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Das klassische Feld der Musik
 
Im Be­reich der kon­ven­tio­nel­len Mu­sik­ana­ly­se wur­de die Sys­te­ma­tik der in­ne­ren Kre­a­ti­vi­tät mit dem Be­griff „Of­fen­ba­rung“ aus dem Blick­feld des Stu­die­ren­den ge­rückt – un­ter völ­li­ger Miß­ach­tung der tat­säch­li­chen Be­deu­tung des Be­griffs „Of­fen­ba­rung“ (wel­cher ja „of­fen Tra­gen­des“ oder „of­fen Ge­tra­ge­nes“ – al­so „für je­der­mann sicht­bar Ge­tra­ge­nes“ heißt).

 
Musikalische „Offenbarung“
 
Das her­kömm­li­che tech­no­kra­ti­sche In­stru­men­tal­stu­di­um, The­o­rie­stu­di­um, Kom­po­si­ti­ons­stu­di­um und Di­ri­gier­stu­dium ist so­mit über­haupt nicht auf die kom­po­si­to­ri­sche Wirk­lich­keit be­zo­gen.

 
Jenseits der musikalisch-schöpferischen Wirklichkeit
 
Für den klas­si­schen Kom­po­nis­ten ist sein an­ge­bo­re­nes Ver­mö­gen des in­ne­ren Hö­rens auch sein na­tür­li­cher Aus­gangs­punkt für die Nie­der­schrift der Par­ti­tur.
Nun ist die­ses in­ne­re Hö­ren ele­men­tar-räum­li­cher Na­tur – we­sent­lich ele­men­ta­rer räum­lich als das räum­li­che Se­hen, und da­bei ist das räum­li­che Hö­ren so we­nig von den Oh­ren ab­hän­gig, wie im Traum das Se­hen von den Au­gen ab­hän­gig ist.

 
Die elementar-räumliche Natur des Hörens
 
Da aber die Be­deu­tung des „Räum­li­chen“ heu­te im all­ge­mei­nen mit dem „Ge­se­he­nen“, mit dem be­grenz­ten Raum as­so­zi­iert wird, je­doch von der Tech­no­lo­gie des Er­fah­rungs­pro­zes­ses her we­sent­lich dra­ma­ti­scher im Be­reich des in­ne­ren Ge­hörs er­lebt wer­den kann, be­darf es ei­ner dem heu­ti­gen Sprach­ge­brauch an­ge­mes­se­nen Be­stim­mung des Phä­no­mens der Rau­mer­fah­rung, so wie sie der Kom­po­nist kennt.

 
Die Dimension des Räumlichen
 
Das Wort, wel­ches vom klas­si­schen Kom­po­nis­ten aus ge­se­hen ge­mäß sei­nem in­ne­ren Hö­ren den „Raum“ heu­te am tref­fends­ten cha­rak­te­ri­siert, ist der Be­griff der „Di­men­si­on“.

 
 
Und wenn sich ein Mu­sik­werk im In­nern des Ton­dich­ters ent­fal­tet, so ist es für ihn, als wür­de er selbst – von ei­ner Di­men­si­on in die an­de­re schrei­tend – Wel­ten durch­ei­len.

 
 
Für die gro­ßen Klas­si­ker über Bach, Hän­del, Haydn, Mozart, Schubert, Beethoven und Schu­mann bis hin zu Brahms und Wagner war es völ­lig na­tür­lich, als in­ner­lich un­be­tei­lig­ter Be­trach­ter ein mu­si­ka­li­sches Werk in des­sen dy­na­mi­scher Ent­fal­tung im ei­ge­nen Geis­te zu schau­en.

Die­ser in­ne­re Ein­druck ist für das Hö­ren von Mu­sik ei­gent­lich nur na­tür­lich, und des­halb will ihn der Ton­schöp­fer auch beim Hö­rer er­rei­chen.

 
Verwirklichung des dynamisch-räumlichen Hörens
 
„Wenn der Blinde den Blinden führt,
fallen beide in die Grube.“

Georg Friedrich Händel


 






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