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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Der Musikhörer im
Erfahrungsbereich des Tonschöpfers


Die Ohnmacht
der begrenzten
musikalischen
Kräfte


Freiheit des
kreativen Musikhörers

 

 

 


Geduld gegenüber
den musikalischen
Grenzen

 

 

 


Das persönliche
musikalische
Erleben jenseits
von Raum und Zeit

Geduld



Auf der ab­so­lu­ten Mu­sik­ebe­ne der Har­mo­nie ma­chen wir die Er­fah­rung des Ton­schöp­fers; wir er­le­ben den un­end­li­chen Fluß voll­kom­me­ner Mu­sik jen­seits von Raum und Zeit.

Steht uns die­ses to­ta­le Mu­sik­er­le­ben an­dau­ernd of­fen, dann ver­mö­gen es die be­grenz­ten re­la­ti­ven Mu­sik­er­leb­nis­se nicht, uns aus die­sem voll­stän­dig er­fül­len­den Zu­stand un­se­rer dy­na­mi­schen Er­fah­rung der rei­nen Mu­sik­welt der Har­mo­nie hin­aus­zu­lo­cken.

Des­halb ste­hen wir von dem Stand­punkt un­se­res voll­kom­me­nen Mu­sik­er­le­bens im ab­so­lu­ten mu­si­ka­li­schen Kräf­te­feld der Har­mo­nie aus dem re­la­ti­ven Mu­sik­ge­sche­hen gleich­gül­tig ge­gen­über.

Wir set­zen un­se­re re­la­ti­ve Mu­sik­schöp­fung nicht mehr zur ei­ge­nen Er­fül­lung ein, son­dern nur noch mit dem Zweck, an­de­re Mu­sik­hö­rer in die un­end­li­che Mu­sik­welt der Har­mo­nie zu füh­ren, wel­che sich uns selbst jetzt an­dau­ernd of­fen­bart.

Aus die­sem per­ma­nen­ten voll­kom­me­nen Mu­sik­er­le­ben her­aus ent­steht bei uns des­halb ge­gen­über dem re­la­ti­ven mu­si­ka­li­schen Er­kennt­nis­pro­zeß die­je­ni­ge Ei­gen­schaft, wel­che wir all­ge­mein mit „Ge­duld“ be­zeich­nen.

Denn vom Zu­stand un­se­rer höchs­ten mu­si­ka­li­schen Er­fül­lung aus ge­se­hen führt das schritt­wei­se Er­klim­men klei­ner mu­si­ka­li­scher Er­fül­lun­gen zu grö­ße­ren und hö­he­ren mu­si­ka­li­schen Er­fül­lun­gen doch im­mer nur zu un­se­rer voll­stän­di­gen Mu­sik­fül­le der Har­mo­nie.

Sind wir erst ein­mal im un­be­grenz­ten Feld der Har­mo­nie ver­an­kert, dann ist Ge­duld ge­gen­über dem re­la­ti­ven, be­grenz­ten Ge­sche­hen in den äu­ße­ren mu­si­ka­li­schen Kräf­te­fel­dern für uns die na­tür­lichs­te Sa­che der Welt.

Denn wir selbst woh­nen in un­se­rem per­sön­li­chen mu­si­ka­li­schen Er­le­ben jen­seits von Raum und Zeit.

Und für uns gibt es des­halb ei­ne Un­ge­duld gar nicht – kann es gar nicht ge­ben –, denn ei­ne Un­ge­duld könn­te sich uns höchs­tens in­ner­halb räum­li­cher und zeit­li­cher Be­gren­zung auf­tun, nie­mals je­doch im un­be­grenz­ten Mu­sik­feld der Har­mo­nie – jen­seits von Raum und Zeit.


 

                                                                                 
 

© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982






 

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