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Aber noch für et­was an­de­res ist dem Mu­si­ker die In­te­gra­tion sei­nes Ge­fühls und sei­nes Ver­stan­des so un­er­läß­lich, näm­lich für ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen der wär­men­den Kraft des Ge­fühls und der küh­len­den Kraft des Ver­stan­des im Mu­sik­werk – da­mit den Hö­rer nicht un­kon­trol­liert ei­sig kal­te und glü­hend hei­ße Wo­gen über­rol­len und da­durch des­sen in­ne­res Emp­fin­den un­nö­tig scho­cken.

 
Ausgewogenheit des hitzespendenden und des kältespendenden Aggregats
 
Da­her ist es ein wei­te­rer grund­le­gen­der Schritt der prak­ti­schen Mu­sik­aus­bil­dung, die ko­or­di­nie­ren­de Kraft des In­tel­lekts zu ent­wi­ckeln, wel­che zwi­schen dem zu­sam­men­füh­ren­den Ge­fühl und dem aus­ein­an­der­trei­ben­den Ver­stand ei­ne har­mo­ni­sie­ren­de ver­mit­teln­de Stel­lung ein­nimmt und so die vom Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen un­ter­schie­de­nen mu­si­ka­li­schen Ele­men­te so­wohl zu­sam­menals auch aus­ein­an­der­hält.

 
Die koordinierende Kraft des Tonschöpfers
 
Es han­delt sich hier um die sys­te­ma­ti­sche, wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Aus­bil­dung der Ko­or­di­na­ti­ons­funk­tion un­se­res In­tel­lekts.

 
 
Ohne die­se Kom­po­nen­te der Ko­or­di­na­tion von Ge­fühl und Ver­stand und ohne ih­ren ge­ziel­ten Ein­satz un­ter der di­rek­ten Lei­tung des Ich­be­wußt­seins ist ei­nem Ton­künst­ler das har­mo­ni­sie­ren­de, ganz­heit­li­che, sinn­vol­le Kom­po­nie­ren ver­wehrt, denn:
 
Unmittelbare Aufführungsleistung des inneren Musikschöpfers
 
  1. bei ei­nem Über­hang des Ver­stan­des­as­pek­tes wür­de der Kom­po­nist zur Be­vor­zu­gung von Dis­so­nan­zen nei­gen, al­so zu ei­ner Viel­falt zu Las­ten der Ein­heit. Und das Er­geb­nis wä­re zum Bei­spiel das sau­be­re Kon­struk­ti­ons­sche­ma der se­riel­len Mu­sik als Er­wei­te­rung der Zwölf­ton­mu­sik – dis­so­nant, leb­los, un­an­ge­nehm;
 
 
  1. bei ei­nem Über­hang des Ge­fühls­as­pek­tes wür­de der Kom­po­nist zur Be­vor­zu­gung des Simp­len nei­gen, al­so zu ei­ner Ein­fach­heit zu Las­ten der Viel­falt.

 
 
Und das Er­geb­nis wä­re zum Bei­spiel die seich­te Un­ter­hal­tungs­mu­sik – kon­so­nant, ein­falls­los, schnul­zig.

 
 
Al­lein der in­te­grier­te Ein­satz von Ge­fühl und Ver­stand durch den Kom­po­nis­ten und durch den Mu­si­ker be­lebt beim Hö­rer den Ein­druck des Voll­kom­me­nen.

 
Der Eindruck vollkommener Musik beim Hörer
 
Die­se Er­öff­nung des Um­fas­sen­den er­füllt den Mu­sik­lieb­ha­ber wirk­lich – und über­zeugt ihn vom gött­li­chen Fun­ken im Men­schen.

 
 
Der Hö­rer er­hält da­durch ei­ne in­ne­re all­ge­mein­mensch­li­che Stand­fe­stig­keit, ei­ne per­sön­li­che Un­be­irrt­heit ge­gen­über dem Zwei­fel, die ihm Ein­blick in das Po­ten­ti­al mensch­lich-gött­li­cher Frei­heit ge­währt.

 






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