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Musik
AAR EDITION INTERNATIONAL

 

Das Erkenntnisnetz
des Ver­stan­des

 

 

 

 

 

Das Erkenntnisnetz
des Gefühls

 

 

 

 

Das aus Gefühl und
Verstand gewirkte
Erkenntnisnetz in
Funktion


Musik als
Ausdruck des
Musikliebhabers

 

 


Der Hörer als freier Herrscher in den
musikalischen Kräftefeldern

 

 

 


Das Wunderland
des kreativen
Musikhörers

 

 

 

Die künstlerische
Leistung des
Musikschöpfers

Das große musikalische Erfolgserlebnis



Und im Ver­lau­fe sei­nes an­dau­ern­den Ab­wä­gens zwi­schen den Tei­len und dem Gan­zen – zwi­schen klei­ne­ren Ord­nun­gen, wel­che in ei­ner grö­ße­ren zu­sam­men­ge­faßt sind, und die­ser grö­ße­ren Ord­nung als Ge­samt­heit –, lernt der Mu­sik­hö­rer schließ­lich schritt­wei­se, auch im Ge­sam­ten die Tei­le zu er­ken­nen, so, wie wenn man im Sa­men­korn den Baum zu er­ken­nen ler­nen wür­de.

Da­bei er­höht die­ses Er­ken­nen der Viel­falt in der Ein­heit sys­te­ma­tisch die ver­stan­des­mä­ßi­ge Er­füllt­heit des Hö­rers und schürt des­sen na­tür­li­che vom Ver­stan­de ge­präg­te Er­kennt­nis­freu­de.

Gleich­zei­tig je­doch reizt es den Mu­sik­hö­rer auch, im­mer mäch­ti­ge­re Wahr­hei­ten mit sei­nem jetzt im­mer dich­ter ge­stal­te­ten Er­kennt­nis­netz ein­zu­fan­gen.

Denn da­durch, daß ihm dies auch ge­lingt, er­hält der Hö­rer das Ge­fühl im­mer grö­ße­rer per­sön­li­cher Macht.

Er er­schließt bei die­sem Vor­gang in sich selbst im­mer hö­he­re in­ne­re Macht­wel­ten und schöpft da­bei von Fel­dern im­mer hö­he­rer Ener­gie.

Schließ­lich er­lernt der Mu­sik­hö­rer den gro­ßen Wurf; er wirft das dich­tes­te al­ler er­denk­li­chen Er­kennt­nis­net­ze aus, das gol­dens­te, leuch­tends­te al­ler Net­ze, und macht den größ­ten Fang, den die Mu­sik kennt: er fängt die Har­mo­nie.

Und als der er­folg­rei­che Hö­rer sich die­sen Fang ge­nau­er be­trach­tet, da er­kennt er das Netz als ei­nen Spie­gel und die Har­mo­nie als sein ei­ge­nes Spie­gel­bild, und er stellt fest, daß er sich selbst ge­fan­gen hat.

Und dies be­rei­tet ihm ein gro­ßes in­ne­res Be­ha­gen, denn er weiß jetzt, daß er Macht über sich selbst aus­üben kann; wer kann dies schon von sich sa­gen?

Gleich­zei­tig er­kennt der Hö­rer, daß ihm sei­ne ei­ge­ne Macht­aus­übung über sich selbst nach au­ßen hin Frei­heit ga­ran­tiert; denn jetzt wird er plötz­lich auf der Ebe­ne sei­ner ei­ge­nen in­ners­ten Ge­stal­tungs­kräf­te so hell­wach, daß er zu je­der Zeit al­len äu­ße­ren Ma­ni­pu­la­tio­nen ge­schickt aus­wei­chen kann.

So wird er zum Ein­zel­kämp­fer im mu­si­ka­li­schen Kräf­te­feld: er wird zum Hel­den.

Er emp­fin­det sich glo­cken­klar als von au­ßen un­be­sieg­bar.

So tanzt er im Rei­gen sei­ner ei­ge­nen frei­en in­ne­ren Ent­schei­dun­gen, sei­ner ei­ge­nen in­ne­ren Le­bens­phan­ta­sie, in den Sie­ben­mei­len­stie­feln sei­ner ei­ge­nen in­ne­ren Er­kennt­nis­kräf­te durch sei­ne Schaf­fens­welt und von dort­her zu­wei­len auch in sei­ne Um­ge­bung.

Und die Men­schen sa­gen dann, er sei un­ge­trübt glück­lich, un­er­schüt­ter­lich fest so­wie ent­schlos­sen im Han­deln und von lie­bens­wür­di­ger Frei­heit.

Sind sol­che Ein­sich­ten neu? Sind sie von dem Klang ein­zel­ner Mu­sik­stü­cke ab­hän­gig? Of­fen­sicht­lich liegt ein sol­ches in­ne­res Er­le­ben beim Mu­sik­hö­rer – beim Men­schen – be­reits vor, und die Ton­kunst regt die­se Art Er­le­ben nur an.

Und die künst­le­ri­sche Leis­tung des Ton­schöp­fers liegt im Pro­zeß der Ver­dich­tung in­ner­halb ei­nes je­den sei­ner Wer­ke, und sei­ne Kunst liegt dar­in, daß er sei­nen Hö­rer im Ge­brauch des wahr­heits­fan­gen­den Er­kennt­nis­net­zes aus­bil­det – in der Ver­fei­ne­rung sei­nes Den­kens, Emp­fin­dens, Ver­ste­hens und Hö­rens: daß er ihn die Dicht­kunst lehrt –, und zwar in so un­auf­dring­li­cher, dis­kre­ter und lie­be­vol­ler Wei­se, daß sein Hö­rer be­reit ist, vol­ler Ver­trau­en mit ihm in un­be­kann­te Fer­nen zu zie­hen, und daß er auf die­sem Er­kennt­nis­we­ge nicht in Zwei­feln hän­gen bleibt.


 

                                                                                 



© AAR EDITION INTERNATIONAL 1982







 

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TEIL   XI
TEIL   XI
MITTELBARE UND UNMITTELBARE ERKENNTNISGEWINNUNG IN DER MUSIK
P E T E R   H Ü B N E R  –  N A T Ü R L I C H E S   M U S I K  H Ö R E N
NATÜRLICHES
MUSIK HÖREN
VORWORT
XI.
MITTELBARE UND
UNMITTELBARE
ERKENNTNIS-
GEWINNUNG
Uralte Wahrheiten
in der Musik
Das goldene
Erkenntnisnetz
der Musik
Das große musikalische Erfolgserlebnis
Die Erkenntnisorgane
im Prozeß
der musikalischen Wissensgewinnung
Notwendigkeit der neurophysiologischen Integration
Die Leistung
des Ichbewußtseins
im musikalischen Erkenntnisprozeß
Das systematische Üben des Ichbewußtseins in
der Selbstidentifikation
Einblick
in die Grundlage
der Tonkunst
Grundlagen
der modernen
Musikwissenschaft
Begrenztheit
der konventionellen Musikausbildung
Leistungssteigerung
des Intellekts
in der Musik
Die Eigenfunktion
des Intellekts als der wahre Tonschöpfer
Die Reise
zu den ewigen Quellen
der Musik
Die höchste menschenmögliche intellektuelle Leistung
Rechtschaffene, erfolgreiche Musikwissenschaft
Der Musikhörer
am Ursprung allen schöpferischen Denkens
Gezielte Leistungsentwicklung
im Bereich unserer Neurophysiologie
Der Musiker
und seine Umwelt
Die wahren Organe
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