herkömmlichen Schreibweise eine solche Möglichkeit aus genauso, wie ein Computer aufgrund des Mechanismus seiner Funktion über die Bedeutung der von ihm gespeicherten und übertragenen Nachrichten sich nicht im klaren ist, sich auch gar nicht klar sein muß.
Dennoch ist es mit seiner Hilfe aber möglich und üblich, eine sinngefüllte Nachricht zu übermitteln.
So haben es die großen Musikschaffenden verstanden, das in ihren Tondichtungen enthaltene Wissen über größere Zeitträume hinweg und vor allem über große Unzulänglichkeiten der Interpretation hinweg dennoch bis zum Hörer heranzutragen.
Dies bedeutet ganz und gar nicht, daß nicht auch ein Musiker oder auch ein Interpret zu einem solchen kreativen Musikerleben fähig wäre.
Dies besagt nur, daß er entgegen den konventionellen Vorstellungen eines tiefen Musikerlebens gar nicht fähig zu sein braucht, um unter Anwendung der ihm vorgeschriebenen Mechanismen der Instrumentenbeherrschung einen wahren Musikliebhaber in die Wirklichkeit der Musik einzuführen.
Man wird hier an den Fall erinnert, daß ein Mensch staunend vor einem Kind steht und sich der in diesem Kinde verwirklichten Schöpferkraft bewußt wird während jedoch der Onkel des Kindes, der es am Arm herumführt, für dieses Wunder gar keinen Blick hat.