Wissen
über
die inneren
Menschenkräfte
Unvergängliche Quelle der
musikalischen Wahrheit
Der unsterblichkeits-
verheißende Nektar
in der Musik
Die
großen
Tonschöpfer als
pflichtgetreue Verwalter der
Wahrheit
Unwirkliche Musikgeschichte
Musiktheorie
als Zeugnis
systematischen Bemühens um
die Wahrheits-
übermittlung
Konventionelle Musikforschung
auf der Suche
nach den
Erkenntnismitteln
Herkömmliche Musikanalyse
jenseits des Lebens
Die
Dichte der
musikalischen Erkenntnisfelder
Die strukturelle
Flexibilität der
musikalischen Erkenntnis-
werkzeug
Das Wissen über unsere inneren Menschenkräfte ist sicherlich nicht neu.
Es ist höchstwahrscheinlich uralt.
Da sich Musik nun besonders dazu eignet, vor allem dieses Wissen welches ja unter Umständen auch alles andere Wissen einschließt zu übermitteln; wie sollte man da erwarten, daß Musik plötzlich etwas wirklich Neues hervorbringt?
Die Schöpfwerkzeuge, mit welchen die Tonschöpfer seit undenklichen Zeiten aus dem uralten Brunnen der Erkenntnis schöpfen, sind sicherlich im Verlaufe der Gezeiten immer wieder veraltet verrostet und reparaturbedürftig oder sogar erneuerungswürdig.
Aber das reine Quellwasser im Brunnen der ewigen Weisheit wurde zu allen Zeiten mit großem Elan zutage gefördert.
Und diejenigen, die hier die größte Kunst besaßen, nennt man die großen Tonschöpfer.
Sicherlich entspringt dieser Elan ihrem persönlichen Wissen ihrer eigenen inneren Erfahrung über den wahren Nährwert dieses unsterblichkeitsverleihenden tönenden Lebenssaftes.
Der Antrieb zu ihren größeren schöpferischen Taten erfolgte aber genausogut aus ihrem Wissen gegenüber der Nachfrage nach diesem Nektar in ihrer Umwelt.
So läßt sich erst die Unermüdlichkeit und Unbeirrtheit erklären, mit welcher sie bei großem persönlichen Einsatz durchlöcherte und deshalb weniger tauglich gewordene Schöpfgefäße der musikalischen Wahrheitsvermittlung reparierten oder auch ganz neue tönende Gefäße der Erkenntnisübermittlung erdachten und diese zum Einsatz brachten.
All dieses Tun nennen wir üblicherweise „Musikgeschichte“ und deuten es als die „Entwicklung der musikalischen Formen“.
Aus diesem handwerklichen Reparieren, Verbessern und Neugestalten der musikalischen Gefäße zum Schöpfen der Wahrheit wurde dann eine vermeintliche Musiktheorie-Entwicklung abgeleitet.
Aber: sowenig, wie das Schöpfgefäß mit dem Wasser, welches es schöpft, identisch ist, genausowenig ist unsere äußere Musikgeschichte und die an sie angeknüpfte Musiktheorie mit der Musik identisch auch wenn sie wohl von dieser zeugt.
Wie soll es da verwundern, wenn man sich heute bemüht, Musik anhand ihres tönenden Elements zu lokalisieren, indem man die allergröbsten Aspekte der Töne, deren relative Höhe und Dauer, analysiert und so Musik zu erkennen glaubt?
Dies Unterfangen kommt dem Versuch gleich, daß man den Rest eines mehr oder minder durchlöcherten Schöpfeimers von allen Seiten beguckt und abmißt, um in dieser Weise auf das Wesen des Wassers zu schließen.
Sicherlich lassen die Undurchlässigkeit und die Größe eines Gefäßes nach üblichem herkömmlichem Muster auf die Möglichkeit seiner Schöpfleistung schließen.
Aber die Natur der musikalischen Wissensübermittlung ist nicht so beschaffen, daß sie einem nach dieser simplen Logik Einblick in ihr Zauberreich gewährte.
Die Natur zeigt sich uns in Schichten so auch die Musik, und diese Schichten zeichnen sich durch Grade unterschiedlicher Dichte aus.
Je tiefer diese Schichten liegen, um so größer ist deren Dichte.
Wollten wir nun mit einem musikalischen Schöpfgefäß in die feineren musikalischen Erkenntnisschichten eintauchen, um die in der Musik eingeschlossene Wahrheit zu ergründen, so müßten wir die Beschaffenheit des Gefäßes, dessen Struktur, in jeder der musikalischen Schichten den Bedingungen der dort vorhandenen musikalischen Ordnung anpassen.
Nun läßt sich ein Gefäß zum Schöpfen musikalischer Wahrheiten mit einem flexiblen Sieb vergleichen, welches jeweils immer eine solche Größe der Löcher aufweist, daß es bei seinem Einsatz in verschiedenen musikalischen Erkenntnisschichten die dort verborgenen und am deutlichsten erkennbaren Erkenntniselemente gerade nicht durchläßt.
So bleibt das Sieb sehr leicht; denn wären die Löcher ausgefüllt, so wäre das Hantieren schwerer möglich.
Wenn man sich zum Beispiel beim Schöpfen von Wasser nur auf das Wasser konzentriert, so mag ein völlig geschlossenes Gefäß notwendig sein.
Wenn man jedoch die lebendigen Fische im Wasser fangen will, dann bietet sich aus unterschiedlichen Gründen die Form des Netzes an und hat sich deshalb auch durchgesetzt.