Erkenntnisweg
und Wahrheitsziel
im System der
wissenschaftlichen Philosophie
Erkenntnisweg
und Wahrheitsziel
in der Musik
Der philosophische
Standpunkt des
Musikschöpfers
Die
relative
Wahrheitsverehrung im System der
wissenschaftlichen Philosophie
Die absolute
Wahrheitsverehrung in der Musik
Das
wissenschaftliche Philosophiesystem
im Bannkreis der
Naturwissenschaften
Musikalische
Wahrheitsvermittlung auf der Basis
persönlicher Wahrheitserkenntnis
Während die herkömmliche Philosophie mit dem gesprochenen oder geschriebenen bedeutungsgeladenen Wort operierend den Menschen in recht indiskreter Weise zur Wahrheit hinzuführen versucht und sich dabei selbst auf dem Wege zur Wahrheit auch immer nur bemüht, auch ja schon wirklich die Wahrheit zu sagen, geht es dem klassischen Tonkünstler auf dem Wege zur umfassenden Wahrheit nicht so sehr um die Teilwahrheit.
Er greift, wenn nötig, sogar zur Notlüge, um den Hörer schließlich doch zur Wahrheit zu führen.
Für den klassischen Musikschöpfer sind die Stufen der Erkenntnis Mittel zum Zweck der vollständigen Wahrheitsvermittlung, und er gibt ihnen deshalb auch nur diejenige Bedeutung, die ein vielfältiger Weg hat, welcher zu einem großen Ziele führt.
Während also das wissenschaftliche System der Philosophie sich andauernd bemüht, schon auf dem Wege zur Wahrheit die Wahrheit nachzuweisen wie auch die anderen Wissenschaften , nimmt der klassische Tonkünstler den suchenden Hörer bei der Hand, führt ihn durch dunkle Räume und beschreibt ihm alle möglichen imaginären leuchtenden Objekte in diesen Räumen, und zwar so lange, bis der Hörer diese vermeintlich äußeren Räume und deren Objekte der Beschreibung in sich selbst entdeckt und so seine Suche nach der Wahrheit Erfüllung gefunden hat.
Im Unterschied zum wissenschaftlichen System der Philosophie und vor allem ganz im Unterschied zu den übrigen Wissenschaften besonders zur Naturwissenschaft interessiert sich die wahre Tonkunst überhaupt nicht für die äußere Natur, welche sie ihrem Wesen nach ja nur als Widerspiegelung der innermenschlichen Natur erkennt.
Deshalb versetzt sie die Darstellung der äußeren Natur im musikalischen Tonraum vom Objektiven ausgehend über das Subjektive systematisch in den Prozeß der Verfeinerung und führt so den unbewußten Wahrheitssucher, den bewußten Musikliebhaber, in die Welt seiner eigenen freien Wunscherfüllung in die Welt seines Ziel-erreicht-Habens, in die Welt seines Nicht-mehr-suchen-Müssens, in die Welt seiner Wahrheit, in seine Welt der Erfüllung.